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Das frage ich mich angesichts der Zustände in der Türkei und Russland. Insbesondere die Türkei ist im Moment dabei, die Demokratie abzuschaffen. Und das Parlament stimmt zu. Die demokratisch gewählten Volksvertreter sind mehrheitlich der Meinung, das Schicksal des Landes in die Hand des Herrn Erdogan zu legen.

Mit welchem Recht argumentieren wir gegen den Volkswillen? Haben die, die gegen Erdogans Politik sind, einfach Pech in der Türkei zu leben? In Russland stehen ca. 80% des Volkes hinter Putin. Leben die 20% der Gegner einfach im falschen Land?

Wir leben in einer Zeit, die mich immer mehr verwirrt. Wir haben 70 Jahre Frieden, einen relativen Wohlstand und trotzdem gewinnen die Rechtsradikalen Zulauf in fast allen europäischen Staaten. Natürlich ist die EU voller Fehler, aber eine Alternative zu einem vereinten Europa sehe ich nicht.

In den USA wird ein Mensch zum Präsidenten gekürt, der behindertenfeindlich, homophob und frauenfeindlich ist. Der unabhängige Journalisten als Lügenpresse („you are fakenews, ich werde die Medien zur Rechenschaft ziehen“) apostrophiert und der sich selbst als „genetisch überlegen“ bezeichnet. Der Muslims registrieren will, der nur noch die ins Land lassen will, die „rechten Glaubens“ sind. Gut, seine Kontrahentin Clinton hat es ihm leicht gemacht. Aber waren diese Beiden wirklich das Beste, was dieses Land hervorbringen konnte? Ein furchtbarer Gedanke….

Und die Wilders, Le Pen, Petry, Höcke, Orban und wie sie alle heißen, sie klatschen ihm Beifall. Holland zuerst, Frankreich zuerst? Wie soll dieses „mein Land zuerst“ in dieser globalisierten Welt funktionieren? Nach dem Motto:“Wenn sich jeder nur um sich selbst kümmert ist für alle gesorgt“? Wie blöd muss man sein, daran zu glauben?

Ich schaue auf die Wahlen im Herbst in Deutschland. Und mir graut es.

Ähnliche Sympathiewerte wie Putin und Erdogan – (Trump und die USA nehme ich bewusst aus, denn mehr als 50% hatten gegen ihn gestimmt und nur durch ein meschuggenes Wahlsystem konnte er überhaupt Präsident werden) – hatte auch ein gewisser Herr Schicklgruber, besser bekannt als Adolf Hitler. Im Unterschied zu heute waren jedoch damals die europäischen Nachbarländer nicht auf dem „rechten“ Weg und der Plan, dass die Welt am deutschen Wesen genesen solle, ging in Flammen auf.
Heute sieht es anders aus. Wenn meine Befürchtungen wahr werden, dann tragen Hitler und seine Nazibrut doch noch – wenn auch verspätet – den Endsieg davon.

However, wir sitzen auf gepackten Koffern und für 2 Staaten – weit weg von Europa – wurde uns Bleiberecht für die nächsten 10 Jahre gewährt. Ich hoffe, wir müssen es nicht in Anspruch nehmen.

Um die Frage zu beantworten : Natürlich ist es Diktatur, solange Menschen aufgrund ihres Glaubens, sexueller Orientierung, ihrer Ethnie und ihrer Weltanschauung verfolgt werden. Da kann die Zustimmung zum Diktator 95% betragen, das ändert nichts!!!!

Es sind weniger Dinge wie das dünner werdende Haar, der ins Friedhofsblond changierende Bart oder Körperpartien die immer mehr dem newton’schen Gesetz der Schwerkraft folgen. Es ist auch nicht die Einsicht, dass man besser nicht die Bergwanderung zum Preikestolen macht (Nö, da sind eh lauter Flip-Flop Chinesen mit Selfie Sticks) und dafür den in Klammern gesetzten Grund als wohlfeile Ausrede benutzt. 

Es sind eher Sendungen, die man als Rentner gelegentlich von der Bettstatt aus verfolgt. Morgens, weil man nicht mehr schlafen kann jetzt, wo man’s dürfte.. 😦 

Der Moderator fragte seinen Gast – einen aufstrebenden jungen Schauspieler – wie er es denn mit seinen Sehgewohnheiten hält. „Gehst Du ins Kino, oder bist Du mehr ein Binge-Watcher (gegoogelt, wie man das schreibt, erst hatte ich „Bitch-Watcher“ verstanden). 

