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Auf mich, auf sämtliche Wetter-Apps dieser Welt, auf den Veranstalter, auf unsere Feigheit.

In grauer Vorzeit, als Wettervorhersagen noch in der Tagesschau verlesen wurden, spielten wir mehr als einmal bei Regen in der Hoffnung, der würde irgendwann schon nachlassen.

Die Zeiten haben sich geändert. Heute gibt es die Unwetterzentrale, Wetter.com, Wetter.info und und und. Meine Frau hatte einmal zum Fenster rausgeschaut und gesagt:“Es regnet“. Nach einem Blick auf mein Smartphone sage ich Vollidiot:“Das kann nicht sein.“ Digitale Verblödung nennt man sowas.

Gestern hätten wir in der Nähe ein Open-Air spielen sollen. Mit dem Veranstalter war vereinbart, sich wegen des Wetters nochmal morgens absprechen zu wollen. 11:15h, Anruf bei strahlendem Sonnenschein.:“Wir canceln das, die Wetterprognose ist zu unsicher.“ Ich habe mich nicht gewehrt, denn die Wetter-Apps sagen doch schließlich die Wahrheit, nä?

Um es kurz zu machen. Es hat nicht einen einzigen Tropfen geregnet. Früher wäre man um 5 da hin gefahren und hätte gespielt, in der Erwartung, es bliebe trocken. Heute geht das nicht mehr, denn die Veranstaltung war mittlerweile bei Facebook abgesagt worden. Besonders bitter ist es, wenn ich WhatsApp Nachrichten von einer Freiluftveranstaltung bekomme, die keine 5km davon stattfindet. Bei schönstem Wetter. Von Leuten, die eigentlich an diesem Abend uns hören wollten.

Man kommt sich vor wie ein Clown.

Vorab ein paar Worte zu den Attentätern, die völlig Unbeteiligte in den Tod gerissen haben. Den Opfern und deren Angehörigen gilt unser ganzes Mitgefühl.

„Gott ist groß“, mit diesem Missbrauch des Namen des Herrn (für die, die an ihn glauben) sprengt ihr euch selbst und vollkommen Unschuldige mit in die Luft.

Ihr glaubt, ihr kämet deshalb ins Paradies?
Wenn Gott groß ist und wenn es ein Paradies geben sollte, dann schickt ER euch überall hin, bloß nicht ins Paradies. Er schickt euch zum Schaitan, denn ihr seid Mörder.

Ihr sagt, auch in den Kriegsgebieten und in Palästina würden Unschuldige getötet. Das stimmt, aber kann man ein Unrecht durch ein Anderes rechtfertigen? Nein, man kann es nicht. Man ist um keinen Deut besser als der jeweils Andere.
Gerechtigkeit? Die stellt man nicht durch eine Spirale der Gewalt her und das gilt für alle Seiten.
Klarstellung : Wer für die Tötung Unschuldiger im nahen Osten verantwortlich ist, ist auch nichts anderes als ein ganz ordinärer Mörder.

Und nun zum Thema. Ich lese bereits jetzt die Flut der üblichen Hasskommentare der braunen Herrenmenschen. Auch wird wieder einmal gefordert, Muslime sollten sich öffentlich für die Anschläge entschuldigen, oder sich zumindest davon distanzieren.

Ich habe mir ein Profil eines dieser Leute, die alle Muslime für Terroristen halten, angesehen.
Da steht unter anderem:“ Was gehen mich die Konzentrationslager und die – angeblich – vergasten Juden an?“

Aha. Da fordern diese Leute also, Muslime sollen Verantwortung übernehmen und gleichzeitig weist man eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit weit von sich, bzw. leugnet diese völlig ungeniert mit Klarnamen in den sozialen Medien.

Deshalb:
LASST EUCH VON RECHTSRADIKALEN UND ISLAMISTEN NICHT MISSBRAUCHEN.
FÜR BEIDE SEITEN SIND DIESE ANSCHLÄGE UND DER DARAUS RESULTIERENDE HASS GENAU DAS, WAS SIE WOLLEN.

Salam, Shalom und Friede sei mit Euch.

Mit wählen ist es wie mit Zähneputzen. Wenn man es nicht macht, wird es braun“..
Das postete DRadio Wissen auf Facebook, um mehr Leute an die Wahlurnen zu bringen.

