Archiv für die Kategorie ‘Rente’

1967, London. Swinging London um genau zu sein. Die Pille war bereits da, Aids hingegen noch nicht. Ich war 17 und schüchtern und habe das nicht ausgenutzt….naja…anderes Thema.
Unsere Alten waren stramm rechts :“Beim Hitler war nicht alles schlecht“ und wir waren selbstverständlich stramm links. Links von uns kam nur noch die Wand.

Im Hyde-Park verteilte irgendjemand Mao-Bibeln und mit diesem Glaubensbekenntnis wedelnd latschten wir fortan durch die Gegend. Was drin stand verstanden wir zwar nicht (selbst wenn wir mehr als die ersten Seiten gelesen hätten), aber das war uns egal.
Grund, gegen die Zustände in Deutschland zu sein, waren zweifellos vorhanden. Ehemalige Nazi-Parteigenossen saßen nicht nur im Lehrkörper, sondern bis ganz oben hin. Filbinger, Kiesinger, um nur 2 von Vielen zu nennen.

Es war Zeit, dass sich etwas änderte. Was wir jedoch nicht wussten war, dass wir einem Massenmörder hinterher rannten. Beim „Großen Sprung nach vorn“ kamen mehr 20Millionen Chinesen um, bei der anschließenden „Kulturrevolution“ sind die Opferzahlen derart umstritten, dass ich keine Zahl nennen will. Insgesamt muss sich Mao aber nicht hinter Hitler und Stalin verstecken, soviel ist klar.
Er selbst lebte als Feudalherr der nichts ausließ, was damals von uns als dekadent bezeichnet wurde.

Wie wir wissen hat sich weltweit seither nicht viel zum Besseren verändert. Im Gegenteil. Die Armen sind noch ärmer und die Reichen noch reicher.
Daran haben weder Grüne noch Sozialdemokraten etwas geändert. Im Gegenteil, wenn man sich die Agenda zwanzigzehn mit all ihren Folgen anschaut. Für die Konzerne ein Segen, für lohnabhängig Beschäftigte ein Fluch. Wir sind ein Billiglohnland geworden…jaja, die „Sachzwänge“.
Ich hatte noch das Glück, zu einer Zeit in Lohn und Brot zu stehen, nach der man von seiner Rente noch so einigermaßen leben kann. Die Nachkommenden werden’s schwerer haben.
Und nun rumpelt’s wieder in der Republik.
Die schlichten Geister haben natürlich längst den Sündenbock dafür gefunden, weshalb es ihnen schlecht geht. Früher waren es die Juden, heute sind es die Flüchtlinge. Ach, was sag‘ ich: Alle Moslems. Deutschland in Not. Ach ja: Und die GEZ. Die Zwangsabgabe für das Systemfersehen. Das hätte ich beinahe vergessen. Wenn ich die Kommentare der „Besorgten“ anschaue, keimt in mir ohnehin der Verdacht, dass die nur RTL2&Co. sehen.
Irgendwie sind die neuen Rechten noch blöder, als wir es früher waren. Sie rennen einer Partei hinterher, die weder sozial, noch gerecht und schon gar nicht der Anwalt des kleinen Mannes ist. Es ist eine Mischung zwischen neoliberal und reaktionär.
Das Parteiprogramm könnte von denen geschrieben sein, die wir in den 60ern (zu Recht) bekämpft hatten. Ein Konglomerat zwischen FDP4.0, Islamophoben und Rassisten.

Was auffällt ist, dass diese Revolution von rechts nicht (nur) von jungen Leuten kommt, wie die von links in den 60ern.
Was auch auffällt: Man sucht den Schulterschluss mit Putins Russland.
Das gab’s schonmal. Damals hieß Putin Stalin und die AfD hieß NSDAP. Es ist nicht gut ausgegangen, damals.
Und noch einen Unterschied gibt es: Wir waren als junge Menschen (und sind es zum Teil noch heute) ganz selbstverständlich links. Die heutige Jugend scheint gottseidank klüger zu sein als wir und driftet nicht aus lauter Opposition gegen uns linksgrünversiffte alte Säcke geschlossen nach rechts, denn……“es war nicht alles schlecht bei der APO“….

Die Stimmung ist vergiftet und zum wiederholten Male muss ich auf einen (der vielen) Fachleute hinweisen, der schon 1997 davor gewarnt hatte, dass der Euro ein unkalkulierbares Risiko ist.