„Nee, ich schau‘ gern Com…“  (ich hab‘ vergessen wie das weiter heißt, es handelt sich um Serienkomödien. Wenn’s jemand weiß, dann bitte ich um Nachricht) „Und dann steh‘ ich noch auf Horrorfilme.“

„So richtige Splattermovies?“, meint der Moderator. „Nee, aber’n bisschen spooky darf’s schon sein. 

Und daran merkt man, dass man alt wird. Wenn man immer öfter Wikipedia bemühen muss, um zu begreifen, worüber die eigentlich reden. 

Klingt lustig, ist es aber nicht. Das Tiwie hab‘ ich ausgeschaltet. Ich möchte nicht zum Binge-Watcher mutieren.

Haaaalt. Hab’s gefunden Romcom heißt es. „Romantic-Comedy.“ Nun ja. Das muss er halt sagen, als Hauptdarsteller von „sms für Dich“

Fakten, Fakten Fakten? Mir fällt dazu ein ähnlich klingendes englisches Wort ein, das ich hier aus Gründen der „Netiquette“ nicht gebrauchen möchte.

Als Markwort dieses Blatt gegründet hat, war es ein Sprachrohr der Neoliberalen. Ehrensache für das FDP Mitglied. Wie hinlänglich bekannt ist, wurden die Anhänger und damit auch die Leserschaft der Liberalen immer weniger. Da mussten neue Leser her.
Wer es sich antun will und die Kommentare zu den Artikeln liest, der sieht an den „Daumen hoch und runter“ Symbolen schnell, wer diese neuen Leser sind. Rassisten, Homophobe und der Rest des braunen Gesocks.
Der Focus macht das ganz raffiniert, denn die Beiträge sind nach dem Motto „Zuckerbrot und Peitsche“. Es wäre falsch sie als rechts einzustufen, aber es gibt kein Thema,  bei dem nicht sofort von irgendeinem idiotischen Kommentator eine Brücke zu Migranten und Flüchtlingen geschlagen wird. Sogar am Wetter sind die Flüchtlinge schuld: Originalkommentar zu den derzeitigen Fluten: „Daran ist die Verbrecherregierung schuld. Durch die vielen „Gäste“ wird noch mehr Boden zubetoniert und das Wasser kann nicht abfließen. Einen Klimawandel gibt es nämlich gar nicht. Pfui Teufel, Frau Merkel“

Soviel zu den Artikeln.

Anders ist das bei den Kommentaren: Da wird (um nur ein paar Beispiele zu nennen) Frau Nahles als Parasit und faule Sau apostrophiert, Hofreiter von den Grünen wird aufgefordert, lieber mal zum Frisör zu gehen als nur linksversiffte grüne Scheiße von sich zu geben, Frau Merkel wird ein ums andere Mal auf’s Gröbste beleidigt (DAS Merkel ist noch harmlos) und die „Thumbs up“ für diesen braunen Quark schnellen zu Hunderten in die Höhe.

Hier gilt anscheinend die von Focus geforderte „Netiquette“ nicht.
Auch ich war als Kommentator bei Focus registriert. Auf Beleidigungen habe ich reagiert. Nicht mit gleichen Mitteln, sondern mit Hinweisen auf die Strafwürdigkeit so mancher Äußerungen.

Und nun dürfen Sie raten, was passiert ist. Ich wurde als Kommentator gesperrt (nachdem ich auf ein paar meiner wenigen genehmigten Kommentare von den besorgten Bürgern auf’s Übelste beschimpft und bedroht wurde).
Ich hätte gegen die Regeln verstoßen, hieß es in dem Formschreiben des Markwort-Blattes.