Es kamen mehr als 2011. Und es ist trotzdem braun geworden.
Auch wenn ich dafür gescholten werde: “ Für mich ist die AfD braun“ Eine NPD ohne Skinheads, die den besorgten Bürgern dann doch zu prollig war. Wer die Aussagen von Storch und Höcke gelesen hat, dem sollte allerdings klar sein wie diese Leute ticken.

Und wer bei Wahlparties solche Fahnen raushängt….ohne Worte. Kein Fake.
https://mobile.twitter.com/robert_fietzke/status/709072630834454529

Da wurde es „denen da oben“ mal so richtig gezeigt. Endlich gibt es wählbare Braune. Das Parteiprogramm dürften die meisten der AfD-Wähler nur bis „Grenzen dicht – und keine GEZ mehr“ gelesen haben.
Doch….einige schon. In Wiesbaden-Sonnenberg, einem der reichsten Wohngebieten Deutschlands bekam die AfD bei den Kommunalwahlen 10%!!!

Wer u.a. die Abschaffung des Mindestlohns, die Herabsetzung des Spitzensteuersatzes von 45 auf 25%  und die Abschaffung der Erbschaftssteuer fordert, der kommt dort gut an.
Gut 10%….15% in BaWü, das erstaunt mich nicht. Braune gibt es überall. Aber 25% in Sachsen-Anhalt? Das ist heftig.
Hätten die Sachsen gestern gewählt, dann wäre die AfD wohl stärkste Partei geworden. Dort hasst man übrigens nicht nur Moslems, sondern auch Schwaben.

Originalton unserer Ferienwohnungs-Vermieterin in Bad Schandau:
Wenn’ch gewussd hädde, dass ihr aus Schwabn gommd, dann hädd’ch nich an euch vermieded“
Keine Sorge Frau Braun (die hieß wirklich so), wir werden nicht wieder kommen.

Ich habe mangels Alternativen den Kretschmann gewählt und bin darauf von „Kein Stuttgart 21“ verbal verprügelt worden.
Wen ich stattdessen wählen sollte, haben sie dort übrigens nicht gesagt. Die Linke? 3%….das reicht nicht.
Die SPD? Die habe ich gewählt, als unsere Helden noch Willy Brandt hießen und mehr Demokratie forderten. Jetzt kann ich sie von den Schwarzen nicht mehr unterscheiden.
FDP?…ich bin weder Zahnarzt oder Rechtsanwalt noch bin ich Hotelier….

Und nun hat der Kretschmann gewonnen und wird dennoch als Verlierer vom Platz gehen, wie ich fürchte.
Die blassrote SPD wird etwas von „Verantwortung tragen“ faseln und in die Schwarzrotgelbe Koalition einsteigen.
Die Schwarzen werden niemals als Juniorpartner unter den Grünen mitregieren. Es wird so kommen, dass zwar 69% aller Baden-Württemberger Kretschmann wollen, aber den Wolff kriegen.

Übrigens, Herr Gabriel: In RP hat man nicht SIE oder die SPD gewählt, sondern Malu Dreyer.
Genauso verhält es sich in Baden-Württemberg mit den Grünen. Ohne Kretschmann wären die genauso abgekackt wie in den anderen Ländern. Kretschmann ist nun mal der bessere Christdemokrat 🙂

Achja: Ich weiß, dass mein Geschreibsel völlig nutzlos ist, aber so lange es noch legal ist lasse ich mir das nicht nehmen.

Meine liebsten Kommentare sind die, die mit folgenden Statements (meist falsch geschrieben) enden:“ ARMES DEUTSCHLAND“ oder „ICH HAB‘ DIE SCHNAUZE VOLL, ICH WANDERE AUS“.
Nun…arm ist Deutschland ganz sicher nicht. Gut, die Einkommen sind sehr schräg verteilt, aber noch nie bin ich hier beinahe über Verhungernde gestolpert. (Was mir in einigen Länder dieser Erde durchaus passiert ist)
Ich weiß – ich weiß, das „arm“ ist in übertragenem Sinne zu verstehen. Aber auch da möchte ich widersprechen : Wir werden nicht ausgebeutet, im Gegenteil, wir beuten aus. Monetär und kulturell.
Dann diese „Auswanderer“….ganz davon abgesehen, dass im Ausland das Geld nicht auf der Straße liegt…wo wollt Ihr eigentlich hin?
Meine Frau ist in einer Teneriffa -Facebook-Gruppe. Dort meldete sich vor kurzem eine Frau mit folgendem Anliegen: (aus dem Gedächtnis wiedergegeben). „Hallo. Ich möchte mit meinen 5 Kindern nach Teneriffa auswandern, weil mich Deutschland ankotzt.  Da habe ich erstmal 2 Fragen: Wieviel Kindergeld gibt es auf Teneriffa und wie hoch ist die Sozialhilfe?“
Ich bin nicht in dieser Gruppe, aber wäre ich es, hätte ich wie folgt geantwortet :“ Auf Dich haben sie dort grad‘ noch gewartet“

