Archiv für die Kategorie ‘Die Reisen des B.K. von A-Z’

Ich weiß nicht, wer der Schöpfer dieses geflügelten Wortes ist, aber eines weiß ich: „Geflogen ist der noch nie“, zumindest nicht auf einem Langstreckenflug in der Holzklasse.
Man sitzt in Frankfurt und harrt dem Unvermeidlichen entgegen. „Planmäßiger Abflug, 12.35h“…so steht’s auf dem Ticket und auf der großen Tafel im Fraport. Wer kennt sie nicht, die großen schwarzen Tafeln mit Zahlen und Buchstaben die sich von Zeit zu Zeit rasend schnell drehen und alle Flüge um einen Platz nach vorne rücken? Im Zeitalter von LED-Bildschirmen ein Anachronismus, aber es tut….wenigstens manchmal.

Und IMMER steht bei unseren Flügen rot daneben „Delayed“. So geht’s schon mal los. Steht dann endlich ein Gate an der Tafel fängt die Suche an….wo ist B61? Im Keller, wie sich herausstellen sollte. Condor fliegt zwar global, hat aber den Charme und die Organisation einer Provinzklitsche. Ein wüstes Durcheinander, ehe man ins Gate gelangt, zum gefühlten 10x zeigt man Bordpass nebst Reisepass vor und es gelang uns sogar, nach dem Ausreisen aus Versehen wieder einzureisen….

Egal, es war billiger als bei den Anderen. Und das merkt man. Dass man bei einem Transatlantikflug Getränke und Entertainment selbst bezahlen muss, war mir neu. Kopfhörer 8 Euro? Arsch lecken…da schlaf‘ ich lieber. Mit 1,90 in der Holzklasse….Geschätzte Flugzeit, stand da: 10:30h. Nach gefühlten 6h Schlaf wache ich auf und schaue auf den kleinen Bildschirm im Vordersitz (die Flugdaten sind kostenfrei) Verbleibende Flugzeit bis zum Ziel: 9:55h!!!.

Ich sag’s mal deutlich: Fliegen ist Scheisse! (solange man nicht die Mittel für First-oder wenigstens Business-Class hat), aber es ist der einzige – zeitlich und pekuniär – erschwingliche Weg, von A nach B bzw. Z zu kommen. Im vorliegenden Fall nach Vancouver, wo wir Freunde in Sooke, Vancouver-Island, besuchen wollen.
Ich habe das jetzt schon fast 200x hinter mir und bei jedem Flug schwöre ich: „Nie wieder“
Genau so oft breche ich den Schwur wieder, weil Fernweh unheibar ist.

Zum Glück habe ich mein Tablet dabei, denn:

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…fast! 2Tage haben wir noch, aber da wird gefaulenzt…naja, heute nicht..das Wetter. Vermelde: 19ºC bei strahlendem Sonnenschein und gänzlich eingeschlafenem Wind. Das ist Rekord in den letzten 3 Wochen.
Da ging’s nochmal zum Avondale-house-forest-park, Geburtsort von Charles Stewart Parnell (1846-1891), dem ungekrönten König Irlands.
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Toll, Bäume aus allen Herren Ländern, alles sehr weitläufig angelegt. Der kurze Spaziergang dauerte dann auch 2 Stunden, wobei wir als einziges jagdbares Wild zwei Eichhörnchen aufschreckten.
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Danach sind wir nochmal ans Meer gefahren, Arklow und Courtown, vorbei an x-Lidl und Aldi-Filialen. Überhaupt, deutsche Discounter….was den Amis ihr McDoof, ist den Deutschen Aldi&Lidl. Es gibt fast kein Land, in dem mir die Beiden nicht begegnet sind und das ist auch kein Wunder: Aldi ist weltweit der größte Discounter, dicht gefolgt von Lidl, oder Liddl, wie man hier sagt…und Oldi. 🙂 Einheimische Anbieter wie Super Valu machen reihenweise dicht.

