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Özil singt nicht. Die vereinigte Besorgte schäumt vor Wut, ob dieser Dreistigkeit. Ganz Schlaue meinen sogar, Portugal sei deshalb als Sieger von der Wallstatt der Langeweile gegangen, weil sie so schön für ihr Land singen. Oder weinen, wie CR7 (ich musste googeln, als ich dieses Kürzel zum ersten Mal sah)

Nun, die Italiener haben auch gesungen. Und wie! Torhüter Buffon wäre beinahe die Carotis geplatzt, so sehr hat der gebrüllt. Und? Hat’s was genutzt? Einen Scheißdreck hat’s genutzt.

Unser stummer Özil hatte ihnen einen eingeschenkt…..na gut, beim Elfmeterschießen hat er versagt, aber den Italienern rutschte das patriotische Herz noch mehr in die Hosen, die trafen noch weniger.

Ich bin jetzt 66 Jahre alt und sehr froh darüber, dass ich in Deutschland – und nicht in Aserbeidschan oder Bangladesh in’s Leben geworfen wurde. Dafür habe ich mich mit Steuern und Abgaben artig bedankt. Die Nationalhymne habe ich ein einziges Mal gesungen. In der sechsten Klasse. Wir hatten einen Lehrer, der vermutlich bei der Entnazifizierung geschwänzt hatte.Dieser Herr nötigte uns vor Unterrichtsbeginn, das Deutschlandlied zu singen. 1. Strophe, Hände an der Hosennaht. Eine Schallplatte nebst Koffergrammophon hatte er zur Unterstützung mitgebracht.

Seither empfinde ich das Absingen von Nationalhymnen nur noch als peinlich.

Ich brauche keine Hymne. Ich liebe keine Nation, ich liebe meine Frau. Die einzige Hymne, die ich akzeptiere ist die Amerikanische. Aber nur in der Version von Jimi Hendrix. Dort hört der geneigte Zuhörer auch ohne Worte, was Hymnen in den meisten Fällen sind: Nämlich blutrünstige Schlachtgesänge. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich die Übersetzung der Marseillaise 

Refrain
Zu den Waffen, Bürger!
Formiert eure Bataillone,
Vorwärts, marschieren wir!
Damit unreines Blut
unserer Äcker Furchen tränke

Okay…die Spanische vielleicht. Die könnte man mitsingen, denn die hat keinen Text.

Ehe ich drauf vergesse. Schaut Euch mal Videos von Länderspielen aus der Ära Beckenbauer, Breitner und Netzer an. Wieviel da mitgesungen haben? Keine Sau. Vermutlich war es ihnen peinlich. Welt – und Europameister sind sie trotzdem geworden. Ohne nationalen Pathos.

FÜDIDA: Für die Islandisierung des Abendlandes!

Veröffentlicht: Juli 4, 2016 in Deutschland, Europa, Sport
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Wieso brauchen wir das? Nun: Island verliert mit Glanz und Gloria 5:2 (und das war noch geschmeichelt) und die Wikinger feiern. Die im Stadion und die paar, die noch in Island geblieben sind.

Deutschland gewinnt – wenn auch äußerst glücklich – gegen den Angstgegner Italien und was passiert? Die „Experten“ fallen übereinander her.

Scholl, Kahn und wer sonst noch Mörderkohle bei den öffentlich-rechtlichen einstreicht. Die Millionen Experten in den asozialen Netzwerken sparen nicht mit gegenseitigen Beleidigungen. Kommentatoren werden gedisst, gebasht und gemobbed, dass es eine Freude ist.

Kein Isländer käme auf die Idee, ihren kreischenden Troll am Mikrofon zu beleidigen. Man lacht und wir lachen mit. 