Allerdings ist in dem Aufsatz ein Passus, der mir Stirnrunzeln verursacht. Gerhard Schröder warnte vor den Risiken als er in der Opposition war. Ein paar Jahre später wurde – mit Unterstützung von Schröder und Eichel – Griechenland in den Euro gehievt.

„…….ich lese gerade ein paar Aufsätze und Briefe von Julius Lehlbach, (1922-2001) ehem. DGB-Vorsitzender des Bezirks Rheinland-Pfalz.
Lehlbach war ein Patient meiner Frau und  hat ihr ein Exemplar seiner Schriften geschenkt. Was dieser Mann schon 1997 bzgl. des Euro und dessen Scheitern geschrieben hat, ist erschütternd. Keine Sau hat ihm geglaubt, bzw. glauben wollen. Alles trifft jetzt ganz genau so ein, wie er es vorhergesagt hat. Die Originale der Vorabdrucke liegen mir vor.So schrieb er in seinem Aufsatz “Maastricht, die Falle in der Falle!“:
”….allerdings könnte das Bundesverfassungsgericht im Herbst 1998…die deutsche Eurolokomotive stoppen, wenn es feststellt, dass unser Grundgesetz verletzt ist….Die Akzeptanz des Euro im deutschen  Volk ist ausserordentlich gering. Viele Menschen fürchten, ihre solide D-Mark gegen einen unsoliden Euro einzutauschen…..An  anderer Stelle heisst es: ” Gerhard Schröders Mahnung, das Haus Europa nicht vom Dach her zu bauen, …kommt zu spät…Die Maastrichtfalle ist  geschlossen und fest in der Globalisierungsfalle verankert” Zu den moralischen Werten der Globalisierungsfetischisten schreibt Lehlbach: ” Die Börse reagiert positiv auf ein Anwachsen der Massenarbeitslosigkeit, ….weil Arbeitslosigkeit die Handlungsmöglichkeiten der Gewerkschaften beschränkt. Demokratie und Menschenrechte  sind nur noch Hindernisse für die Weltwirtschaft. Die Welthandelsorganistation unter Wortführung von Bundeswirtschaftsminister Rexrodt hat 1997 festgestellt, dass Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung von Frauen und Unterdrückung von Gewerkschaften KEINE Handelshemmnisse sind..Lehlbach beschreibt in diesem Aufsatz auch sehr ausführlich, auf welch abenteuerliche Weise die Haushalte zurechtgestrickt wurden, um die Maastricht-Kriterien überhaupt erfüllen zu können. Auch und gerade von Deutschland.  So wurden Haushaltslöcher durch den Verkauf von Staatseigentum gestopft. Der Erlös der Telekom-Aktien sollte ursprünglich zur Abdeckung der Renten der Postbediensteten dienen….Das muss nun der Steuerzahler machen…
Wie erst müssen Länder wie Griechenland oder die anderen Sorgenkinder der Euro-Zone getrickst haben? Und das hat niemand bemerkt?

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Das leidige Thema diesmal: Der Mindestlohn. Ich hoffte, eine Erklärung dafür zu bekommen, wie man mit ca.1400€ brutto!! anständig leben kann. Das wurde mir nicht erklärt, denn keiner der Diskutant/innen kann sich ein Solches wohl vorstellen. Eines wurde klar (das wusste ich allerdings schon): Selbst, wenn der Mindestlohn bezahlt würde, wir blieben dennoch ein Billiglohnland.

Fakt ist: Wer nicht bereit ist, seinen Friseur, Taxifahrer etc.pp anständig bezahlen zu wollen, wer glaubt, Discounterpreise generierten anständige Löhne, der ist mitverantwortlich für diese Misere. Wer für 250€ 1 Woche all-incl. an der türkischen Riviera bezahlt, wer bei Kik&Co. kauft, der darf sich nicht wundern, wenn Menschen dafür ausgebeutet werden. Musiker, die für 80€ p.P. in gutgehenden Clubs spielen müssen, KÖNNEN nicht anständig leben.

Dass Arme bei Armen kaufen kann man nicht verurteilen. Jedoch stehen bei Lidl, Aldi, Netto, Penny, Kik (um nur ein paar zu nennen) mehr obere Mittelklassewagen als rostige Fahrräder auf den Parkplätzen. Wer Geiz für geil hält, wer an Lidls Fleischtruhen und Brotautomaten kauft, statt beim Metzger oder Bäcker (obwohl er sich das leisten könnte) der macht sich mitschuldig an diesen Zuständen.

