8 Einwohner, 200 Flüchtlinge. Geht’s noch?

„Das könnte in einer Katastrophe enden“ So titelte die „Murrhardter Zeitung.

4.Advent, 15°+ , Sonne….“fahr’n wir nochmal durch die schwäbische Provence“, sagte ich zu meiner Gattin. Und so fuhren wir etwas planlos durch den schwäbisch-fränkischen Wald.
Ein kleiner Ort erregte unsere Aufmerksamkeit : Oberneustetten. Offiziell ein Teilort der Gemeinde Murrhardt. Inoffiziell „Culo del Mondo“, wie der Italiener sagt. Am Arsch der Welt, oder auf schwäbisch: „A Flegga am a Fizinalsträßle“.

An dieser Landstraße leben exakt 8 Menschen. Einkaufsmöglichkeiten : null. Arzt: null Apotheke: null. Es gibt nix dort, garnix, nicht einmal Netz für’s Handy.
Die W-lan Geschwindigkeit ist schon jetzt grenzwertig, 200 User mehr würden den Zusammenbruch bedeuten.

Einen Polizeiposten gibt es. 7km entfernt, nachts und am Wochenende nicht besetzt.

Und ein Pflegeheim für psychisch Kranke gibt es. Und in dieses wollen die Behörden (nachdem die Pfleglinge entmietet sind) 200 Flüchtlinge einquartieren.
Die „Gallier“ aus Oberneustetten wehren sich dagegen. Und das mit Recht.
Ich gebe zu, erstmal dachten wir an eine Art schwäbische Pegidioten, als wir die Plakate sahen. Allerdings hing da an selber Stelle auch eins mit der Aufschrift :“Refugees welcome“.

Wie geht das zusammen? Am Ortseingang  (Ortsrand möchte ich nicht schreiben, denn dort ist überall Ortsrand) standen ein paar Leute auf einem Privatgrundstück, mit Christbaum und Glühweinkessel. Mal hin und fragen, wenn man schon da ist. „Vielleicht sind’s Rechte?“..so mutmaßten wir (da wir die Hintergründe  nicht kannten)
Nee, keine Neos, im Gegenteil, einige Althippies -wie wir- waren auch dabei. Im Lauf der Zeit wurden’s immer mehr und zum Schluß stieß auch noch der Ortspfarrer Kaltenbach hinzu, nach dessen kurzer Rede alle Zweifel an der Lauterkeit der Bürgerinitiative beseitigt waren.

Der Initiator der „Gallier“- Michael Hartdegen – sagte mir, dass es eigentlich nur um Kohle gehe. Der Besitzer des Pflegeheims habe einen Mietvertrag mit den Behörden geschlossen. Über 10 Jahre.
Achja…die Oberneustettener sind alles andere als fremdenfeindlich. 65 Flüchtlinge würden sie gern willkommen heißen. 65? Auch das erscheint mir mehr als großherzig. Das sind 8 Flüchtlinge pro Einwohner.
Man hält uns während unserer 2monatigen Abwesenheit auf dem Laufenden, via Mailing-List.
Ich frage mich, wann die Refugees endlich gerecht verteilt werden…da, wo die Bürgermeister, die Landräte, die Abgeordneten und sonstigen Entscheidungsträger wohnen.
Da hat’s doch bestimmt Platz? Nee? Zu teure Gegenden, alles in Privatbesitz?…achso, na dann..

So züchtet man Rechtaußen. ( Was die Oberneustettener ausdrücklich NICHT sind)

Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass das Alles gewollt und geplant ist. Je mehr sich „das Volk“ gegen derartige Verteilungen wehrt, umso eher kann man sagen:“Wir schaffen das nicht“.

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Über schwabenkrawall

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7 Antworten zu 8 Einwohner, 200 Flüchtlinge. Geht’s noch?

  1. premvinayaka schreibt:

    Was ist ein „Fizinal-…“ – den Rest versteh‘ ich noch !!! 🙂 !!! – Zum Hauptthema: das Problem sind nicht die, die vor Elend und Verderben fliehen, sondern die Verwalter, die nur so verwalten können, wie sie immer schon alles verwaltet haben: „Hilfe ! Problem droht mit Arbeitsaufwand !!!“ Und die anderen, die in ihrer Gier nur den eigenen Vorteil sehen und ihn durchboxen – koste es, was es wolle, solange es „die Anderen“ was kostet und man selber was dabei verdient.
    In der aktuellen Situation wird nur überdeutlich, woran diese unsere Gesellschaft schon seit eh und je krankt – im besten Fall wird es uns alle zu einem Umdenken zwingen 🙂 !!!

    • schwabenkrawall schreibt:

      Das Fizinalsträßle ist eine kleine Gemeindestraße. Woher sich „Fizinal“ ableitet, weiß ich nicht, verm. aus dem Französischen . Ansonsten bin ich natürlich mit Dir einig. Liebe Grüße auch von Jule

  2. Michael Hartdegen schreibt:

    Der evang. Pfarrer ist der Steffen Kaltenbach

  3. Michael Hartdegen schreibt:

    Mein Name steht oben, hab Dir auch Mail geschickt.
    Du hattest mir CD geschenkt

  4. Michael Hartdegen schreibt:

    Klasse ! Dein Beschreibung trifft den Kern, alle Achtung.

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