Auf der Insel hat man eine Entdeckung gemacht: „Fußball kann Freude bereiten“. Anderenorts ist er längst zu einem Milliardengeschäft mutiert. Freude: Fehlanzeige. Im Gegenteil. Russische und englische Hooligans wetteiferten, wer die brutalsten Schläger und die lautesten Böller hat. Und die Kroaten verprügeln sich sogar gegenseitig.Fußball als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

Irgendwie bin ich ganz froh, dass Island am Do. nicht gegen Deutschland spielt. So laufe ich nicht Gefahr, in einen Loyalitätskonflikt zu geraten.

Danke, ihr Wikinger. Resteuropa kann von Euch lernen.

Oh Zeiten, oh Sitten sagte schon Cicero vor mehr als 2000 Jahren in seinen Reden gegen Verres. Darin beklagte er den allgemeinen Verfall der moralischen Werte.
Wenn ich die Woche – oder die ganzen letzten Monate – Revue passieren lasse, dann frage ich mich, was Cicero wohl heute sagen würde.

Vermutlich würde er „fuck you“ sagen, den heutigen Gepflogenheiten folgend.

Fuck you, zu einem angeblich geistesgesörten englischen  Neonazi, der eine junge Abgeordnete einfach mal umbrachte, weil sie eine andere Auffassung zum „Brexit“ hatte als er.
In dem Zusammenhang frage ich mich, ob nicht alle Neonazis per se geistesgesört sind…?

Fuck you, zu einem verdammten Drecksack, der in Orlando einfach mal 50 Menschen killte, weil deren offen gelebte Homosexualität  gegen seine religiösen Werte sprach. Welche Werte? Deine? Die weltlichen Gesetze stehen über den religiösen! Wem das nicht passt, der soll gehen, herrgottsakramentnochmal!

Dazu meine eigenen Gedanken: Wie man liest, war der Typ wohl selbst schwul und vermutlich wollte er mit dieser Tat seinem – ebenfalls radikal-islamischen – Vater irgend etwas beweisen.
Es hätte in diesem Fall vollkommen genügt, wenn er nur sich und seinen Erzeuger gekillt hätte.

Fuck you, zu den brutalen Volldeppen aus Russland und England, die auch Unbeteiligte in’s Krankenhaus prügelten. Wenn sie das unter sich an einem anonymen Ort ausmachen würden, wäre es mir egal. Von mir aus sollen sie sich gegenseitig ausrotten. Und das gilt für Hooligans aller Länder.
Übrigens: Dass mehr Briten als Russen festgenommen wurden lag wohl daran, dass die Engländer zu besoffen zum weglaufen waren.

Fuck you, zu einem weiteren verblendeten Islamisten, der einfach mal einen französischen Polizisten und seine Frau killte und dies auch noch prahlerisch live in Facebook postete.

Und noch was Privates:
Fuck you, zu einem HNO-Arzt, der meine Frau heute derart angebrüllt und abgekanzelt hat, dass diese völlig aufgelöst aus seiner Praxis kam.
Umso schlimmer,  wenn man den Kerl aus längst vergangenen Zeiten kennt. Was ist in Deinem Leben falsch gelaufen? So geht man mit Patienten nicht um, dafür gibt es keinen Grund und keine Entschuldigung.

Aktuell: Fuck you, zu den kroatischen „Fußballfans“, die gerade Bengalos und Böller auf den Platz werfen. Ihr führt doch,  Ihr DEPPEN!!!

So. Kropf geleert.
Ein schönes WE sei allen Anständigen gewünscht. Den Rest möge ein heftiger Brechdurchfall heimsuchen.

Gut, „Hallo Deutschland“ muss man nun nicht unbedingt gesehen haben, aber wie’s der Zufall wollte, sah ich das heute. „Und nun der satirische Wochenrückblick mit Achim Winter“, so die Moderatorin.
Winter – ein kleiner pummeliger Brillenträger mit fleischgewordener Bademütze als Frisur – fragt Passanten mehr oder weniger spontan zu politischen – und sonstigen Themen.
Am liebsten sucht er sich etwas ahnungslos wirkende Bürger heraus, die kann man besser vorführen.
Ein junger Mann, befragt nach der heute beginnenden Fußball-EM:“ Fußball interessiert micht nicht so sehr“ Winter:“ Sind Sie schwul?“…Aha, stimmt ja. Schwule können nicht kicken und auch nicht auf den Fingern pfeifen. Sehr lustig,  Herr Winter, haha.

