Hotline. Die never ending Story.

Wer kennt sie nicht, die verzweifelten Versuche, mittels eines Anrufs bei einer Hotline irgendetwas erreichen zu wollen?

Mittwoch 10h: „Schatz, bist Du auch draußen?“ Ich war zwar drin (im Haus), wusste aber nach einem Blick auf den Router sofort, was meine Gattin meinte. „Ja, DSL ist down.“ Scheiße, was ist jetzt wieder los, mitten in der Nacht um 10h?

Router aus und wieder eingeschaltet: nix! Ausgesteckt und nach 10min wieder eingesteckt: nix. Mit einem Zahnstocher den Reset-Button gedrückt und danach mühevoll alles wieder neu konfiguriert: kein Netz!

„Ich ruf mal die Hotline an!“ Gottseidank läuft das Handy über einen anderen Provider, sonst ginge das vielleicht auch nicht.

Nachdem ich 10x laut „JA“ oder „NEIN“ gesagt hatte, wurde ich aufgefordert, meine Telefonnummer zu sagen. Achter Versuch, Hotline-Affe:“Ich habe Sie nicht verstanden, sie können ihre Nummer auch mittels Tastenfeld eingeben“

„Arschloch, sag das doch gleich!“

„Ich habe sie nicht verstanden.“

Irgendwann war ich dann durch, schweißgebadet und entnervt. Ein echter Mensch! „Haben sie den Router aus und einges…“ „JA.! Ich habe alle konservativen Behandlungsmethoden angewandt.“ „Gut, dann schreibe ich ein Techniker-Ticket. „Wann kommt denn der Techniker, so ca.?“ fragte ich vorsichtig. „Das kann ich nicht sagen, sie bekommen eine sms.“ Aufgelegt.

„Du Schatz, frag doch mal bei den Männern mit dem Bagger da unten. Vielleicht haben die was damit zu tun“, sagte meine Gattin, die aus dem Fenster schaute, weil das Internet nicht ging. Bagger, Bauarbeiten? Okay, gefragt: “ In einer halben Stunde geht’s wieder, wir installieren ein neues Kabel.“

Gut, prima. Oha, der Techniker! Den muss ich abbestellen. Wieder bei der Hotline zu einem echten Menschen durchgekämpft. „Sie brauchen einen Technikertermin? Das verstehe ich nicht, sie haben doch schon einen?“ Leider sprach die Frau so schnell, dass ich ihr nicht in die Parade fahren konnte. „Deshalb rufe ich ja an. Wir brauchen den nicht mehr. Erdarbeiten waren die Ursache, bestellen Sie den wieder ab.“

„Das geht nicht“, sagte das Fräulein von der O2-Hotline. „Wie, geht nicht?“

„Sobald ein Ticket ausgestellt ist, geht das an die Telekom, der die Leitung gehört. Und auf die Telekom haben wir keinen Zugriff.“

„Dann sitze ich am Freitag von 8-18h (in diesem Zeitraum wollte der Techniker laut sms kommen) zu Hause und warte auf jemanden, den ich überhaupt nicht brauche?“

„Sie müssen nicht zu Hause bleiben. Wenn niemand da ist, geht der wieder.“ Klasse. Jetzt weiß ich auch, weshalb die DSL Gebühr so hoch ist. Der Telekom-Mann kam um 9h, als wir noch zu Hause waren. „Bitte unterzeichnen Sie hier, dass ich hier war.“ „Und wenn niemand da gewesen wäre?“ „Dann hätten wir Ihnen das in Rechnung gestellt.

Danke, O2. Mange tak for ingenting, wie der Däne sagt. Danke für nichts.