Die andere Seite der Willkommenskultur.

Meine Haltung zur Flüchtlingsproblematik ist hinlänglich bekannt, meine politische Einstellung ebenso. 

Wenn einem jedoch das widerfährt, wovon mir gerade ein guter Freund berichtet, gerät das Gerüst der liberalen Grundeinstellung ganz schnell ins Wanken. Er wohnt auf dem platten Land, weit weg von der nächsten größeren Stadt hat er dort vor Jahren eine Immobilie gekauft. Darin befindet sich sein kleiner Betrieb und seine Privatwohnung. In einem sog. Industrie/Mischgebiet. 

Der Wert dieser Immobilie ist nun über Nacht nach Schätzungen eines Fachmanns um ca. 150.000€ gefallen. Weshalb? Nun, der Landrat hat in seiner unendlichen Weisheit beschlossen, direkt an den Grundstücksgrenzen meines Freundes eine Containersiedlung für Asylbewerber zu errichten. Versprochen waren Familien mit syrischen Kriegsflüchtlingen – die mein Freund jederzeit unterstützt hätte – wie es aber aussieht, kommen afrikanische männliche Jugendliche in unbekannter Anzahl. 

Dorthin. An den Arsch der Welt. Was sollen die dort den ganzen Tag machen? Dort gibt es nix! Kein Lokal, keinen Supermarkt, kein Garnix. Das Industriegebiet liegt vom Ortskern noch eine ganze Ecke entfernt. 
Unzählige Eingaben sowie die Einschaltung eines Rechtsanwalts waren vergeblich.
Mein Freund hat Angst. Ich kann’s verstehen. Wenn man weitab vom Schuß wohnt, redet sich’s leicht. Er baut jetzt einen Zaun um sein Gelände. Natürlich auf eigene Kosten. Und wenn mir jetzt jemand einen Paradigmenwechsel unterstellt…ich lade ihn ein, sich dieses Containerdorf azuschauen. 

Ich werde den Verdacht nicht los, dass dahinter ein perfides System steckt. „Wenn wir dem Bürger die Asylbewerberheime direkt vor den Gartenzaun klatschen, wird der Widerstand wachsen und wir haben mehr Argumente gegen Flüchtlinge„. Nun, der Bürger wird auch diesen Landrat nicht mehr wählen. Er wird sich Parteien zuwenden, die einfache Lösungen versprechen.

Ach, nebenbei bemerkt: Mein Freund wählt nicht die AfD. Noch ist ihm klar, dass ein Wechsel zu den rechten Heilsbringern ungefähr so sinnvoll ist wie der Versuch, mit Crystal Meth vom Heroin loszukommen.

Obwohl: Eigentlich müsste man Petry Heil&Co. dankbar sein. Sie zeigen unseren Volksvertretern, dass es ein „weiter so“ nicht geben kann. Ich fürchte nur, dass es dafür längst zu spät ist. Trump, UKIP, Front National, Lega Nord…sie alle lassen grüßen. 

Blick von der Terrasse :

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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Eine Antwort zu Die andere Seite der Willkommenskultur.

  1. muffy2013 schreibt:

    Was ich vor 10 Jahren noch für unmöglich gehalten habe,dass die Nazis wieder die Macht in Deutschland haben,rückt mehr und mehr in meine Vorstellung.Verschiedene Politiker scheinen es geradezu darauf anzulegen.Der Wähler ist scheinbar auch nicht mehr in der Lage,zu unterscheiden was das kleinere Übel ist.

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