Solange multinationale Konzerne (s. z.B.Amazon) geringer besteuert werden als Einzelhändler, solange bleibt diese Politik unglaubwürdig.

Im Übrigen schließe ich mich dem Argument Tychis an: Wer niemals im Leben einen Arbeitsplatz aus Arbeitnehmersicht erlebt hat, ist eine äußerst unglaubwürdige Arbeitsministerin. Das ist, als ob Blinde Farben erklären. (Das gilt nebenbei bemerkt für alle Ministerien, bei denen Laien Fachleuten sagen, wie sie was zu tun haben)
22 Semester sind keine gute Referenz und Politik ist keine Arbeit, sondern das Ausleben einer prächtig bezahlten Leidenschaft.
Weshalb Ilse Aigner zu dieser Runde gehörte, bleibt ein Rätsel……

Weshalb? Wenn man einmal über die 60 ist, neigt ein großer Teil von uns Alten (der Verfasser ist 65) zu gefährlichen Gedanken. Das letzte Viertel ist erreicht, das Ende absehbar, da wird man gern mal gleichgültig, zynisch, starrsinnig oder depressiv. Man klebt an der Macht wie eine Fliege an der Leimrolle. Die ältesten Despoten auf dem Planeten sind gleichzeitig die Rücksichtslosesten, man denke an nur an Mugabe, der um’s Verrecken weder Löffel noch Macht im bitterarmen Zimbabwe abgeben will.

Golda Meir, die ehemalige Ministerpräsidentin Israels (das Amt hatte sie bis zu ihrem 76. Lebensjahr inne) sagte einmal:“Die Lust an der Macht hält länger als die Lust am Sex“.
Konrad Adenauer, damals über 80, auf den Einwand seines Fachministers, die Rentenformel würde nicht ewig halten (q.e.d.):“ Wie lange?“ „Bestenfalls 40Jahre“ Adenauer:“Dann ist es mir völlig egal“ Er wollte wiedergewählt werden, die heutige Altersarmut ging ihm am faltigen Hintern vorbei.
Wenn es um existentielle Fragen geht, bekomme ich von vielen Altersgenossen zu hören:“ Solange wir noch leben, wird’s noch halten“. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Politiker grundsätzlich anders denken.
Das Geschick (oder Ungeschick) dieser Welt wird mehrheitlich von Menschen gelenkt, die das Meiste hinter sich haben….(obwohl die meisten Politiker aus unerfindlichen Gründen steinalt werden)…so dachte ich bisher.
Eine Freundin spricht immer von den Zombies, die nicht abtreten wollen……Da kam mir die Idee, dass es doch besser wäre, wenn Menschen, die den Großteil ihres Lebens noch vor sich haben, an die Schalthebel der Macht kämen. Die müssten doch eigentlich verantwortungsvoller agieren?
Das wollte ich mit Fakten untermauern und habe mir zunächst die zeitgenössischen Diktaturen näher angeschaut:
Die Nr.1 ist Robert Mugabe, Jahrgang 24…..aber die Nr.2 ist Kim Jong Un…Jahrgang 83. Die restlichen 8 sind bunt gemischt von Jahrgang 38 – 68.
Wie gesagt: Das sind 10 Diktatoren, die zwar eine Pest für ihr eigenes Volk – global jedoch eher unbedeutend – sind.
In den sog. Demokratien (was immer man darunter versteht) sieht und sah es nicht anders aus. Kennedy war 43, als er ins Amt gewählt wurde, Reagan war 78, als er abtrat. Reagan führte die USA fast in den Staatsbankrott, unter Kennedy wurden die USA in den Vietnamkrieg involviert.
Vermutlich sind Politiker eine eher rücksichtslose Spezies (mit Ausnahmen, die aber zahlen- und einflussmäßig ziemlich unbedeutend sind) und dass sie mehrheitlich betagt sind wenn sie den Gipfel ihrer Macht erreichen liegt wohl daran, dass es Jahre und Jahrzehnte dauert, bis man all die anderen Alphamännchen-und Weibchen weggebissen hat. (Von Erbdiktaturen wie z.B. Nord-Korea einmal abgesehen)
Ich finde keine Belege, dass jüngere Politiker nachhaltiger denken und, dass ihre älteren Kollegen grundsätzlich nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ agieren. Es ist wohl eher eine Charakter-als eine Altersfrage.
Momentan laufen wir Gefahr, dass sich anscheinend einige Machthaber einen Platz in den Geschichtsbüchern sichern wollen, indem sie einen 3.Weltkrieg provozieren…diesen sei gesagt, dass es danach keine Geschichtsbücher mehr geben wird.

