Archiv für die Kategorie ‘Geiz’

will ich hier mal brechen. Mittlerweile habe ich ja mitgekriegt, dass sehr viele Freunde und Bekannte mein letztes Buch einfach deshalb nicht downloaden, weil es bei *gottseibeiuns* Amazon erschienen ist. Gut, über Amazon lässt sich trefflich streiten, aber ich möchte nicht wissen, wieviele leidenschaftliche Kritiker schonmal heimlich einen neuen Akku, oder sonstigen Krimskrams dort bestellt haben. Weil’s billiger und bequemer ist. Anyway..es geht um Kindle, einen Teil des Internethändlers. Wer schon einmal – wie ich – ein Buch verfasst hat weiß, dass Schreiben das Eine, und Verlegen das Andere ist. Man schreibt ca. 13.000 Verlage an, schickt das Manuskript und wenn man seeeehr viel Glück hat,  bekommt man zumindest eine schriftliche Absage. In 95% der Fälle bekommt man weder das, noch sein Manuskript zurück. Was  mich auf Kindle Direct Publishing gebracht hat, weiß ich nicht mehr. Aber dort darf ich veröffentlichen. Ohne Vorleistungen, ohne, darum betteln zu müssen. Die Preise legt man selbst fest und man erhält als Autor 70% des Erlöses. Fair.Ich finde,  dass man dies  – bei aller berechtigten Kritik an Amazon – ruhig einmal würdigen sollte. So. Und jetzt darf die vereinigte Linke über mich herfallen. 

Primark, Kik&Co. Billig hat nun mal seinen Preis.

Veröffentlicht: Juni 27, 2014 in Abzocke, Ethik, Geiz, Wirtschaft
Schlagwörter:, ,

Ob nun die SOS-Botschaften in die Billig-Klamotten nachträglich, oder in den Arbeitslagern eingenäht wurden, ist letztlich egal. Und es ist auch nicht witzig, wie in dem alten Glückskeks-Joke („Hilfe, ich werde in einer chinesischen Glückskeksfabrik gefangen gehalten“!!)
Unter welch erbärmlichen Bedingungen in Asien produziert wird ist hinlänglich bekannt. Wer es sich nochmal ansehen will….es ist am Ende des Beitrages verlinkt.
„Man muss sehen, wo man bleibt“ sagte eine Kundin heute in der Tagesschau. ? Wo die Arbeitssklaven bleiben, ist dieser jungen Dame vermutlich egal. Geiz ist nun mal geil, wobei es natürlich oft auch nur Geldmangel ist, der die Leute zu diesen Discountern treibt. Hätte ich kein Geld, wären modische Klamotten allerdings das Letzte, was mich interessiert. (und ich weiß, was Armut bedeutet)
Wer in der Schule nicht nur auf sein Smartphone starrt, sollte sich ausrechnen können,  dass bei einem Endpreis von 6, 95 für ein Hemd für die  Arbeiterinnen nix mehr übrig bleibt.
Allerdings wäre es falsch, nur auf das Prekariat einzuprügeln. Neben Benetton lassen auch  Hochpreis-Label in Asien produzieren, wobei die Hungerlohnkosten jedoch nicht an die Kunden weitergegeben werden.
Armani, Hugo Boss, Ralph Lauren, H&M, C&A, Benetton, Kik, Primark…..sie alle haben eines gemeinsam: „Bangladesh“

…..das weiß niemand besser als ich. Ich schreibe – wie unschwer zu erraten ist – sehr gern und offensichtlich wird das Geschriebene auch gern gelesen.
Das zeigen mir meine Statistiken in wordpress. Zugriffe auf meine Artikel in 3 Jahren: ~150.000. Das sind pro Jahr 50.000 und pro Woche nicht ganz 1000 Zugriffe weltweit. (mit stark steigender Tendenz)
Schön, das freut mich und das freut den Leser, schließlich kostet das nix und obendrein wird man (bis jetzt) auch nicht durch Werbung gestört. Das soll sich ändern,  aber das liegt nicht an mir. Ich habe davon nichts.
Aber wordpress muss sich halt auch durch etwas finanzieren.
Mein Lebtag lang wollte ich schon mal ein Buch schreiben…..daran sitzt man ca. (grübelt) na ja, sehr lange, das sind Monate bis Jahre. Das Material hatte ich zusammen und da ich einen Artikel in der Mainzer AZ über self-publishing bei Kindle gelesen hatte, dachte ich: warum nicht?
Wenn nur jeder Zehnte der ca. 50.000 Besucher – die im Schnitt 3 Artikel lesen – auch nur 1 e-book kaufen würde…von dem ich 70Cent Tantiemen bekomme..? Für einen Urlaub könnt’s reichen. Als Rentner ist das Einkommen doch arg limitiert. 4 Bücher waren fertig und wurden eingestellt.
Nach Adam Riese müsste ich dann bis jetzt…..nee, ich höre auf zu rechnen. In den letzten 2 Wochen, in denen ich 3800 Zugriffe auf meine Artikel hatte, wurden grade mal 20 e-books verkauft. 4 davon an mich selbst….(obwohl es dazu nicht einmal einen e-book reader von Kindle braucht, sondern nur einen PC oder ein Tablet.)
Selbstmitleid,  Desillusionierung, Verbitterung?
Nein, nichts von all dem. Wir befinden uns in Deutschland auf dem Boden der Tatsachen, deren oberstes Prinzip lautet:
GEIZ IST GEIL!
Achso, Musik….auch meine Songs werden vorzugsweise schwarz runtergeladen, das habe ich mal recherchieren lassen. Und das tut wirklich weh, denn bei der Produktion wurde nicht nur Zeit,  sondern auch jede Menge Geld investiert.