Es ist EM und ich habe keine Fahne am Auto….. :(

Veröffentlicht: Juli 2, 2016 in Sonstiges

Fußball, für mich ein schwieriges Thema. Als Kind gehörte ich zu Denen, die als Letzte gewählt wurden, wenn die Sportskanonen auf dem Schulhof ihre Mannschaften zusammenstellten.
Im Gegensatz zu meinem Bruder Harry war ich ein eher ….“vorsichtiger“ Knabe (nein, ich bin nicht schwul 🙂 )
Mein Bruder war ein Haudraufundschluss, im Fußball und im Leben. Einmal hatte ich mitansehen müssen, wie er nach einem leichten Rempler seinen Kontrahenten quer über den Platz (ohne Ball) verfolgte und diesen nach einer Hatz über 90m über die Seitenlinie drosch. Voll auf die Knochen.
Das war nach 5 min. Spielzeit und vermutlich war er vom Gelage am Vorabend so erschöpft, dass er die rote Karte als einzigen Ausweg sah, nicht noch weitere 85 Minuten rennen zu müssen.

Gut, bei einem Heimspiel wäre das vernünftiger gewesen, denn die Tätlichkeit beging er in Unterrot! Einem Ort, den ich als Musiker deshalb in Erinnerung habe, weil sich dort nach einem unserer Konzerte der gesamte Ort vor der Halle prügelte. Nicht wegen der Musik, der Grund ist unwichtig. Es gehört dort einfach zur Folklore.
Unser Equipment konnten wir erst 3 Stunden später einladen, nachdem die ärgsten Kampfspuren beseitigt waren. Wir hatten uns derweil in der Garderobe verschanzt.

Das nur zum besseren Verständnis, warum ein vorsätzliches Foul an einem Spieler der Heimmannschaft in einem Ort wie diesem äusserst leichtsinnig ist. Vandalen!

Einmal, ein einziges Mal stand auch ich auf dem Felde der Ehre. B-Jugend VFR Waiblingen und der etatmäßige Linksaußen war verletzt.
Nach 15 Minuten wurde ich wieder ausgewechselt, ohne auch nur einmal den Ball berührt zu haben.
(Die Bälle bestanden zu der Zeit noch aus aus einer Schweinsblase die von rauhem Leder umhüllt war. Wenn es nass war, wog so eine Kugel ca.20 Megatonnen)

Kurz: Es regnete und ich war ganz froh, nicht vom Ball getroffen worden zu sein.

Im Fußballstadion war ich ein einziges Mal. In der ersten Saison 63/64. VFB Stuttgart vs. 1 FC Köln. „Ewert hat ne Waaarze, auf seiner Glaaatze“ wurde der Torwart des Gegners verhöhnt. Das Spiel ging 1:0 aus. Für wen, weiß ich nicht mehr, denn ein eiskalter Wind pfiff durch die ehemalige „Adolf-Hitler-Kampfbahn“, die nun „Neckarstadion“ hieß und mein Hirn war eingefroren. Heute heißt sie – glaube ich – Gottlieb-Daimler-Stadion. Das kommt immer auf den Sponsor an. Wer zahlt schafft an, wie die Bayern sagen.

Und nun ist wieder mal ein Kräftemessen der besten europäischen Fußballnationen (Wales, Island und der Rest) in Frankreich angesagt. Und ich schaue jedes Spiel an. (was ich jedoch öffentlich niemals zugeben würde)

Bei Island gegen Brexit habe ich mehr gejubelt als bei den deutschen Spielen….bisher.
Denn heute abend ist – wieder mal – das Spiel der Spiele. Kartoffel gegen Spaghetti, Porsche gegen Ferrari, Gründlichkeit gegen Frechheit, Kehrwoche gegen streikende Müllabfuhr.

Das ging noch nie gut aus für uns. 4x remis und 4 Niederlagen bei Meisterschaften. Italia war immer Endstation für die Tedesci.

Heute soll das anders werden, wenn es nach meinen Freunden Hans-Karl und Jürgen „Vadder“ geht. Die Beiden waren im Gegensatz zu mir bei denen, die auf dem Schulhof zuerst gewählt wurden und sollten sich auskennen. Hoffe ich…

Ich hoffe inständig, dass das nicht über ein Elfmeterschießen geht, denn ich bin Gitarrist.
Und da kann ich es mir nicht leisten, mir vor lauter Nervosität die Fingernägel abzubeissen….

HAT MAL JEMAND 1-2 VALIUM ÜBRIG??

Da ich am Auto keine Fahne habe…..:

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Kommentare
  1. premvinayaka sagt:

    Haha, ich war auch immer der letzte auf dem Platz oder bestenfalls der vorletzte (wir hatten einen in der Klasse, den man als „zwergenwüchsig“ bezeichnen hätte können: nun, er war halt sehr klein …)

    Trotzdem hab‘ ich im vorgerückten Alter (30, 35 …) angefangen, mir Fussballspiele anzusehen, bei WM und EM, auch mal ein Pokalendspiel (Bundesliga am Wochenende: nööö !!!). Es gibt Spiele, da ist man danach enttäuscht (wenn zwei Mauern sich gegenseitig im Weg stehen), und andere, die sind richtig gut. Wenn dann auch noch der eigene Favorit gewinnt: um so besser !

    Ich wär‘ ja für ein Endspiel Island gegen Wales: die Tüchtigen gegen die Tapferen (wie man daraus ablesen kann, ist der Nationalstolz bei mir nicht so ausgeprägt, denn vorher müssten ja „die Unseren“ gegen Island verlieren …). Aber gestern, gegen Italien, war zwar nicht besonders schön, aber echt Spannung hoch zwei. Nervenaufreibender kann man es, glaub‘ ich, nicht mehr gestalten. Ich hoffe, es haben genügend Fingernägel überlebt !!!

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