Wenn die Regeln darin bestehen, gewählte Volksvertreter  (hinter denen ich nicht stehe) zu beleidigen, verleumden und mit Fäkalsprache zu belegen, dann habe ich wohl dagegen verstoßen.
Die übelsten Kommentare, auf die sich meine Gegenrede bezog, sind übrigens nie entfernt worden.
Ich weiß nicht, was der Focus bezweckt. Immerhin wäre bei einer AfD-Regierungsbeteiligung eine FdP hoch2 an der Macht. Im braunen Gewand. Die sozial schwachen Anhänger, die sich von den braunen Heilsbringern dieses rechten Vereins eine gerechtere und ehrlichere Politik erhoffen, werden sich noch verwundert die Augen reiben, wenn Frau Petry&Co. ihre Renten – und Sozialgesetzgebungspläne durchsetzen.
Dann viel Spaß.
In diesem Sinne: Fuck, Fuck, Fuck  (ich konnt’s mir nicht verkneifen:) )

Man lese entsprechende Beiträge in Medien wie Focus.de, t-online.de oder ganz einfach – so wie ich gerade – im lokalen Blatt.
Besser gesagt, auf dessen Facebook-Seite. Und dazu die Kommentare der empörten Leserschaft. Und dann versucht man zu antworten.

In dem Fall ging es um eine Berichterstattung über die Wahlkampfveranstaltung der AfD in Backnang.
Wütende Kommentare mit dem üblichen Goebbels-Zitat von der Lügenpresse  (gern auch linksgrünversifft) folgten auf einen kritischen, aber dennoch sachlichen Beitrag.
Nun ja, ein wenig launig geschrieben vielleicht, aber durchaus im Rahmen der journalistischen Pflicht.
Lügenpresse? Wenn damit gemeint ist, den Redakteuren würde vorgeschrieben was und wie sie zu schreiben hätten, so muss ich dem widersprechen. Ich bin völlig sicher, dass Peter Schwarz genau das schreibt was er denkt – und keinen Vorgaben (der linksgrünversifften Landesregierung) folgt.

Aber zum Thema: Kann man mit Anhängern der Pegida oder AfD überhaupt diskutieren?  Jein. Eine Diskussion ist nicht nur ein Meinungsaustausch, sondern in erster Linie der Versuch mit Argumenten das Gegenüber von der Richtigkeit der eigenen – und der Unrichtigkeit der anderen – Meinung zu überzeugen, oder doch zumindest zum Nachdenken anzuregen.

Vielleicht gibt es einige Wenige bei denen das gelingen könnte, aber grundsätzlich ist das sinnlos.
Politische Differenzen sind okay, so ist z.B. einer meiner engsten Freunde CDU-Mitglied (und – fast noch schlimmer – Vereinsmitglied bei Bayern-München)

Und trotzdem reden wir miteinander über die Themen der Zeit wohlwissend, dass weder ich seine – noch er meine – Partei jemals wählen würde.

Eines ist mein Freund Marc jedoch nicht: Rassist.

Und das ist der Unterschied zu den selbsternannten Verteidigern des Abendlandes. Man kann mir 1000x erzählen, dass man gegen „echte Flüchtlinge “ nichts hätte. Wir alle wissen, dass das nicht stimmt.
Es geht um Xenophobie, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie. Also um mentale Defekte, gegen die es keine Mittel von Ratiopharm gibt.

Unheilbar. Mit Streitgesprächen und Austausch von netten Kommentaren nicht zu kurieren.

Genausogut könnte man versuchen, die Schweinegrippe mit Podiumsdiskussionen zu bekämpfen.
Irgendwann läuft sich das Virus von selbst tot. Ob das beim „Besorgten-Bürger-Syndrom“ genauso ist…?
Ich fürchte, nicht. Dazu gibt es dieses Virus schon zu lange. Es hieß vor ca. 70 – 85 Jahren nur anders.

….dann bin ich um den Schlaf gebracht. Wenn auch der Sinn des Gedichtes ein völlig anderer ist, Heinrich Heine würde heute umdenken.
Vermutlich würde er seine Zeilen aus seinen Nachtgedanken heute auf Sachsen beschränken, angesichts des braunen Bodensatzes im Lande August des Starken. Heine war Jude…..

Wie hatte Kurt Biedenkopf einst gesagt?
Die Sachsen sind immun gegen Rechtsextremismus„…
Da sollte der Impfschutz dringend aufgefrischt werden, das Immunsystem lässt doch insgesamt stark nach.

Gut, auch wir hatten in Baden-Württemberg die NPD von 68 – 72 .. und im 11. und 12. Landtag die Republikaner sitzen und natürlich gibt es auch hier braunes Gesindel, aber das hält sich in Grenzen……obwohl..am 13.3. wird wohl auch hier die AfD in’s Parlament einziehen.