Dann die Frage nach der Nachfolge für Gauck, am besten fragt man ein junges Mädchen, die ziemlich politikfremd wirkt:“ Sollte eine Frau Präsidentin werden?“ Das Mädchen:“ Hm, ja, schon“
Winter (mit schelmischem Blick auf ein Plakat mit einer dunkelhäutigen Bikinischönheit) :“ Am besten eine schwarze Muslimin, die früher einmal ein Mann war, dann wären alle zufrieden. Oder Sarah Wagenknecht, die wirkt ja so männlich. Haha, geht nicht, da müssen wir doch Claudia Roth nehmen, hahaha“.
Brüller, Herr Winter. Da haben Sie’s den genderwahnsinnigen Gutmenschen aber mal so richtig gegeben.
Vermutlich will das ZDF mit einem Späßekenmacher wie Achim Winter die letzten verbliebenen AfD-Zuschauer bei der Stange halten. Ein anderer Grund, diesem Herrn jede Woche Raum für seine mehr als grenzwertigen Sprüche zu geben, fällt mir nicht ein.

Sollte sich das ZDF von Winter trennen, dann kämen sicher andere Jobs für ihn in Frage.
Vielleicht als Pressesprecher bei der AfD, das wär doch was Herr Winter?

Haha, nee, war nur Spaß. So ne Art Satire. Das kennen sie ja. 🙂

Hier kann man sich das anschauen

Warum? Das steht weiter unten.
Noch ist das nicht gänzlich bestätigt, aber doch so gut wie. Aha…! Meine Frau sagt grad, dass es  nun bestätigt ist.

Und nun fragen die enttäuschten Politiker und Funktionäre wieder, an was es gescheitert ist.
Grundsätzlich  wären solche olympischen Spiele ja was Feines…..Jugend der Welt, Völkerverständigung und all so was…naja gut, um Kohle geht’s so nebenbei auch. Und um die, die das finanzieren sollen…also wir, die Steuerzahler.
Nicht nur die Spiele an sich, sondern die Bewerbung. Da kann man nicht einfach ne Mappe abgeben, da wird für sehr viele Millionen ( ca 30-50 Mio.) aufwändiger Schnick-Schnack produziert, mit dem man die Götter im Olymp beeindrucken muss….vielleicht muss man dem ein oder anderen IOC-Mitglied die Stimmabgabe mit Barem erleichtern, wer weiß?
Ich glaube nicht, dass da anders als bei der FIFA verfahren wird….
Aber gegen die eigentlichen Kosten sind das Peanuts.

Hamburg selbst will 1,2 Milliarden beisteuern.
Aus div. Einnahmen, vom IOC und Sponsorengeldern sollen weitere 3,8 Milliarden kommen.
Den kläglichen Rest sollen wir Steuerzahler beisteuern. 6,2 Milliarden.
11,2 Milliarden soll’s kosten….. Aha….
Im Kalkulieren von Großbaustellen  sind wir ja schon Olympiasieger…..wenn’s kommt, wie 1976 in Montreal, dann wird das teuer. Damals wurde der Kostenvoranschlag um 796% überschritten….lass ma‘ rechnen: 1,2 +3,8+6,2 =11,2. Folgt man den Kanadiern, würden daraus rund 89 Milliarden.
Geht bei uns nicht, schon gar nicht in Hamburg?……hmmmm

Vielleicht traut man aber auch einer Stadt, die eine Elbphilharmonie verbrochen hat, ganz einfach nicht über den Weg? Im Verkalkulieren zumindest hat man die Kanadier geschlagen: Da wurden aus 77 Mio. 789….. das sind 1024% (bis jetzt….)
Hochgerechnet auf die Olympischen Spiele wären das rund 110 Milliarden. Und nun sage niemand, das sei hier nicht möglich…

Ich – als S21 geschädigter Schwabe – ziehe meine Dienstmütze vor den Hamburgern, die sich klüger als meine Baden-Württembergischen Landsleute zeigten.
Respekt!

