Archiv für die Kategorie ‘Reisen’

Allerdings ist es ein eher prekäres Beschäftigungsverhältnis. Es gibt nur einige Wenige, die davon leben können und ganz, ganz Wenige, die davon richtig gut leben können.
Dazu gehöre ich nicht. Und trotzdem tue ich’s. Weil’s Spaß macht und weil es der vorzeitigen Altersverblödung entgegenwirkt. Dass daraus ein Krimi wurde, konnte ich am Anfang noch nicht abschätzen, das hat sich so ergeben. Naja, ein klassischer Krimi isses nun auch wieder nicht, da die Hüter des Gesetzes nur sporadisch vorkommen. Obwohl genug Blut spritzt. Eine Reisebeschreibung ist es auch nicht, dazu fehlen wiederum Landkarten und Panoramafotos. Für einen Liebesroman reicht der eher spröde Charme des Lothar Lampe auch nicht und eine Biographie ist es schon mal gar nicht, da  der Protagonist mit mir nur das Alter und die Wahl des Instruments gemeinsam hat, ansonsten ist er aus vielen realen Personen zusammengebaut.
Als E-Book ist es deshalb erschienen, weil ich mir die Kosten für eine Drucklegung nicht leisten kann und außerdem keinen Platz mehr habe, Bücher neben unverkauften CD’s zu stapeln. 🙂
Wäre es ein Film, dann käme es als Roadmovie daher. Berühmt werde ich wohl nicht werden, aber vielleicht traut sich der Ein – oder Andere doch, meine Erstlingsnovelle herunterzuladen.  Hier geht’s zum Downloadphoto_2016-07-31_18-27-49

Die Erde ist schwanger…..

Veröffentlicht: Oktober 7, 2015 in Gewalt, Kirchen, Kriege, Reisen, Religion, Umwelt
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…..also sprach nicht Zarathustra, sondern Chief Michael Leach, seines Zeichens Häuptling vom Stamme der Frogs.
Michael lernten wir in Lillooet / British-Columbia  kennen, wo wir die Ehre erfuhren, ein paar Tage mit echten Eingeborenen/Indigenous/Aboriginals/Natives oder however zusammenleben zu dürfen. Wir nennen sie fälschlicherweise immer noch Indianer.

Mit Michael, der nebenbei Singer/Songwriter ist, hatte ich sogar einen Gig in einem Music-Cafe gespielt und das verbindet.

Eigentlich heißt er gar nicht so, aber sein echter Name wäre vermutlich seiner politischen Karriere hinderlich gewesen. So hat er einfach Michael rückwärts geschrieben und davon blieb dann schließlich „Leach“ übrig.
Michael war jahrzehntelang ein „Political-Chief “ das heißt, er war im Parlament in Ottawa vertreten, wo er sich um die Belange der „First Nations“ kümmerte.
Ein gebildeter, eloquenter und weitgereister Mann, der mir sehr viel Respekt abnötigte.

Wir sprachen stundenlang über Gott und die Welt, die nicht nur nach Michaels Meinung völlig aus den Fugen geraten ist. Er gehört keiner Amtskirche an, sondern ist zur Naturreligion seiner Vorfahren zurückgekehrt.

Michael: „Die Erde ist schwanger“…….
Ich: „Wie meinen……???“

Michael: “ Alles ist ein Kreislauf, ohne Anfang, ohne Ende. Im Moment befinden wir uns an einem Punkt, der einen Umbruch bedeutet. Schau Dir den Ring of Fire an, rings um die Erde brechen Vulkane aus, Erdbeben folgen, die Menschen werden immer verrückter.
Der weiße Mann zerstört in seiner unendlichen Klugheit unser aller Lebensgrundlagen, die Meere sind verschmutzt, die Felder vergiftet, die Luft verdreckt. Der Kapitalismus hat gesiegt und zeigt nun sein hässlichstes Gesicht. Kriege toben im nahen Osten, wir liefern Waffen und bekommen dafür Millonen Refugees und so weiter und so weiter. Das bedeutet in meiner Religion den Übergang von der einen – in die nächste Dimension.