Doch das, was sich zur Zeit im Freistaat Sachsen abspielt….unvorstellbar hier. Unser Radikalismus beschränkt sich auf die Grünen unter Kretschmann..

Pegida ist eine sächsische Erscheinung und auch wenn sich viele Teilnehmer als lediglich „besorgte Bürger“ gerieren, die nur gegen die linksgrünversiffte Regierung in Berlin demonstrieren…..es ist schlichte Fremdenfeindlichkeit, die diese Leute antreibt.

Das wurde gestern wieder deutlich als 2 „Austauschschüler“ beim Feind, der „Lügenpresse“ – in Gestalt der ARD – waren. Schaut’s Euch an
Sobald die Dreckschleuder Tatjana Festerling (ein weiteres schönes Beispiel dafür, um wieviel friedlicher die Welt wäre, würde sie von Frauen regiert) ihr Verständnis für die „mutigen Bürger“ von Clausnitz ausgesprochen hatten, redeten die beiden älteren „Besorgten“ ganz anders, als zuvor.

Die Gewalt ging von den Businsassen aus.
Auch der Brandanschlag in Bautzen war nur ein „Ausdruck des Protests“… so einfach sieht die Welt für Pegidisten aus. Ich erinnere: Diese Leute wollen die Kultur des christlichen Abendlandes verteidigen!!

Christlich? Kultur?…das sieht anders aus. Wenn Höcke christlich ist und Bachmann für Kultur steht? Dann gute Nacht, Abendland.

Selbst, wenn es so sein sollte, dass nicht jeder Pegida-Mitläufer ein Neonazi ist…..sie rennen Faschisten hinterher! Sie wehren sich nicht dagegen, wenn die Brandstifter von Bautzen und der braune Mob von Clausnitz  als „mutige Bürger, auf die man stolz ist“ bezeichnet werden.
Im Gegenteil. Nach diesen Worten brandete frenetischer Jubel auf.

Festerling….von dieser Frau habe ich Bilder von vor ihrer Pegida-Zeit und von heute gesehen und ich muss konstatieren: HASS MACHT HÄSSLICH.

Doch, etwas aus Bautzen liebe ich! Den Senf (den ich hiermit zu diesem Thema hinzugegeben habe)

In diesem Sinne, an alle Freunde des Fischens in trüben Gewässern : Petry Heil.

Die „besorgten Bürger“…..gut, besorgt darf man angesichts der Masse der Asylsuchenden sein. Blauäugigkeit ist nicht angezeigt. Deutschland allein kann das nicht stemmen, soviel sollte jedem klar sein, der rechnen kann.
Allerdings muss man schon darauf achten, mit wem man seine Sorgen teilt. Lutz Bachmann bezeichnete Asylsuchende als Ungeziefer. Diesem Mann hinterher zu laufen bedeutet, sich mit ihm gemein zu machen.

Es wurden bei den „Abendspaziergängen“ der Pegida Galgen für Gabriel und Merkel mitgeführt…“freie Meinungsäußerung“ , nicht ernst gemeint oder gar Satire, wie Bachmann meinte? Aha…wenn das nicht ernstgemeint ist, wieso bekommt dann der Staatsanwalt, der gegen die Galgenträger ermittelt, Morddrohungen? Hier nachzulesen

Was mir aber die meisten Sorgen bereitet: Pegida bedient sich völlig ungeniert des Sprachgebrauchs der Nazis, vornehmlich dem des Herrn Goebbels.
Versehentlich? Glaube ich nicht. Eher mit voller Absicht.
Wer jetzt  trotz allem noch der Pegida hinterläuft und immer noch behauptet, er sei ja kein Nazi, der sollte einmal gründlich über sich nachdenken.

Im Übrigen: Ihr seid nicht „das Volk“. Ihr seid der Teil des Volkes, dessen man sich schämen muss.

Michael Bittner hat alles was ich schreiben wollte, in untigem Link ausführlicher und besser beschrieben, als ich das vermag.
NSDAP und PEGIDA. Ein Vergleich

So die Aussage eines Passanten, der zufällig in die dokumentarische Szenerie des Films „Er ist wieder da“ von David Wnendt nach dem Roman von Timur Vermes, geriet.
Ein Anderer sagte (nach Aussage des Hauptdarstellers Olivers Masucci) nachdem die Kameras ausgeschaltet waren: „Wären Sie der Echte, dann würde ich Ihnen folgen.“

Wieder Andere zeigten auf Selfies mit Masucci unverhohlen den Hitlergruß…. (warum greift hier das Strafrecht nicht?)