Vielleicht springt ja jetzt Berlin in die Bresche? Die haben zwar kein Geld aber – wenn’s ganz gut läuft! – bis 2024 einen richtigen Flughafen. 🙂

Olympia-Gegner gewinnen Referendum in Hamburg 

Wieder einmal wurde ich von meiner beKLOPPten Gattin gezwungen, ein Fußballspiel anzusehen. Sie ist Mainzerin und das sagt dem geneigten Fan ja wohl alles.
Ich bin Statistiker und von daher nur an den Tabellen interessiert, das Spiel per se finde ich eher langweilig. Und nervig, was etwas widersprüchlich ist, wie ich grad merke…auf jeden Fall: nicht meine Welt. Außerdem (und darüber habe ich mich anderenorts genügend ausgelassen) sind für mich die Summen, die da bezahlt werden, nicht mehr vermittelbar.
Egal, sei’s drum. Bei Klopp gilt: Nomen est Omen. Leicht bis mittel bekloppt, ein Typ von hohem Unterhaltungswert, der ältere Bruder von Joko Winterscheid. Guardiola wirkt eher arrogant, was aber vielleicht auch an seinem seltsamen Deutsch liegen könnte. Mit 35 Vokabeln im Sprachschatz muss man sich kurz fassen. Was wiederum arrogant wirken kann.
Zum Match: Die Ausgangslage war klar, Bayern top, Dortmund flop. Dazu noch „Halbfinale dahoam“. Klare Sache und damit hopp….dachte ich bis Mitte der 2.Hälfte. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei Dortmund scheppert“…so meine fachkundige Analyse nach ca.10min. Was Lewandowski auch bestätigte. Meine Gattin gab auch keinen Pfifferling mehr auf den tigerentenfarbigen Club und schlief erschöpft ein. 2.Hälfte: Klarer Handelfmeter, “ Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht„. Das wär’s wohl gewesen, aber der Herr in Schwarz sah das anders….oder garnicht…wie auch immer.
Dortmund für 10min. wie verwandelt, keine Ahnung, was die im Pausentee hatten. ( wir werden es nie erfahren, denn Fußballer dopen nicht und deshalb gibt’s auch keine Kontrollen)
Ausgleich für Schwarz-Gelb und sogar mehrere Großchancen zur Führung.
Dann Abpfiff: Da sich meine werte Gattin mittlerweile in der Tiefschlafphase befand, schaltete ich ins ZDF, zur „Anstalt“. Nach einiger Zeit trat Frau Kebekus ins Rampenlicht und da die mir Angst macht (ich schaue bei Vorträgen dieser Dame immer wieder besorgt auf mein Gemächt, ob es noch da ist) schaltete ich wieder um und zwar rechtzeitig zum Elfmeterschießen. Leider hatte ich die Vorgeschichte verpasst, sonst wäre mir vielleicht Jürgen Klopp aufgefallen, der sich mit Schmierseife am Elferpunkt zu schaffen machte und seine Spieler instruierte, das Standbein da nicht aufzusetzen. Lahm und Alonso wussten das natürlich nicht und der Rest ist Fußballgeschichte.
Meinem Freund Tobi möchte ich auf diesem Wege sagen: Das ist kein Grund zur Verzweiflung. (Eine seiner FB-Kommentatorinnen wollte sogar sterben gehen).
Mir ist’s ohnehin wurscht, nur meiner Gattin, die ich geweckt hatte um sie über den Ausgang des Pokalfights zu informieren, entfuhr ein:“ Geil….*schnorch*…“
Wir schalten zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