Die Erde ist schwanger, sie wird gebären und sich bei dieser Geburt (Den Geburtskanal sieht er im Yellowstone, obwohl er den Film „2012“ nicht kennt) von der Menschheit zum größten Teil befreien. Nur Wenige werden übrig bleiben und der Circle of Life beginnt von vorn!“

Ich: „Chief, das ist eine schöne Vorstellung, aber ich fürchte, so viel Glück werden wir nicht haben.“

Ich weiß nicht, wer der Schöpfer dieses geflügelten Wortes ist, aber eines weiß ich: „Geflogen ist der noch nie“, zumindest nicht auf einem Langstreckenflug in der Holzklasse.
Man sitzt in Frankfurt und harrt dem Unvermeidlichen entgegen. „Planmäßiger Abflug, 12.35h“…so steht’s auf dem Ticket und auf der großen Tafel im Fraport. Wer kennt sie nicht, die großen schwarzen Tafeln mit Zahlen und Buchstaben die sich von Zeit zu Zeit rasend schnell drehen und alle Flüge um einen Platz nach vorne rücken? Im Zeitalter von LED-Bildschirmen ein Anachronismus, aber es tut….wenigstens manchmal.

Und IMMER steht bei unseren Flügen rot daneben „Delayed“. So geht’s schon mal los. Steht dann endlich ein Gate an der Tafel fängt die Suche an….wo ist B61? Im Keller, wie sich herausstellen sollte. Condor fliegt zwar global, hat aber den Charme und die Organisation einer Provinzklitsche. Ein wüstes Durcheinander, ehe man ins Gate gelangt, zum gefühlten 10x zeigt man Bordpass nebst Reisepass vor und es gelang uns sogar, nach dem Ausreisen aus Versehen wieder einzureisen….

Egal, es war billiger als bei den Anderen. Und das merkt man. Dass man bei einem Transatlantikflug Getränke und Entertainment selbst bezahlen muss, war mir neu. Kopfhörer 8 Euro? Arsch lecken…da schlaf‘ ich lieber. Mit 1,90 in der Holzklasse….Geschätzte Flugzeit, stand da: 10:30h. Nach gefühlten 6h Schlaf wache ich auf und schaue auf den kleinen Bildschirm im Vordersitz (die Flugdaten sind kostenfrei) Verbleibende Flugzeit bis zum Ziel: 9:55h!!!.

Ich sag’s mal deutlich: Fliegen ist Scheisse! (solange man nicht die Mittel für First-oder wenigstens Business-Class hat), aber es ist der einzige – zeitlich und pekuniär – erschwingliche Weg, von A nach B bzw. Z zu kommen. Im vorliegenden Fall nach Vancouver, wo wir Freunde in Sooke, Vancouver-Island, besuchen wollen.
Ich habe das jetzt schon fast 200x hinter mir und bei jedem Flug schwöre ich: „Nie wieder“
Genau so oft breche ich den Schwur wieder, weil Fernweh unheibar ist.

Zum Glück habe ich mein Tablet dabei, denn:

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Meine liebsten Kommentare sind die, die mit folgenden Statements (meist falsch geschrieben) enden:“ ARMES DEUTSCHLAND“ oder „ICH HAB‘ DIE SCHNAUZE VOLL, ICH WANDERE AUS“.
Nun…arm ist Deutschland ganz sicher nicht. Gut, die Einkommen sind sehr schräg verteilt, aber noch nie bin ich hier beinahe über Verhungernde gestolpert. (Was mir in einigen Länder dieser Erde durchaus passiert ist)
Ich weiß – ich weiß, das „arm“ ist in übertragenem Sinne zu verstehen. Aber auch da möchte ich widersprechen : Wir werden nicht ausgebeutet, im Gegenteil, wir beuten aus. Monetär und kulturell.
Dann diese „Auswanderer“….ganz davon abgesehen, dass im Ausland das Geld nicht auf der Straße liegt…wo wollt Ihr eigentlich hin?
Meine Frau ist in einer Teneriffa -Facebook-Gruppe. Dort meldete sich vor kurzem eine Frau mit folgendem Anliegen: (aus dem Gedächtnis wiedergegeben). „Hallo. Ich möchte mit meinen 5 Kindern nach Teneriffa auswandern, weil mich Deutschland ankotzt.  Da habe ich erstmal 2 Fragen: Wieviel Kindergeld gibt es auf Teneriffa und wie hoch ist die Sozialhilfe?“
Ich bin nicht in dieser Gruppe, aber wäre ich es, hätte ich wie folgt geantwortet :“ Auf Dich haben sie dort grad‘ noch gewartet“