Achso, die Gitarre! In jedem Land, in dem ich gitarrenlos bin, kaufe ich mir Eine. Meist was Billiges, das ich am letzten Tag einem Obdachlosen schenke (geschehen in den USA) oder was Besseres, das ich entweder mit nach Hause nehme, vorbei am Zoll (wie letzten Nov. aus Australien) oder aber im Land für den nächsten Besuch deponiere.
Man könnte ja eine mitnehmen? Im Flieger, bei Airlines, wie Aer Lingus, bei denen das Gepäck fast teurer ist, als der Passagier? Da ist kaufen günstiger.
Ich brauche eine Gitarre, wenn ich länger als 1Woche weg bin, da ich sonst meiner Hornhaut an den Fingerkuppen und nicht zuletzt meiner Fingerfertigkeit verlustig gehe.
In Letterkenny hatte ich ein mittelprächtiges Stück erstanden, nachdem ich den Preis von 140 auf 90€ runtergeschraubt hatte. Der Händler schenkte mir sogar noch einen Satz Saiten….vermutlich wollte er mich loswerden, ehe ich ihn an den Rand des Ruins treibe.

Diese Gitarre also haben wir gestern nach Howth gebracht, da wir dort ohnehin jedesmal die erste Nacht verbringen, wenn wir in Irland einfallen. Der Flieger aus Stuttgart landet um 18h und unsere Ziele liegen meist mehrere Stunden Autofahrt entfernt. Tom verstaut sie auf dem Dachboden, bis wir wiederkommen.
Zudem konnten wir bei der Gelegenheit gleich unsere sündteure Elektro-Zahnbürste abholen, die wir am ersten Tag dort vergessen hatten. Endlich wieder digital, statt analog Zähne putzen.
Samstag 13h geht der Flug mit Aer-Lingus. Wenn er pünktlich ist, können wir abends beim Klopfer in Gundelsbach noch Maultaschen mit Rock’n Roll genießen. Wenn das Wetter mitspielt! Ist ja nicht überall so warm wie hier. 🙂

Mein australisches Tagebuch…1.Kapitel

Veröffentlicht: November 2, 2014 in Die Reisen des B.K. von A-Z, Reisen
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Der gefährlichste Teil einer Reise ist die Fahrt zum Flughafen…..man fliegt auch nicht Freitag abends und fährt mit dem Auto nach Frankfurt. Aber der Freitag hatte seine Gründe (der Flug war günstiger) und der Bahn trauen wir momentan nicht so recht. Frankfurt-Dubai-Brisbane-Cairns, so war die Route. Man kann Emirates zwar wärmstens empfehlen, aber trotzdem sind wir am Ende in Cairns total platt angekommen. Essen war gut, auch die bestellten laktosefreien Sachen waren da. Trotzdem trauere ich noch dem letzten Leberkäswecken nach, den ich vor dem Einchecken verschlungen habe.
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Jetzt sind wir für 3 Nächte hier bei Julie in Cairns
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Sobald wir das Bewusstsein wiedererlangt haben, werden wir die Umgebung erkunden. Gestern abend hatten wir bis 21h durchgehalten und gegen 6h sind wir aufgewacht. Ein Wadenkrampf (hab‘ ich sonst fast nie) hat mich aufgeweckt….das lange Sitzen im Flieger…Jetzt erstmal Frühstück und dann schaun‘ wir mal….übrigens…es ist ordentlich tropisch hier. 31° und leicht klebrig. Eins kann ich schon mal vorab konstatieren: Vor 20 Jahren, als ich das erste Mal hier war, konnte man die Reisestrapazen leichter wegstecken….aber da war ich auch erst 44…*seufz*
Jetzt mal los, Richtung Port Douglas. Ich hatte Australien flacher in Erinnerung. Und nicht ganz so heiß. Aber bei den anderen Besuchen hier, begann die Reise wesentlich südlicher und da ist es eher mitteleuropäisch. Kein Zweifel, wir sind in den Tropen. Erstmal Mückenspray holen,hier schwirrt’s abends nur so. Nach Port Douglas Richtung Mossman und dann in die Berge, über Kuranda nach Cairns. Die Barron-Falls waren leider eher ein Rinnsal, es hat seit Wochen nicht geregnet. Dort haben wir 4Jungs getroffen, die 4 Monate Tracel&Work machen und in einem „Fried-out-Combi“ reisen und schlafen. Ganz wie in „Down-under“von „men at work“.
Heut gehen wir in den Tropical-Zoo hier in der Nähe, damit wir auch mal ein Känguru sehen. Mit denen verhält es sich, wie mit den Elchen in Norwegen. Sie sind da, aber man sieht sie nicht…..lichtscheues Gesindel…..