Ich bin viel rum gekommen, habe sowohl sehr reiche als auch bettelarme Länder gesehen und muss konstatieren : Den perfekten Staat gibt es nicht. Egal wo man aufschlägt gilt: „Geld ist zwar nicht alles, aber alles ist nichts ohne Geld.“
Wir sind Lichtjahre davon entfernt, ein gerechter Staat zu sein, aber:
Von allen Übeln erscheint mir Deutschland als eines der Geringsten.

Ganz schön peinlich……

Veröffentlicht: April 30, 2015 in Das ist ja zum Lachen, Facebook
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Ehe man sich über körperliche oder intellektuelle Missgeschicke Anderer lustig macht, sollte man sein eigenes Leben gründlich überdenken.
Wie ich jetzt drauf komme? Nun ja, die Frau eines FB-Freundes schilderte gestern einen Dialog anlässlich des Elfmeterschießens zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund. Als nämlich der Torhüter Manuel Neuer selbst zum Schützen wurde, fragte sie:“Und wer steht jetzt im Tor?“ Haha, wat hebbt wie lacht. (das Elfmeterschießen selbst war für den FC Bayern natürlich auch ganz schön peinlich, aber das sei nur am Rande erwähnt)
Von Peinlichkeiten frei ist wohl niemand, aber wer mich in dieser Disziplin übertreffen will, der möge sich bitte melden. Zur Geschichte:
Wir waren jung und dem Alkohol noch nicht so abhold wie heute. Meine damalige Lebensgefährtin und ich schliefen bereits, als es Sturm klingelte. Draußen standen eine Handvoll Freunde, die Einlass und Erfrischungsgetränke begehrten….es ging auf 4h morgens…
Da ich völlig nackt war, griff ich mir eine Hose und ein T-shirt. Auf Unterwäsche verzichtete ich, denn Eile war geboten. Da unsere Wohnung nur spärlich möbliert war, nahm die Gesellschaft auf der Auslegeware Platz (man fällt dann auch nicht so tief) und nach einiger Zeit begann man mit Bodenturnübungen. Also jetzt nicht etwa im sexuellen Sinn, sondern im Wörtlichen. Ich war bekannt für eine Übung, bei der man auf beiden Händen geht, die Beine sind dabei auf den Oberarmen platziert. Der sogenannte „Froschgang“, bei dem das Hinterteil knapp über dem Boden schwebt. Ungefähr so:

image

Als ich gerade die besten Haltungsnoten verdient hatte, platze meine Hose im Schritt auf und da ich auf Unterhosen aus o.g. Grund verzichtet hatte, konnte sich mein Gemächt – der Schwerkraft folgend – freien Weg bahnen….bis auf die genannte Auslegeware….
Breiten wir den Mantel der Nächstenliebe über das, was darauf folgte.
Das Ganze ist nun über 40 Jahre her und wert, der Nachwelt erhalten zu bleiben.
Und nun kriegt Euch mal wieder ein! 🙂