Ich bin viel rum gekommen, habe sowohl sehr reiche als auch bettelarme Länder gesehen und muss konstatieren : Den perfekten Staat gibt es nicht. Egal wo man aufschlägt gilt: „Geld ist zwar nicht alles, aber alles ist nichts ohne Geld.“
Wir sind Lichtjahre davon entfernt, ein gerechter Staat zu sein, aber:
Von allen Übeln erscheint mir Deutschland als eines der Geringsten.

Zufälle? Gibt’s nicht……

Veröffentlicht: Juni 3, 2015 in Autofahren, Musik, Reisen, Wetter
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….. könnte  man glauben, wenn man sich folgende Begebenheiten anschaut.
Mein Freund Raimund war – nebst Gattin –  am 29.November 2001 auf La Palma.
Das Wetter war besch…eiden, als sich die Beiden mit dem Auto auf den Weg zum Roque de los Muchachos-Observatorium machten.
Nebel, Schnürlregen, das volle Programm…. Autoradio ging auch nicht, aufgrund des Wetters. Und Zack! Wolkengrenze erreicht, strahlende Sonne und im Autoradio lief? Richtig: „Here comes the sun“ von den Beatles, written by: George Harrison…..als das Lied zu Ende war, sagte der DJ, dass George heute gestorben sei..

Uns passierte das genaue Gegenteil. Wir waren 2011 in British-Columbia unterwegs. Bestes Wetter, für Kanada sogar allerbestes Wetter.
Weil’s so eine milde Nacht war, fuhren wir abends noch spazieren, rund um den Dutch-Lake. Vielleicht sieht man ja einen Bären…oder einen Elch. War nix. Egal, heim, Auto abgestellt und im Hotel auf’s Ohr gelegt.
Morgens wache ich auf, es trommelt auf’s Dach, es wolkenbrüchelt vom Feinsten.
Naja..:“Ich hol‘ schon mal das Auto!“ beschied ich Frau und Stieftochter und begab mich zum Parkplatz…Tür auf:  Sturzbäche kamen mir entgegen, nebst einigen Teilen des Reisebedarfs..mein Rasierapparat schwamm obenauf…Ich Depp hatte das Schiebedach offen gelassen…Zurück ins Hotel, Hand – und Badetücher zusammengerafft und das Auto notdürftig von den Fluten befreit.
Als wir losfuhren, Scheibenwischer volle Pulle, Autoradio ein…was läuft:“ Who’ll stop the rain“ von Creadence Clearwater Revival. (von denen war an dem Tag aber keiner gestorben)
Ach ja, eh‘ ich drauf vergesse: Der Ort hieß übrigens :“Clearwater“.
Seitdem glaube ich nicht mehr an Zufälle.. :). von

