Deutschland auf dem Weg ins 4. Reich.

„Nur“ 25-29% in den neuen Ländern? 70% haben die ja nicht gwählt, also alles gut. Das lese ich immer wieder, aber es beruhigt mich nicht wirklich. Hitler haben 31% zur Machtübernahme genügt. Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass die 70% der Nicht-AFD Wähler vollkommen uneins sind. Sozis, Linke, Grüne, CSU/CDU, Freidemokraten.

Also Menschen, die nicht einmal in der Lage sind, gemeinsam zu koalieren, die Linke und AfD-Faschisten gleichsetzen, die sich lieber gegenseitig oder sogar intern fertigmachen, statt gemeinsam gegen Faschisten zu stehen. Denn diese halten zusammen „in Treue fest“ für Höcke, Volk und Vaterland.

Schon fordern die ersten CDU-Politiker, über eine Koaltion mit Höckes AfD nachzudenken, schließlich handele sich ja um eine konservative Partei. Nun ja, Adolf war ja auch irgendwie konservativ..

Man ist kurz davor, denselben Denkfehler zu machen, wie die Zentrumspartei 1933. Damals glaubte man Hitlers leeren Versprechungen, und gab ihm das Ermächtigungsgesetz. Man glaubte, ihn zur Raison zu bringen, wenn er erstmal in Amt und Würden sei. Wie gut das klappte, wissen wir. Und wären SPD und KPD nicht damit beschäftigt gewesen, sich gegenseitig bis aufs buchstäbliche Messer zu bekämpfen, hätte Hitler wahrscheinlich verhindert werden können.

Noch haben wir keine wirtschaftlichen Verhältnisse wie 33, aber wenn man sich die Versäumnisse der deutschen Wirtschaft anschaut, dann dürfte es über kurz oder lang auf eine Rezession hinauslaufen. Und wenn die Braunen schon in einem relativen Wohlstand auf über 25% kommen, dann mag man sich das Ergebnis in einem wirtschaftlich schwächeren Deutschland ausmalen.

Wir denken sehr ernsthaft darüber nach, unsere Restlaufzeit im Ausland zu verbringen. Kurioserweise auf derselben Insel, auf der sich ein Lutz Bachmann auch äußerlich bräunen lässt.

2 Gedanken zu “Deutschland auf dem Weg ins 4. Reich.

  1. katrin hilger

    Tja, das seh ich noch nicht so schwarz. Ich würde auch die AfD von heute nie im Leben mit den Nazis von damals gleichsetzen. (eher – wie der Tagesspiegel es sagt: der CSU unter Strauß) Dennoch gefällt mir diese Partei nicht. Aber sie ist das direkte Ergebnis der Politik von Angela Merkel, jedes Thema mitzunehmen – auch alle der politischen Gegner und sich so die Mehrheit sichern. Das Ergebnis war eine CDU/CSU ohne Kontur und Markenkern – und es denken nun mal viele Leute eher konservativ. Die hatten nun keine Heimat und haben bei der AfD eingecheckt. Wenn die Mitte sich wieder für einen klar konservativen Kurs entscheiden würde, wäre auch die AfD weg, da bin ich sicher.

    1. Konservativ? Höcke ist ein gerichtsfester Faschist. Nicht, dass in der frühen CDU keine NSDAP-Mitglieder waren – einer hat es sogar zum Bundeskanzler, ein anderer zum M.P. gebracht – aber die AfD mit der CSU unter Strauss zu vergleichen ist mir zu billig. Strauss war alles Mögliche, aber immerhin nicht bestrebt, die Demokratie abzuschaffen. Ich rate, zu Veranstaltungen dieser Partei zu gehen, da kann man mit Gänsehaut hören, was deren Gefolgsleute wollen Und Merkel? Wir werden uns nach ihr zurücksehnen, obgleich ich ihre Partei nie wählte.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.