Manche unserer Bekannten halten uns für bekloppt. Im Winter auf Teneriffa, im April/Mai in Portugal, August/September mit dem Auto 10.000km durch Skandinavien und die Niederlande, im November nach Australien und Ende des Jahres wieder ins Winterquartier auf Teneriffa. Dazwischen noch etliche kürzere Touren an den Walchensee, den Chiemsee und den Bodensee. Insgesamt waren wir dann ca. 24 Wochen nicht zu Hause. So geht das, (natürlich mit wechselnden Reisezielen) seit wir im Ruhestand sind.
Wozu sollten wir auch zu Hause sein? Die wenigen Gigs, die man noch ergattern kann verteilen sich auf den Rest des Jahres. Familie habe ich nicht und die Tochter meiner Frau ist noch mehr auf Achse, als wir.
Mit Mitte 60 ist es absehbar, wie lange man noch reisen kann und solange die Gesundheit noch mittut, sollte man dahin, wo es einen hin zieht. Glücklicherweise haben wir die Mittel, von denen man in der heutigen Zeit aber auch nicht weiß, wie lange der Oiro noch etwas wert ist. Die Gewissheit, dass  Europa immer mehr auf einen Big-Bang zusteuert, tut ein Übriges dazu.
Der wichtigste Grund aber ist…..wir haben zu viele Freunde und Bekannte unserer Generation in den letzten Jahren verloren. Die Reihen lichten sich und wir sagen uns „Solange man unterwegs ist, lebt man noch“ (ausser, man ist Passagier im Leichenwagen)
Deshalb schreibe ich weniger als vor meinem Ruhestand und wenn, dann sind’s meistens Reiseberichte, da wir im Ausland konsequent auf Nachrichten verzichten.
Es gibt Schöneres, als Berichte über eine komplett verrückt gewordene Welt. 🙂