Die Alten trifft’s am härtesten. Die Studie spricht von einem „Erdrutsch in die Armut“. Wen wunderts? Unsere Rentenversicherung ist alles andere als sozial, da weder Beamte noch Selbstständige einzahlen. Es geht auch anders.
Anders ist das z.B. im Musterland des Kapitalismus, der Schweiz. Dort zahlt JEDER ein und nicht gedeckelt wie bei uns, sondern prozentual zum Einkommen. Gedeckelt ist nur die spätere Rente. Die Reichen und Superreichen finanzieren die Schwächeren mit.
Hier nachzulesen:
Rente Schweiz
Weshalb unsere Politpfeifen nicht in der Lage sind das zu ändern, wird mir auf ewig unverständlich bleiben. Oder will man garnicht? Will die Berufspolitikerklasse mitsamt ihrer ganzen Entourage nicht einzahlen? Will man seine Klientel schonen? Hat man Angst, nicht wiedergewählt zu werden? Das kann ich mir kaum vorstellen, denn wenn die Verelendung weiter in diesem Tempo ansteigt, werden Politiker, die den Mut haben,  endlich unser Rentensystem sozial zu gestalten, auch wiedergewählt werden. Wenn ich mir meine Rente anschaue, dann gehöre ich eigentlich auch zum Präkariat…..wenn sich die Nettorente im Verhältnis zum letzten Nettogehalt nahezu halbiert, (nach 48 Beitragsjahren!!), dann gerät man schon ins Grübeln. Nicht jeder bekommt – wie ich – eine satte Zusatzrente vom Betrieb und nicht jeder konnte sich im Lauf der Zeit eine schöne Summe zur Seite legen. Von 1350€ staatlicher Rente (netto) könnte ich ansonsten nur zu Hause sitzen und altern.
Alleinerziehende, Geringverdienende, Geschiedene und Kinderreiche sind die Gekniffenen. Da war nichts übrig, das man  zur Seite hätte legen konnte.
Immer mehr Alte wühlen im Abfall nach Pfandflaschen, immer mehr müssen sich an der Tafel verköstigen. Und das in einem der reichsten Länder der Erde. Pfui Teufel! Wenn sich diese schiefe Ebene in der Vermögensverteilung noch weiter neigt, wird Deutschland zum Armenhaus.

Studie warnt vor „armutspolitischem Erdrutsch“: So viel Deutsche arm wie noch nie

Manchmal sollte man in den Spiegel – oder besser noch in den Personalausweis- schauen, ehe man sich törichten Illusionen hingibt. Nein, ich rede nicht von einer amourösen Blamage (ich bin sehr glücklich verheiratet)….es ist viel schlimmer.

Ich kannte die Combo schon länger…gute Musik,  Satzgesang, künstlerisches Prädikat: wertvoll.
Genau meins. Die vier Burschen wussten auch um meine musikalischen Fähigkeiten und Vorlieben und so errötete ich zart bis in den schütteren Haaransatz, als man mit folgenden Worten an mich herantrat:
“ Hi Bernd, wir hätten mal eine Frage“
„Ja?“
„Also, unser Gitarrist geht beruflich ins Ausland und da wollten wir Dich mal fragen…..“
„Ja, hey, klar, geil!!!! Ich hab‘ Zeit und eure Musik ist genau mein Ding!!!!“ 🙂
„Ähhhh, das ist mir jetzt total peinlich, aber eigentlich wollten wir nur fragen, ob Du jemanden in unserem Alter kennst, der einspringen könnte“

Ich hatte in meiner Begeisterung völlig übersehen, dass die Jungs locker meine Söhne sein könnten und so verließ ich gesenkten Hauptes den Ort dieses peinlichen Missverständnisses. (nicht, ohne vorher versprochen zu haben, mich nach jemandem umzuhören.)

Auf dem Heimweg fiel mir ein Zitat eines unbekannten Autoren ein: „Der größte Narr ist der alte Narr.“
Kann ich so bestätigen…….