Diese Gutmenschen und Menschenrechtler haben keine Ahnung, wovon sie sprechen.
Nie in Katar gewesen, aber bei Plasberg über dortige Sklaven sprechen.
Da muss der Eff-Man mal Klarheit schaffen. Gut, dass es Menschen wie ihn gibt, schließlich hat er 7 Monate in Katar gekickt (sicher der sportlichen Herausforderung wegen..) und da hat er keine Sklaven gesehen, obwohl er ganz sicher in einfachen Verhältnissen in deren Umgebung lebte? Oder…nee?
Wolfgang Huber, evangelischer Theologe, hätte vorab auch Franz Beckenbauer fragen können, der hatte ja ebenfalls gesagt, er habe keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen…und Franz muss es wissen, denn er ist immerhin Gott, oder zumindest Messias, jedenfalls gottähnlich also gewissermaßen der Vorgesetzte Hubers.
In Katar sieht man als Fußballgott keine Sklaven, bestenfalls bekommen ehemalige Balltreter dort Rolex-Uhren geschenkt (die man beim Zoll anzumelden vergisst)
Effenberg hatte erst vor kurzem bei Lanz schlüssig erklärt, dass es vollkommen gerecht ist (er meinte nicht „legal“, sondern „gerecht„) dass ein  Fußballer 10 Millionen pro Jahr bekommt (verdient, habe ich extra nicht geschrieben) Weshalb das gerecht ist, hat er auch gleich erklärt:“Schließlich müssen die jeden Tag trainieren und ihre Jugend opfern sie der Fußballkarriere“
Auf die Einlassung, dass das Volleyballer und Badminton-Spieler das ja auch tun, sagte Effe: „Das ist nicht mein Sport“

Was ich über diesen Mann denke und als was ich ihn gern apostrophieren würde, lasse ich besser weg, da es möglicherweise den ein oder anderen Straftatbestand erfüllen könnte..
Und NEIN, ich bin nicht neidisch, ich habe genug, um mir meine bescheidenen Träume erfüllen zu können und Rolex finde ich sowieso prollig 🙂

http://www.focus.de/kultur/kino_tv/hart-aber-fair-danke-effenberg-dieser-arrogante-tv-auftritt-liefert-uns-eine-wichtige-erkenntnis_id_4532422.html

FIFA-WM im Dezember? Das wird cool….

Veröffentlicht: Februar 25, 2015 in Satire, Sport
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Nun hat der Blatter-Sepp wieder einen rausgehauen….Da hatten Meteorologen nach monatelanger, akribischer Auswertung von Klimadaten  festgestellt, dass es in der Wüste im Sommer heiß ist und nun war guter Rat teuer. Was tun?
Man konnte die finanziellen Entscheidungshilfen aus Qatar ja schlecht zurückgeben  (man hätte die stolzen Wüstensöhne sonst unnötig brüskiert), jetzt musste sich Sepp etwas einfallen lassen. Winter ist relativ…wenn es bei uns kalt ist, ist es woanders warm. Blatter:“ Wir müssen endlich auch einmal den Fußballfans in Patagonien, Feuerland und Süd-Neuseeland die Chance geben, eine WM mit Public-Viewing zu erleben.“
Was uns alles erspart bleibt:
Stundenlange Autocorsos mit offenen Cabriolets.
Grölende Horden bis in die frühen Morgenstunden.
Entblößte Oberkörper mit aufgemalten Nationalfarben.
Herzinfarkte wegen Torjubels bei 35ºC
Prügeleien mit englischen Hooligans, die sich zufälligerweise im selben All-inclusive-Urlaubsdomizil befinden.
Welche Vorteile uns das bringt:
Das Freistoß-Spray sieht ja aus wie Kunstschnee für den Plastikbaum, da könnte man Synergie-Effekte nutzen.
Man muss nur einmal im Jahr pyrotechnische Artikel kaufen. Sollte Deutschland zu wenig Tore schießen, kann man den Rest an Silvester verballern.
Man kann das Weihnachtsmarkt-Besäufnis mit dem Fußballrausch kombinieren.
Und last not least:
Qatar wird Unmengen von Petrodollars investieren, um sich – wie bei der Handball-WM – weltweit ein Nationalteam zusammenzukaufen.
Schließlich will man auch da ins Finale kommen und nicht – wie der Fußballzwerg Brasilien – kläglich im Halbfinale scheitern.
Eine Sorge bleibt: Deutschland darf Qatar nicht mit 7:1 demütigen, denn dann marschiert hier der IS ein und Rummenigge muss seine Rolex zurückgeben.
Aber das wird nicht geschehen, denn bis dahin werden die besten europäischen und südamerikanischen Kicker längst qatarische Nationalspieler sein.