Wieder einmal wurde ich von meiner beKLOPPten Gattin gezwungen, ein Fußballspiel anzusehen. Sie ist Mainzerin und das sagt dem geneigten Fan ja wohl alles.
Ich bin Statistiker und von daher nur an den Tabellen interessiert, das Spiel per se finde ich eher langweilig. Und nervig, was etwas widersprüchlich ist, wie ich grad merke…auf jeden Fall: nicht meine Welt. Außerdem (und darüber habe ich mich anderenorts genügend ausgelassen) sind für mich die Summen, die da bezahlt werden, nicht mehr vermittelbar.
Egal, sei’s drum. Bei Klopp gilt: Nomen est Omen. Leicht bis mittel bekloppt, ein Typ von hohem Unterhaltungswert, der ältere Bruder von Joko Winterscheid. Guardiola wirkt eher arrogant, was aber vielleicht auch an seinem seltsamen Deutsch liegen könnte. Mit 35 Vokabeln im Sprachschatz muss man sich kurz fassen. Was wiederum arrogant wirken kann.
Zum Match: Die Ausgangslage war klar, Bayern top, Dortmund flop. Dazu noch „Halbfinale dahoam“. Klare Sache und damit hopp….dachte ich bis Mitte der 2.Hälfte. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bei Dortmund scheppert“…so meine fachkundige Analyse nach ca.10min. Was Lewandowski auch bestätigte. Meine Gattin gab auch keinen Pfifferling mehr auf den tigerentenfarbigen Club und schlief erschöpft ein. 2.Hälfte: Klarer Handelfmeter, “ Schiri, wir wissen wo Dein Auto steht„. Das wär’s wohl gewesen, aber der Herr in Schwarz sah das anders….oder garnicht…wie auch immer.
Dortmund für 10min. wie verwandelt, keine Ahnung, was die im Pausentee hatten. ( wir werden es nie erfahren, denn Fußballer dopen nicht und deshalb gibt’s auch keine Kontrollen)
Ausgleich für Schwarz-Gelb und sogar mehrere Großchancen zur Führung.
Dann Abpfiff: Da sich meine werte Gattin mittlerweile in der Tiefschlafphase befand, schaltete ich ins ZDF, zur „Anstalt“. Nach einiger Zeit trat Frau Kebekus ins Rampenlicht und da die mir Angst macht (ich schaue bei Vorträgen dieser Dame immer wieder besorgt auf mein Gemächt, ob es noch da ist) schaltete ich wieder um und zwar rechtzeitig zum Elfmeterschießen. Leider hatte ich die Vorgeschichte verpasst, sonst wäre mir vielleicht Jürgen Klopp aufgefallen, der sich mit Schmierseife am Elferpunkt zu schaffen machte und seine Spieler instruierte, das Standbein da nicht aufzusetzen. Lahm und Alonso wussten das natürlich nicht und der Rest ist Fußballgeschichte.
Meinem Freund Tobi möchte ich auf diesem Wege sagen: Das ist kein Grund zur Verzweiflung. (Eine seiner FB-Kommentatorinnen wollte sogar sterben gehen).
Mir ist’s ohnehin wurscht, nur meiner Gattin, die ich geweckt hatte um sie über den Ausgang des Pokalfights zu informieren, entfuhr ein:“ Geil….*schnorch*…“
Wir schalten zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

Man ist daran gewöhnt und die Mehrheit hört längst darüber hinweg, wenn wieder einmal von mehreren Hundert jämmerlich ertrunkenen Flüchtlingen berichtet wird. Wobei das Wort „Flüchtling“ mehrdeutig ist: Es gibt Kriegsflüchtlinge aus dem Alptraum naher Osten…und es gibt Flüchtlinge vor der Perspektivlosigkeit in Afrika.
„Ja wieso bleiben die denn nicht da, es herrscht doch kein Krieg“? fragt der Bundesbürger.  Doch, da herrscht Krieg: Handelskrieg: Es sind Fischer, deren Gewässer von europäischen Trawlern ausgebeutet werden, es sind Arbeiter, deren Textilfabriken dichtmachen, weil unsere „Kleiderspenden“ deren Arbeitsplätze vernichten, es sind Bauern, deren Hühner nicht mehr verkauft werden, weil wir unsere Fabrikhühner zum halben Preis anbieten. Es ist ein Kapitalismus ohne jegliche Moral und Ethik, die diese Leute aus ihrer Heimat treibt. Am besten ist das hier nachzulesen: Wie ein Kontinent ausgeplündert wird.
Und unsere Politprominenz reagiert einmal mehr „entsetzt und betroffen“ wenn 800 Schwarze im natürlichen Grenzzaun Mittelmeer ersoffen sind. Wenn man Kommentare in den asozialen Netzwerken liest, könnte man glauben, dass nur ein toter Flüchtling ein guter Flüchtling ist.
Irgendwann wird es den „Marsch der Millionen“ auf die Festung Europa geben und dann werden Labersendungen bei Jauch und Co. nichts mehr nutzen.
„Man müsse die Zustände in den Herkunftsländern ändern“ so der Ex-Minister Friedrich und der Schweizer Rechtsaußen Köppel bei Jauch. Ja wie denn?? Keine Waffen mehr an die Weiterverteiler a la Saudi-Arabien liefern? Den Industrieschiffen das Fischen an Afrikas Küsten verbieten? Monsanto&Co. an der landwirtschaftlichen Ausbeutung Afrikas hindern? Verschiedensten „Wohlfahrtsorganisationen“ den lukrativen Export von Altkleiderspenden in die dritte Welt verbieten?….da lässt man doch lieber weiter Flüchtlinge ersaufen und nennt als Schuldige die Schlepperbanden mit ihren maroden Booten.
Diese Herrschaften sollten wenigstens so ehrlich – wie viele Kommentatoren im Netz – sein  und sagen, dass ihnen ersoffene Flüchtlinge am Arsch vorbei gehen…..solange sie nicht am Ballermann oder an den Stränden von Jesolo oder Rimini angeschwemmt werden stören die nicht……welch ein Glück, dass Deutschland nicht am Mittelmeer liegt, sollen sich die Italiener oder Griechen damit rumschlagen, dafür wurde das Dubliner Abkommen doch geschaffen!!