Das Lachen bleibt einem im Halse stecken.

Man könnte nun sagen naja, nach so langer Zeit verzeichnet sich das Bild Hitlers etwas und man dürfe das nicht ernst nehmen.
Entschuldigung, aber wie kann man diesen drogenabhängigen Selbstmordattentäter „cool“ finden, wie ein junger Mann meinte? Dieser Mann hat  60-70 Millionen Kriegsopfer zu verantworten…
Nicht eingerechnet die ca. 6 Millionen Juden, viele Hunderttausende Roma und Sinti, Homosexuelle und geistig Behinderte, die keine Kriegsopfer waren, sondern nur deshalb ermordet wurden, weil sie nicht in das kranke Weltbild dieser Bestie in Menschengestalt und seiner Helfershelfer passten.

Ich weiß nicht, ob man über diesen Unmenschen lachen sollte…obwohl ihn Charlie Chaplin im „Großen Diktator“ lächerlich machte. Gut, ihn auslachen, meinetwegen vielleicht, aber die Reaktionen der Passanten waren anders. Adolf erschien als etwas schräger netter Onkel, der aus der Zeit gefallen war. Er erschien denen ganz einfach sympathisch. Unfassbar…

Darüber hatte ich bereits vor Jahren geschrieben: Hätte Hitler heute noch eine Chance?
Definitiv :Ja. Ca. 20% im Osten würden wieder einen neuen „Führer“ wählen und wir können Gott auf den Knien danken, dass die Braunen nur Lachplatten vom Schlage eines Bachmann hervorbringen.
Aber sollte die wirtschaftliche Situation in Deutschland schlechter werden…..?

Allerdings ist das kein Phänomen von heute. Folgende Begebenheit werde ich nie vergessen. Es war Ende der Sechziger, als ich mit Kollegen in einem Bierzelt auf dem „Cannstatter Wasen“ saß.
Auf einmal wandten sich alle Blicke zum Eingang, wo ein Verwirrter mit Hitlerbart, Naziuniform und Militärmantel auftauchte. Seelenruhig und mit „deutschem Gruß“ marschierte der Kerl durch das gesamte Zelt. Und die Menge? Den Burschen mit Bier beschüttet und mit Fußtritten zum Zelt hinausbefördert?
Von wegen:“Sieg Heil und Heil Hitler“ hat die bierselige deutsche Menge gegröhlt.
Der braune Schoß ist immer noch fruchtbar. Heute mehr denn je….

Da hat sich Einer Gedanken gemacht und erkannt, dass Wachstum und Geld als Selbstzweck ein Irrweg sind. (Dass Geld nicht arbeitet, habe ich allerdings auch schon gewusst, ehe ich diese Doku gesehen habe) 🙂
Eigentlich hat er nie so recht in die Partei eines Helmut Kohl gepasst, obwohl er selbst das anders sieht.
Wie auch immer: Es ist erstaunlich, zu welchen Einsichten manche Politiker kommen, wenn die Enkel erwachsen werden und man selbst dem Jenseits näher rückt.
Auch, wenn ich nicht so ganz mit allem einig bin, nötigen mir Leute wie Heiner Geißler und – in diesem Fall – Norbert Blüm Respekt ab.
Hauptsächlich deshalb, weil sie auch mit 80 nicht aufhören zu lernen und ggfs. umzudenken.
Schade nur, dass das erst nach ihrer Amtszeit geschieht…..allerdings wäre er mit dieser Einstellung wohl kaum Minister unter Kohl geworden.
Beeindruckender Film mit interessanten Personen.
Norbert Blüm trifft in diesem Film die unterschiedlichsten Menschen und geht dabei keinem Streit aus dem Wege. Sei es eine überaus dumme Mode-Millionärin, ein Attac- Mitglied oder einen zukunftsweisenden Architekten, der beweist, dass ein Haus durchaus klimaneutral sein kann. Sehr sehenswert, allein schon durch Blüms Art.
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/wdr_dok/videoimauftragmeinerenkelnorbertbluemerkundetdiezukunft100.html