Passend zum letzten Beitrag……gerade aus Portugal zurück,  begibt man sich in die Kampfzone Autobahn. Darüber hatte ich bereits geschrieben, deshalb will ich das Thema „Fuck you, Autobahn“ nicht weiter vertiefen.
Nein, es war auch nix mehr  im Kühlschrank und so musste eingekauft werden. Bei LIDL. Könnte wahlweise auch jeder andere Vollsortimenter sein, aber da wir in Portugal und auf Teneriffa auch meist bei LIDL eingekauft hatten, bietet sich ein Vergleich an.
Also, jetzt nicht vom Sortiment, sondern vom Personal und Publikum. …..düstere Gestalten, sowohl an den Kassen, als auch in den Schlangen davor.
Beim Personal könnte man das ja auf die miese Bezahlung schieben, aber ich weiß,  dass die südländischen Kollegen noch mieser bezahlt werden.
Und dennoch schauen die freundlich und ab und zu wird auch gelacht. Einfach so….unvorstellbar in Deutschland, es sei denn, eine Bekannte der Kassiererin (meist sind das nunmal Frauen) steht gerade zum bezahlen an.
Allerdings schaut das Publikum ebenso mürrisch drein und da sind bestimmt auch Besserverdienende drunter. Liegt’s am Wetter? Könnte sein, isses aber nicht.  In Irland, wo wir öfters sind, ist das Wetter noch mieser, aber das Personal ist um Längen freundlicher. (Vielleicht widerspricht unsere Freundin Conny aus Ougtherard, aber wir haben’s so empfunden)
Bei uns ist das vermutlich genetisch bedingt…
Zudem habe ich einen Beleg dafür,  dass es am Wetter nicht liegen kann….
Wenn Sie im südlichen Ausland in einem Supermarkt ältere Herrschaften in Trevira 2000 knitterfrei sehen (gern im Partnerlook, das gilt auch für das Haupthaar, grauer Herrenhaarschnitt bei Ihm und Ihr) dann halten Sie Abstand. Auch Unfröhlichkeit ist ansteckend…

Achtung: All dies gilt selbstredend nicht für die Leser dieses Beitrags 🙂

……um den ersten Preis in der Königsklasse der Baukostenexplosionen?
Schaun‘ mer mal. Also, die Elbphilharmonie war mit 77Mio veranschlagt, mittlerweile sind die Kosten lt. 1.Bürgemeister Scholz auf 789Mio. angewachsen. Das ist ziemlich exakt das 10-fache, oder 1024% Nicht schlecht für den Anfang, die Zahl merken wir uns, ehe wir zu S21 kommen:

Der Größenwahnhof im Ländle:
Ausgangszahl waren  2,46 Mia Oironen. Mittlerweile hat der Aufsichtsrat einen Kostenrahmen (04/13) von rd. 6,52 Mia genehmigt. Das wären zwar „nur“ 225% aber immerhin handelt es sich hier um 3600 Millionen, bei der Hamburger Baukatastrophe sind es „nur“ 712 Millionen.

Und nun der Willy-Brandschutzflughafen:
Ursprünglich war von 1, 7 Mia ausgegangen. Später wurden 4, 3 Mia genannt, aber da war Mehdorn noch nicht im Boot. Heute kam die Nachricht, dass man nochmal 1 Milliarde draufpacken müsse. Für Lärmschutz und anderen Kleinkram. 5,3 -1,7 = Ebenfalls 3600 Millionen,  wie in Stuttgart! Wie abgesprochen!
Aber 311% Steigerung, da hat Berlin die Nase vor den Schwaben.
Wir fassen zusammen: Der erste Preis in der Prozentklasse geht an Hamburg, in der Summenklasse haben wir ein Kopf an Kopfrennen zwischen Berlin und Stuttgart, wobei der höhere %-Index den Ausschlag für Berlin gibt.
Und nun dürfen Wetten abgegeben werden, wo zuletzt gesungen, geflogen oder Züge sich verspäten werden.
Mein Favorit ist Stuttgart, denn in einem Albtraum sah ich Bundeskanzlerin Merkel im Jahr 2030. Vor den Einweihungsfeierlichkeiten wurden bettelnden Rentnern noch rasch ein paar Münzen hingeworfen, ehe sie mit einer goldenen Schaffnerkelle den ersten Zug abwinkte.
Berlin war inzwischen aus der Konkurrenz genommen worden, nachdem der Großteil der Baustelle im weichen märkischen Sandboden versunken war.
Die Feierlichkeiten wurden vom Chor der Hamburger Elbdisharmonie umrahmt, der ein Potpourri aus „Wer soll das bezahlen?“ und Liedern aus der „Bettleroper“ von John Gay zum Besten gab.