Und jetzt geh‘ ich kotzen……achja..falls mich wieder einmal jemand als „Gutmensch“ bezeichnen will…was ist eigentlich das Gegenteil vom Gutmenschen? Köppel?

4U 9525: Nichts bleibt……

Veröffentlicht: März 26, 2015 in Deutschland, Ethik, Facebook, Gewalt, Reisen
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Ich wollte etwas zu dem Drama um German-Wings 9525 schreiben…jedoch..es fällt sehr schwer, angesichts des Unfassbaren etwas Rationales zu sagen. Und damit meine ich nicht nur den Absturz selbst.
In Facebook tobt sich der Mob auf der Seite dieses unglückseligen Copiloten aus, vor dem Haus der Eltern in Montabaur stehen die Gaffer.
Ich halte es für UNVERANTWORTLICH, dass sein Name öffentlich gemacht wurde.
Wenn man die Kommentare im Netz liest, dann fragt man sich, wer wahnsinniger ist…..der Pilot oder die, die dort unter Anderem zum Lynchmord an seinen Eltern aufrufen.
Ich habe den Amoklauf von Winnenden hautnah miterlebt, kannte den Vater des Schützen geschäftlich und weiß, welche Folgen das für die Familie hatte.
So sehr mein Mitgefühl den Angehörigen der Opfer gilt, die ihre Liebsten verloren haben: Man sollte nicht vergessen, dass auch die Eltern der Täter ein Kind verloren haben. Vielleicht schlimmer noch: Sie müssen mit dem Gedanken leben, dass ihr Sohn ein Mörder war.
In Montabaur wird nichts mehr so sein, wie es war. Es gibt noch viel mehr Opfer, als die armen Menschen in der Maschine.
Uns bleibt die Trauer, Vielen bleibt der Hass….den Eltern der Täter bleibt nichts………

Nachtrag: Dies Alles basiert auf meinem dezeitigen Informationsstand. Es gibt auch Stimmen von Fachleuten (eben in der ARD) die darauf hinweisen, dass hier allzu schnell ein Schuldiger gefunden wurde. Es seien auch andere Szenarien vorstellbar.