Ich hab‘ da meine Schwierigkeiten, aber ich kenne da jemanden….meine Frau, die kann das.
Allerdings funktioniert das nur bei Dingen, die man ohnehin nicht mehr rückgängig machen kann. Über dumme Brutalos, Nazis und sonstige nette Zeitgenossen regt auch sie sich auf, vermutlich deshalb, weil man da vielleicht noch was ändern kann (was wiederum ich bezweifle)
Ich schildere ihren Umgang mit den Widrigkeiten des Alltags am besten anhand eines Beispiels: (vorausschickend muss ich zwei Dinge erklären. 1. Unser Spülbecken hat keinen Überlaufschutz 2. Meine Gattin ist äußerst schwerhörig.)
Wir saßen – wie so oft – auf gepackten Koffern, das Flugzeug duldete keine Verspätung und ich klapperte bereits mit dem Schlüsselbund. Meine Frau wollte nur noch kurz die Teetassen abspülen..irgendwann sehe ich aus der Küche eine ca. 4cm hohe Welle, die sich schön gleichmäßig in Küche, Wohnzimmer und Flur verteilt.
Ich stürze in die Küche, der Wasserhahn ist voll aufgedreht, der Stopsel steckt im Ablauf und der Überlaufschutz ist – wie erwähnt – nicht vorhanden. Meine Gattin sucht derweil in einer anderen Ecke der Wohnung noch irgend etwas für ihre Kameras und da sie – wie erwähnt – stark hörbehindert ist, kann sie das Rauschen der Niagarafälle in der Küche nicht hören.
Meine Alarmrufe hörte sie dann doch. Ich war völlig aufgelöst, sie aber sagte nur ganz stoisch. „Trag die Koffer runter und reg dich ab“ Nachdem sie sämtliche Badetücher, derer sie habhaft werden konnte, auf dem Boden ausgebreitet hatte, diese (mit meiner tätigen Mithilfe) einige Male über der Badewanne ausgewrungen hatte, glitzerte es nur noch ganz leicht und in 10min war das Problem gelöst.
Und als das letzte Badetuch zum trocknen aufgehängt war sagte sie:
„So, jetzt ist wenigstens mal wieder feucht durchgewischt“…
Von Jule lernen heißt, Wichtiges von Unwichtigem trennen zu lernen. 🙂 🙂

…..mit all Deinen guten und weniger guten Seiten. Die Autobahn hatten wir nach dem Flughafen Stgt. nicht zu bewältigen und so lief ich auch nicht Gefahr, zum Geisterfahrer zu werden, nach 3500km auf der linken Seite.
Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt, die eine Hälfte meiner jährlichen Kilometer auf der linken – und die andere Hälfte auf der rechten Straßenseite zu fahren.  Wobei die Umstellung von links auf rechts fast schwieriger ist, weil man rechtsfahren für selbstverständlich hält.
Wir haben einen langen Tag hinter uns, 6h aufstehen, packen, von den Hosts, den Peacocks und den Katzen Abschied nehmen, sich in Arklow auf der Suche nach der Tanke zu verfahren…..weiah..

Apropos Tanken, dazu eine Anmerkung: Bei etlichen Autovermietern ist es Usus, den Wagen vollgetankt zu bekommen, mit der Maßgabe, ihn so auch wieder abzugeben.
Da fährt man am Flughafen los, der Tank zeigt „voll“ und nach 150km bloß noch „halbvoll“
„Der schluckt aber“ denkt man, tankt voll und merkt, dass der nach 130km immer noch „voll“ anzeigt.
Und deshalb hatte ich mich bereits in Arklow nach einer Tankstelle umgeschaut, weil ich den Wagen genauso zurückgeben wollte, wie ihn bekommen habe. Mindestens 100km runtergefahren, nämlich! Da bin ich Schwabe!
Dann ca. 20km vor’m Airport Dublin den Tripzähler auf Null resetten und gut ist’s.
Europcar….ganz schwierig. Die sind zwar über Aer-Lingus günstig zu buchen, wer aber nach der Ankunft schnell weiter möchte, oder beim Rückflug knapp in der Zeit ist, sollte einen anderen Anbieter wählen. Es dauert….bei der Ankunft muss man eine Marke wie beim Arbeitsamt, oder beim Metzger ziehen- und kaum eine Stunde später hat man seinen Mietwagen.
Auf dem Rückweg das gleiche, man will einem Kratzer in Rechnung stellen, die bereits bei Übernahme drin waren (alles vorher fotografieren! !!!) und da 3 Angestellte ca. 150 Kunden abfertigen, dauert das…..und der Flieger wartet nicht….Es gikt also, Zeit einzuplanen.