….las ich eben in einem Kommentar zu einem Bild, auf dem die soziale Schieflage (zurecht) einmal mehr angeprangert wird. Rentner hielten Tafeln in den Händen, auf denen der Betrag ihrer Rente stand und darunter hatte man Christian Wulff eine Tafel in die Hand fotomontiert, auf der seine Bezüge von 19.800 € für 19 Monate Arbeit stand. Wulff? Das sind vergleichsweise Peanuts, da gibt’s wesentlich bessere Beispiele für money for nothing. Aber Aufstand? In Deutschland?  Das geht schon deshalb nicht, „weil man den Rasen nicht betreten darf“, wie W. I. Lenin einmal spottete.
Man könnte jetzt sagen, dass das in der DDR doch auch klappte, aber dieser Staat hätte auch ohne Freitagsdemos bankrott anmelden müssen. Vielleicht ein paar Jahre später,  aber dieses Land war so marode wie seine Straßen . Über die Gründe,  weshalb das so war, ließe sich streiten. Zudem ging es in der DDR fast Allen schlecht,  in der BRD jedoch geht es den Meisten solala, bis sehr gut. (Tendenz allerdings fallend)
Wir sind keine Franzosen,  die sofort auf die Barrikaden gehen und die Autobahnen mit brennenden Reifen blockieren, wenn ihnen was nicht passt, wir sind Deutsche. Und das heißt,  wir sind Untertanen. Und Untertanen mucken nicht auf, nein, sie wählen alle 4 Jahre diejenigen wieder, die für diese Schieflage verantwortlich sind. WENN man überhaupt wählen geht. Der einzige Sturm auf die Paläste findet in Facebook statt, auf die Straße kriegt man niemanden. Wie auch? Den Gewerkschaften laufen die Leute davon, linke Gruppierungen glänzen durch Abwesenheit.
Der einzige Anlass, Deutsche auf die Barrikaden zu treiben, wäre vielleicht ein allgemeines Tempolimit auf den Autobahnen.
Aber da würde dann ich wiederum nicht mitmachen.:)

Am besten gleich nach den Wahlen, dann hat’s das Stimmvieh in 4 Jahren wieder vergessen. Noch nie hat sich ein Parlament VOR den Wahlen die Taschen gefüllt. Unverschämt genug wären sie sicher, aber so dumm sind sie nun auch wieder nicht.
Von 8252€ auf 9082€…plus 4202€ steuerfreie Kostenpauschale (das sind die einzigen Diäten, bei denen es mehr statt weniger wird)
Auch bei den Pensionen hat man, trotz gegenteiliger Versprechen, nochmal tüchtig zugelangt, denn durch die satte Gehaltserhöhung steigt der Pensionsanspruch von 1650 auf 1816€/Monat. Soviel wie bei mir, denk ich noch…? Neee, ich hab‘ dafür 48 Jahre geschuftet, die Volksvertreter haben bereits nach 4 Jahren diesen Anspruch.
Klar, die sollen schon gut versorgt sein, aber weshalb ich dafür 12x länger arbeiten muss, soll mir mal jemand erklären. (Und ich habe ganz gut verdient!)
Sollte einer 20Jahre im Parlament sitzen, darf er jeden Monat 4500€ Euro „Ruhegeld“ einstreichen. (Bei einigen dieser Leute müsste das vorher schon so heißen)
Achja, ehe ich’s vergesse: Natürlich dürfen sich unsere Parlamentarier bereits mit 57zur Ruhe setzen. Ohne Abzüge.
Nein, ich habe mich nicht verschrieben, 67 gilt nur für die,  die diesen Selbstbedienungsverein gewählt haben.
Ich will keine unterbezahlten Abgeordneten, aber ich will auch keine Lügner, die sagen, sie wollten im Gegenzug für die Erhöhung ihrer Bezüge auf Teile ihrer Pensionsansprüche verzichten…..Politiker,  die nicht lügen? Ist das nicht ein bisschen viel verlangt?