Türkei/Referendum: „Wer nicht wählt, der nicht zählt!“**

Veröffentlicht: April 17, 2017 in Deutschland, Europa, Politik, Verschwörungstheorien, Volksverdummung
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Es ist gewählt: Habemus dictatorem. Soweit, so schlecht. Über die Rechtmäßigkeit der Wahl wird zwar gestritten werden, was aber nichts am Ergebnis ändern sollte. 

Immerhin war fast jede zweite Stimme gegen die Verfassungsänderung, wobei das nicht bedeuten muss, dass die Gegner des Referendums auch gegen Erdogan sind. Immerhin ist das Land nun genau in der Mitte gespalten und ich bin froh, dass die Mütter und Väter unsererer Verfassung für eine Änderung derselben eine Zweidrittelmehrheit vorgesehen haben. (Doch, liebe VSTler, wir haben eine Verfassung. Sie nennt sich „Grundgesetz“)

Anders das Ergebnis in Deutschland: Hier stimmten 63% der Wähler für Erdogans Plan. Und nun geht der Tanz los. Übelste Beschimpfungen und Bedrohungen zwischen Deutschen und Evet-Türken, sowie zwischen Türken untereinander sind die Folge. Wohin das noch führt, mag ich mir garnicht ausmalen. (Nebenbei bemerkt: In der Schweiz lebende Türken haben mehrheitlich gegen Erdogan gestimmt, woran das wohl liegt? Ich weiß es nicht..schweizer Ergebnisse)

Und nun lese ich in verschiedenen linken Foren, man dürfe ja nun nicht gleich alle in Deutschland lebenden Türken über einen Kamm scheren, schließlich hätten 50% überhaupt nicht gewählt. Hä? Was ist das denn für einen Argumentation? So argumentieren gewöhnlich Reichs – und sonstige besorgte – Bürger, wenn es um die Legitimation der gewählten deutschen Regierung geht. Da 30% Nichtwähler Merkels Partei nicht gewählt hätten, sei sie unrechtmäßig Kanzlerin. Und nun kommt von Linken so ein hanebüchener Blödsinn, weils gerade in den Kram passt.

Es ist müßig darüber zu spekulieren, wieviele denn nun für Hayır oder Evet gestimmt hätte, wenn sie denn gestimmt hätten. Ham se aber nicht. Offensichtlich war ihnen die Abstimmung egal. Dabei war es diesmal ganz einfach, keine Parteien, nur JA oder NEIN. Nicht einmal ein „Vielleicht“ oder „Ist mir egal“, wie bei den Telefonabzockabstimmungen in den Vollpfostenprogrammen.

Fazit:Wer bei einem solchen Referendum  nicht mitmacht hat auch kein Recht zu meckern, oder in eine virtuelle Statistik einzufließen. Fertig! 

**B.Kleiner

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Kommentare
  1. dermixer sagt:

    Treffender kann mans nicht formulieren. Du hast mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.

  2. renz sagt:

    Voraussetzung für mehr Freiheit innerhalb einer Demokratie benötigt ein Minimum an Disziplin jedes Einzelnen. Von Kindheit an anerzogen.
    Das ist die wichtigste Voraussetzung. Bei den meisten Völkern fehlt das, weil kein Geld dazu da ist, oder mangels Interesse.
    Beim Zusammenleben ist das teils Vorteil, teils Nachteil.

    Wenn dieTürken mehr demokratische Freiheiten bekämen, dann ginge das bei denen so aus wie in Griechenland. Der unerlaubte Griff in die Staatskassen. Jeder machte was er will, und nur zu seinem Vorteil, mit Korruption und allen anderen verbotenen Mitteln.
    Was dabei herauskam ist bekannt.

    Ähnlich wie zum Beispiel in Marokko:
    Ohne Korruption läuft gar nichts. Die Polizei schaut bei dem katastrophalen und undisziplinierten Verhalten der Verkehrsteilnehmer untätig zu, und wenn es dann doch einmal zu einer Strafe kommt dann wird sie mit Korruption klein gehalten.
    (Analphabeten dürfen Moped fahren, obwohl sie keine Verkehrsschilder lesen können, oder andere Verkehrsvorschriften.)
    Dasselbe auf den Ämtern. Wer mehr besticht kommt schneller zum Ziel.
    Ein Zusammenhalt ist nur möglich mit einem starken Mann. Dem König.
    Die Macht über Polizei und Militär hat er alleine.

    Die knappe Mehrheit der Türken wählte mit Erdogan das kleinere Übel.
    62 % der Türken im Ausland genauso, weil sie wissen, dass eine Demokratie wie beispielsweise in Deutschland, in der Türkei gegenwärtig nicht funktioniert.
    Vielleicht in hundert Jahren. Wenn überhaupt…
    Da müssten die meisten Gesetze einschließlich der türkischen Mentalität
    und Bräuche geändert werden.
    Sollte Erdogan seine Macht missbrauchen, dann kommt der nächste Putsch,
    ähnlich wie in Ägypten.

    Schon der Gedanke einer Mitgliedschaft der Türkei in der EU ist ein Witz.
    Man könnte mit denen einen Nachbarschaftsvertrag machen, wie es die Österreicher vorgeschlagen haben.

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