So. Das war das.
Ankunft in Stuttgart: Pünktlich, obwohl wir eine halbe Stunde zu spät gestartet waren..da hat er wohl Gas gegeben, der Herr Flugzeugführer.
Dann – ohne zuvor das eigene Heim eines Blickes zu würdigen – in den Nachbarort, wo Freunde auf einem Weingut rocken…und wo es Maultaschen gibt. 🙂
Und so sieht jemand aus, der sich 3 Wochen in Irland erholt hat und fast 24h auf den Beinen ist.
Rocknroll, Maultaschen und irische Gelassenheit machen’s wohl aus: (Im Perso steht Jahrgang 53, aber das muss ein Fehler sein) 🙂

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…fast! 2Tage haben wir noch, aber da wird gefaulenzt…naja, heute nicht..das Wetter. Vermelde: 19ºC bei strahlendem Sonnenschein und gänzlich eingeschlafenem Wind. Das ist Rekord in den letzten 3 Wochen.
Da ging’s nochmal zum Avondale-house-forest-park, Geburtsort von Charles Stewart Parnell (1846-1891), dem ungekrönten König Irlands.
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Toll, Bäume aus allen Herren Ländern, alles sehr weitläufig angelegt. Der kurze Spaziergang dauerte dann auch 2 Stunden, wobei wir als einziges jagdbares Wild zwei Eichhörnchen aufschreckten.
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Danach sind wir nochmal ans Meer gefahren, Arklow und Courtown, vorbei an x-Lidl und Aldi-Filialen. Überhaupt, deutsche Discounter….was den Amis ihr McDoof, ist den Deutschen Aldi&Lidl. Es gibt fast kein Land, in dem mir die Beiden nicht begegnet sind und das ist auch kein Wunder: Aldi ist weltweit der größte Discounter, dicht gefolgt von Lidl, oder Liddl, wie man hier sagt…und Oldi. 🙂 Einheimische Anbieter wie Super Valu machen reihenweise dicht.

Achso, die Gitarre! In jedem Land, in dem ich gitarrenlos bin, kaufe ich mir Eine. Meist was Billiges, das ich am letzten Tag einem Obdachlosen schenke (geschehen in den USA) oder was Besseres, das ich entweder mit nach Hause nehme, vorbei am Zoll (wie letzten Nov. aus Australien) oder aber im Land für den nächsten Besuch deponiere.
Man könnte ja eine mitnehmen? Im Flieger, bei Airlines, wie Aer Lingus, bei denen das Gepäck fast teurer ist, als der Passagier? Da ist kaufen günstiger.
Ich brauche eine Gitarre, wenn ich länger als 1Woche weg bin, da ich sonst meiner Hornhaut an den Fingerkuppen und nicht zuletzt meiner Fingerfertigkeit verlustig gehe.
In Letterkenny hatte ich ein mittelprächtiges Stück erstanden, nachdem ich den Preis von 140 auf 90€ runtergeschraubt hatte. Der Händler schenkte mir sogar noch einen Satz Saiten….vermutlich wollte er mich loswerden, ehe ich ihn an den Rand des Ruins treibe.

Diese Gitarre also haben wir gestern nach Howth gebracht, da wir dort ohnehin jedesmal die erste Nacht verbringen, wenn wir in Irland einfallen. Der Flieger aus Stuttgart landet um 18h und unsere Ziele liegen meist mehrere Stunden Autofahrt entfernt. Tom verstaut sie auf dem Dachboden, bis wir wiederkommen.
Zudem konnten wir bei der Gelegenheit gleich unsere sündteure Elektro-Zahnbürste abholen, die wir am ersten Tag dort vergessen hatten. Endlich wieder digital, statt analog Zähne putzen.
Samstag 13h geht der Flug mit Aer-Lingus. Wenn er pünktlich ist, können wir abends beim Klopfer in Gundelsbach noch Maultaschen mit Rock’n Roll genießen. Wenn das Wetter mitspielt! Ist ja nicht überall so warm wie hier. 🙂