Ich dachte erst an einen makabren Scherz von Schwarzers Emma. Zum Einen halte ich es für leichtfertig Schlüsse zu ziehen, ehe man wirklich weiß, ob es sich überhaupt um einen erweiterten Suizid handelte. Noch sollte auch hier die Unschuldsvermutung gelten, auch, wenn alle Indizien gegen den Copiloten sprechen.
Zum Zweiten fiel mir spontan der Song „I don’t like mondays“ von Geldofs „boomtown rats“ ein.
Um was es darin ging, kann man in diesem Auszug aus Wikipedia nachlesen:

Inspiriert wurde Geldof durch die 16-jährige Brenda Ann Spencer, die am 29. Januar 1979, einem Montag, aus einem Fenster ihres Elternhauses auf dem gegenüberliegenden Gelände der Grover Cleveland Elementary School in San Diego den Schulleiter Burton Wragg und den Hausmeister Mike Suchar mit einem halbautomatischen Gewehr tötete und einen Polizisten und acht Schüler verletzte. Als Begründung für ihre Tat gab sie einem Journalisten am Telefon und der Polizei bei der Verhaftung die Antwort: “I don’t like Mondays. This livens up the day.” („Ich mag keine Montage. Dies belebt den Tag.“)

Unbestritten sind die meisten Amokläufer Männer. Frauen sind also weniger aggressiv?
Maria Mandl, die als verantwortlich für die Tötung tausender weiblicher KZ-Häftlinge gilt, war eine Frau. Mandl wurde am 24. Januar 1948 als Kriegsverbrecherin in Krakau gehängt.
Allein vom Geschlecht auf soziales Verhalten zu schließen halte ich für diskriminierend. Per se stellt „Emma“ alle Männer unter Generalverdacht.

Es gibt auch Untersuchungen, nachdem zuviel Fleischkonsum aggressiv mache.
Hitler war Vegetarier…..

http://spon.de/aes51

Auf meine Beiträge zu 4U9525 erhielt ich einige Kommentare, in denen die Frage gestellt wird, weshalb die Opfer dieses Ereignisses mehr Aufmerksamkeit erfahren sollten als Andere. Im Grunde sei es doch so, dass wir täglich halbmast flaggen müssten, eingedenk der 3368 Menschen, die allein 2014 auf Deutschlands Straßen starben (Quelle:Wikipedia)
Im Netz wird unseren Medien Nationalismus und Rassismus unterstellt. Es würde nur deshalb so ausführlich berichtet, weil bei diesem Absturz so viele deutsche Opfer zu beklagen waren. Ein Absturz in Afrika, Asien oder Südamerika dagegen sei nur eine Randnotiz wert.
Für mich persönlich sind die Opfer aus dem Fabrikeinsturz in Bangladesh nicht anonymer als die Opfer dieses Flugzeugabsturzes. Ich kannte keinen von Ihnen persönlich und dennoch schreibe ich darüber. Weil es mir nahegeht. Sowohl als Häufig-Flieger, wie auch als Kunde von Firmen, die ihre Kleidung unter unfassbaren Bedingungen herstellen lassen. Als Autofahrer schreibe ich über den täglichen Wahnsinn auf unseren Straßen, als Pazifist schreibe ich -wie immer erfolglos – gegen Kriege an.
Das ist meine Art, mir – wie wir Schwaben sagen – „den Kropf zu leeren“.
Zurück zur Frage. Vielleicht liegt es einfach daran, dass wir uns (leider) an die vielen Verkehrstoten gewöhnt haben? Vielleicht liegt es daran, dass Flugzeuge als die sichersten Verkehrsmittel gelten? Vermutlich glaubt man, dass wir mit dem Lenkrad auch unser Schicksal in Händen halten?
Für mich kann ich sagen, dass es mich umso mehr berührte, je näher ich „an der Sache“ war. So hat mich der Amoklauf von Winnenden viel mehr erschüttert als dieser Absturz. Weil ich – wenn auch nur durch meinen Beruf – den Vater des Täters kannte.
Und der Tod meines einzigen Bruders hat mich vor Jahren tausendmal härter ins Mark getroffen als sämtliche Katastrophen dieser Welt….
Und damit schließe ich mit diesem Kapitel ab.