Zu Pegida: Gegen Pegida (und da vor allem gegen diejenigen, denen „das Volk“ hinterherläuft) zu sein, bedeutet noch lange nicht,  ein sog.“Islamversteher“ zu sein. Nein, ich verstehe weder den Islam noch irgendeine andere Religion, aber ich gestehe selbstredend jedem zu, die höhere Macht anzubeten, die er für eine solche hält.
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Atheisten, Juden, Moslems, Christen undwasweißichnochalles unterliegen in Deutschland denselben Gesetzen und haben sich danach zu richten. Die Religionskarte sticht nicht die BGB-Karte. Moslems gehören zu Deutschland, wir haben den größten Teil von ihnen selbst ins Land geholt und da sind sie nun mal. Und damit müssen auch die klarkommen, denen das nicht passt. (Auch die Sachsen, obwohl da kaum Muslime leben). Und der Islam? Historisch gehört er ganz sicher nicht zu Deutschland, aktuell aber schon.
Salafisten , Islamisten und alle, die glauben, weltliche Gesetze gelten für sie nicht,  sollen dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. Die Nazis können sie gleich mitnehmen, damit es dort nicht zu langweilig wird.
Zu Gesinnungen: Links zu sein bedeutet nicht, die militante Antifa für schwarzgekleidete Verteidiger der Freiheit zu halten. Hooligans – ob braun oder rot angemalt – sind nun mal Hooligans und müssen als solche behandelt werden.
Zu Verschwörungstheorien: Den üblichen VST äusserst kritisch gegenüber zu stehen, bedeutet nicht, dass man glaubt, dass im Hintergrund keine ungeheuren Schweinereien laufen. Es bedeutet auch nicht, dass man glaubt, alle VST-Anhänger seien Nazis und hätten einen Hut aus Alufolie auf dem Haupt.
Zu politischer correctness: Ein Arschloch darf als ein Solches bezeichnet werden, egal welcher Ethnie oder Religion er angehört. Aber Hallo!
Zu öffentlichen Diskussionen in sozialen Medien: Das gegenseitige an-den-Kopf-knallen seiner jeweiligen Überzeugung ist a) keine Diskussion und führt b) in 99,9% der Fälle zu nix. (Z.B. mich zu einem VST-Anhänger, oder Pegida-Versteher machen zu wollen, ist sinnlos. Eher macht man den Papst zum Protestanten). Öffentliche Diskussionen werden heutzutage – egal wo – ohnehin nur noch aus einem Grund geführt: Den unbeteiligten Zuschauer oder Mitleser – und nicht den Widerpart -von der Richtigkeit seiner Ansichten zu überzeugen. Dem Anderen zuzuhören, oder über das Gehörte nachzudenken und im Ernstfall von seinen Ansichten abzurücken? Wo hat’s so etwas das letzte Mal gegeben?
Deshalb:In den allermeisten Fällen, Zeitverschwendung. Leider.
Rechthaberei: Nein, ich habe beileibe nicht immer recht und bin schon x-mal in der Situation gewesen, meine Meinung „anzupassen“. Allerdings gilt das nicht für meine Grundüberzeugungen. Die behalte ich.

….ihr könnt ruhig drinbleiben, man weiß ohnehin längst Alles über Euch. Was Ihr wann/wo einkauft, wo Ihr Urlaub macht, welche sexuelle Präferenzen Ihr habt, undundund. Alles! Völlig unabhängig davon, ob Ihr selbst Facebook oder Google nutzt oder nicht. Freunde, Verwandte und Bekannte von Euch nutzen es und das genügt den Algorithmen bereits als Futter.
Schaut einfach mal rein in euer Google-Dashboard (und da steht nur ein Bruchteil dessen, was Google wirklich über Euch weiß)
Schöne neue Welt, alles vernetzt, bald sogar der Kühlschrank, das Auto, die Heizung und was-weiß-ich-noch-alles. Deshalb nützt es überhaupt nichts, aus den sozialen Medien zu verschwinden, zumal diese auch durchaus ihre positiven Aspekte haben. Spätestens seit Snowdon wissen wir, dass Google&Co. mehr oder weniger freiwillig mit den „staatlichen Diensten“ kooperieren. Jeder totalitäre Staat der Vergangenheit hätte sich alle 10 Finger geleckt, wären ihm solche Möglichkeiten geboten worden.
Mindestens genau so gefährlich ist aber die wirtschaftliche Macht, die Google durch gezielte Rankings bei den Suchergebnissen erwachsen ist. Diese Maschine ist mächtiger, als alles bisher Dagewesene und Merkel hatte nicht so ganz unrecht, als sie vom „Neuland“ Internet sprach. Schaut Euch die Reportage unter dem Link an und staunt. Und grämt Euch nicht allzusehr, das Ganze hat ja auch sein Gutes. Sollte die Demenz bei Euch zuschlagen und Ihr wisst nicht mehr, wann Ihr wo wart, oder wie das potenzsteigernde Mittel hieß, das Ihr in der Online-Apotheke erworben hattet…….? Einfach in Google-Dashboard schauen, da steht alles drin.
Weiterhin viel Spaß in der schönen neuen Welt. 🙂
Nachfrage eines Lesers: „Warum tut unser Staat nichts dagegen?“ Keine Ahnung, ich werde das nachher mal googeln.

“ Die geheime Macht von Google“ | Reportage / Dokumentation | ARD Mediathek