..wo zwar die Landschaft weniger rauh, das Wetter jedoch ebenfalls northern-style ist. Aber, wie schon so oft erwähnt, Irland ist nicht tropisch. Nicht einmal subtropisch, obwohl hier Yucca-Palmen gedeihen. Aber das liegt weniger am heißen Sommer, als viel mehr am nicht so kalten Winter, was wiederum dem Golfstrom zuzuschreiben ist.
Immerhin gab’s gestern einheimische Strawberries an der Straße nach Wexford käuflich zu erwerben.
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Gestern wollte ich schreiben, war aber zu müde. Unsere Freundin Conny, bei deren Familie wir eine Nacht verbrachten, hatte mich mit ihren Chemtrail-Theorien zermürbt und die lange Fahrt hierher raubte meine letzten Ressourcen. Anyway, es war ein toller Abend in Galway und John überraschte mit einem irischen Frühstück, das eines Holzfällers würdig wäre. Black-Pudding, Bohnen, Speck, Eier, Würstchen, Toast…da jubelt zwar der Cholesterin-Spiegel, aber….man braucht den ganzen Tag nichts mehr!
Auf diesem Wege, noch einmal :“ Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft, fühlt Euch gedrückt“!
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Hier in den Wicklows, unweit von Arklow, sind wir auf einem Bauernhof in einem riesengroßen Haus untergebracht, das preislich etwas Bescheideneres erwarten ließ. Umso besser, dass es derart großzügig ist.
Dafür mache ich ausnahmsweise auch mal Werbung

www.croghanhouse.com

Morgens werden wir von diesem Kollegen begrüßt:
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Tagsüber findet man in fast jeder Ecke bizarre Ruinen. Lieber diese anschauen, als die von diversen Reiseführern gepriesenen. In Letzteren ist oft ein Auftrieb wie bei Neuschwanstein.
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Und nun entzünden wir so langsam wieder die Abendbeleuchtung und den stove und genießen das britische TV-Programm. (natürlich ausschließlich zur Auffrischung und Verbesserung der Englisch-Kenntnisse! !) 🙂
So long, bis demnächst.
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Während Deutschland unter tropischer Hitze, heftigen Gewittern und sogar Tornados leidet, ist es hier angenehm frisch. Gut, einzelne Windböen wären eines Tornados würdig, aber das stört hier niemanden.
Weiter im Landesinneren lässt das nach, aber der nordwestliche Part von Irland gehört nun mal zu den windigsten Gegenden weltweit und das wussten wir vorher. No complains.
Gestern waren wir auf einer Tour Richtung Enniskillen am Lough Erne, wo vor 2 Jahren der G8-Gipfel stattfand. Die Herrschaften wissen halt, wo’s schön ist. Hunderte Inseln befinden sich im See und auf einer- Boa- Island, kann man auf einem gottvergessenen Friedhof sogar vorchristliche Skulpturen finden, wie diesen Januskopf.

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Auf dem Weg dahin vergaßen wir nicht, Rory Gallaghers Geburtsort die Ehre zu erweisen. Immerhin einer der weltbesten Gitarristen seiner Zeit, umworben von den Stones, Deep Purple und Cream, nachdem diese Bands ihrer Leadgitarristen verlustig gegangen waren.
Rory aber war ein sturer (oder konsequenter) Ire und lehnte ab. Frönte stattdessen seinen einzigen Leidenschaften neben der Musik, namentlich:  ins Kino gehen und Guinness trinken. Letzteres hat ihn schließlich umgebracht, wie so Viele hier ist er an der „irish disease“ gestorben.
Zweimal hatte ich ihn live gesehen, 1968 und 1971, jedes Mal danach wollte ich meine Gitarren verbrennen…..

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Morgen geht’s weiter Richtung Wexford im Südosten. Auf dem Weg dahin machen wir Station bei unserer Freundin Conny nebst Familie in Oughterard bei Galway.
Fast 500km auf einen Sitz und den schmalen Straßen hier sind dann doch etwas kritisch für einen älteren Herrn. Und natürlich freuen wir uns, das lustige Trio in Oughterard nach fast 2 Jahren wieder einmal zu besuchen.
Mit dieser schönen Aufnahme von heute morgen verabschieden wir uns von County Donegal und seinem rauhen Klima.

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