Da sage noch Einer, wir lebten in Deutschland beengt…..Holland ist uns über. Auf einem 20tel der Fläche Skandinaviens tummeln sich ca. doppelt so viele Niederländer (wie es richtigerweise heißen muss, Holland ist nur ein Teil der Niederlande). Das sind 402 Einwohner pro km2. In Norwegen sind es 13, in Deutschland 226.
Für mich als jemand, der ab und zu unterwegs seine Blase erleichtern muss, ist so ein kompakter Lebensraum kein gutes Pflaster.
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Büsche neben der Straße gibt es kaum, dafür viele wassergefüllte Gräben und Grachten. Allerdings gibt es in den Innenstädten nach hinten offene Pissoirs (3Stück im Kreis, wie in einer Litfaßsäule) und ich weiß nicht, ob ich da könnte, denn ich bin ein schamhafter Mensch, christkatholisch und deshalb mit einer schüchternen Blase behaftet.
Es gibt aber ansonsten nicht viel an dem Land zu beanstanden (bis jetzt) und da der Duster dieselbetrieben ist, muss ich auch keine 1,75 für Benzin, sondern nur 1,39 für Diesel bezahlen. Die holländische Sprache klingt nicht lustig wie die Norwegische, sondern eher streitlustig. Mit Halsweh ist sie nicht zu bewältigen. Auch wenn auf einem Schild an einem Haus „Huren?“ steht, sollte man sich nicht erschrecken,  das bedeutet nur „Mieten?“
Die Holländer fahren fast alle „Fiets“ und man kann sie auf ihren Fahrrädern von den deutschen Touristen dadurch unterscheiden,  dass sie keine Helme tragen. Vermutlich haben sie härtere Schädel als die Teutonen. Überhaupt sind diese Leute sehr imposant, es sind – statistisch gesehen – die längsten Menschen auf diesem Erdenrund. Vermutlich kommt das von der guten holländischen Butter oder so, von dem schnittfesten Wasser, das sie uns als Tomaten verscherbeln,  kann es jedenfalls nicht kommen. Ich habe mit diesen Leuten noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, aber ein Freund hat heute behauptet, manche Niederländer würden sich eher die Zunge abbeißen, als Deutsch zu sprechen, selbst, wenn sie es gut beherrschen.
Allerdings kann man das Geschriebene gut verstehen, denn Niederländisch ist nichts anderes als ein niederdeutscher Dialekt, auch wenn das mancher nicht gern hört.
In Edam trafen wir 2 australische Damen und das war ein Zeichen, denn später am Tag wurde Jule von einer Facebookfreundin angestupst. Es handelte sich um Maggie, die mit ihrem Mann Heiner in Townsville/Australien lebt! Sie lägen auf ihrem Schiff in Alkmaar vor Anker und wir könnten ja mal auf einen Kaffee….?
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Das darf ja wohl nicht wahr sein, die Beiden hatte ich zuletzt vor 20 Jahren in Australien getroffen, auch auf einen Kaffee. Toll, da trifft man einen Waiblinger,  der seit Jahrzehnten in Australien lebt, mit seiner reizenden Gattin in Holland. Jetzt hat Jule den Wunsch geäußert, mit dem Schiff der Beiden nach Amsterdam zu schippern…..mal schaun‘ ob das klappt. Ich werde darüber berichten.

Und wenn man jetzt noch meine Bücher runterlädt  > HIER < , dann kann ich mir auch wieder Tinte zum Weiterschreiben kaufen. :):)

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Ade, ihr schönen Straßen Mallorcas. ..

Veröffentlicht: November 12, 2013 in Die Reisen des B.K. von A-Z, Reisen
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….als wir im Oktober kamen,  war nichts mehr los..jetzt ist gar nichts mehr los. Gut so; Die beste Reisezeit, noch mild und sonnig, allemal besser als zu Hause.
Jetzt, Mitte November, wirds allerdings auch hier herbstlich. Schöne Flecken haben wir selbst beim achten Besuch hier entdeckt, da wir den Ehrgeiz haben, alle Buchten sehen zu wollen. Da lernt man dann auch eine Eigenheit des hiesigen Straßenbaues kennen. Man kann fast nirgends rechts ran fahren, denn wenn man hier den Straßenbelag erneuert,  dann wird nicht, wie bei uns,  zuvor der alte Belag abgefräst, sondern der Neue obendrauf geklatscht. Das hat zur Folge, dass die Straße immer mehr in die Höhe wächst und mich einiges an Nerven kostet, wenn meine fotografierende Gattin ein ums andere Mal befiehlt:“ Halt hier mal!!‘ Würde ich ja gerne, was aber bedeutete,  dass ich entweder mitten auf der Straße hielte, oder, dass beim Versuch rechts ran zu fahren,  der Wagen aufsitzt, oder – Gott bewahre – umkippt.  In einer halben Stunde geht’s 85km zum Flughafen. Bei Dunkelheit. …ich werde nicht rechts ranfahren. ….