Und zwar öffentlich. Wenn Sie englischsprachige Freunde haben, dann erschrecken die erstmal, wenn sie dazu eingeladen werden. „public viewing“ bedeutet im amerikanischen Englisch nicht etwa Fußball kucken, sondern das öffentliche Betrachten einer aufgebahrten Leiche.
Am besten mit einem umgehängten „body-bag“, was nichts anders als Leichensack bedeutet.
Anglizismen sind ja schon per se eine Plage, aber Pseudoanglizismen sind obendrein noch dazu geeignet,  heillose Verwirrung oder gar Entsetzen hervorzurufen.
Woher die Sucht der Deutschen kommt, nicht nur immer mehr englische Wörter zu verwenden,  sonder sogar noch selbst welche zu erfinden, erklärt am besten Walter Krämer, der Vorsitzende des Vereins deutsche Sprache.

Viele Deutsche haben das Bedürfnis, zur Benennung der Welt nicht ihre eigene Sprache, sondern die ihrer Kolonialherren zu verwenden. Für viele ist ihr Denglisch eine Art selbstgemachter Kosmopolitenausweis nach dem Motto „Lieber ein halber Ami als ein ganzer Nazi“.

Na dann, good luck Germany beim Match vs. France 🙂

Womit ich um Himmels Willen nicht sagen will, alle Fußballfans seien haltlose Trinker!! Grundgütiger, nein, aber bei mir war’s halt so.
Ich dachte als junger Mensch immer, auch dazugehören zu müssen. Eine Flasche Bier auf ex bei deutschen Toren war Pflicht. (Natürlich nur bei Weltmeisterschaften)
Ich kann mich noch gut an die „Schicksalsspiele“ gegen England und Italien in Mexico erinnern (obwohl mein Blick damals etwas getrübt war), aber ich erinnere mich auch an die Schandspiele von 82 gegen Österreich und Frankreich. Damals habe ich mich zum ersten Mal klammheimlich gefreut, als Deutschland das Endspiel gegen Italien verloren hatte. Aber 82 trank ich schon nicht mehr, vielleicht deshalb.
Gestern habe ich mich wieder einmal dazu hinreißen lassen, ein Spiel anzuschauen. Gegen Algerien. Klare Sache und damit hopp! So dachten nicht Wenige.
Von wegen….dass Algerien Deutschland eine Halbzeit lang vorführte, hatte kaum jemand erwartet. Ohne den Libero und Kopfballspezialisten Neuer hätte ein Debakel gedroht. Dass hinterher Mertesacker einem Journalisten fast ins Gesicht sprang, war bezeichnend. Sachliche Fragen sollte man in so einer Situation nicht stellen. Getroffene Hunde bellen nun mal. 🙂
Und gleich danach hörte ich den Satz der mir klar machte weshalb ich Sportarten vorziehe, bei denen der gewinnt, der schneller läuft oder weiter wirft.
„Hauptsache weiter, egal wie“, sagte Andre Schürrle und damit steht er gewiss nicht alleine da.
Ich sehe das ganz und garnicht so, ….aber vielleicht liegt das daran, dass ich eine relativ neutrale Brille auf der Nase habe. „Möge der Bessere gewinnen“…dieses Motto gilt für die meisten Fußballfans nicht.
Nebenbei bemerkt:  Nationalstolz ist mir fremd…. aber darüber hatte ich ja schon ausführlicher geschrieben.
Hier der Link, falls es jemand noch nicht gelesen hat.