Handy und DSL-Altkunden. Der Beschiss mit den Tarifen.

Ich könnte kotzen.
Anscheinend muss man erst einen Vertrag kündigen, ehe man in den Genuss von besseren Tarifen kommt f***.
Zur Sachlage: Seit ich ein Handy (jetzt Smartphone) , sowie einen DSL-Anschluss besitze, bin ich Kunde bei O zwo.

Solange ich berufstätig war, machte ich mir um laufende Kosten keine Gedanken. Man verdiente sehr anständig und 19,99€ für’s Handy und rund 30€ für DSL fielen kaum ins Gewicht. Was Lacost‘ die Welt? Geld spielte keine Rolex.

Das ändert sich schlagartig, wenn man in Rente geht….da werden aus einem Euro plötzlich nur noch knapp 60 Cent und man beginnt zu rechnen…wo kann man sparen?

Hmmm? Meine Frau hat für ihr Tablet eine Sim-card von Aldi-Talk und der überaus günstige Preis, sowie die Tatsache, dass es monatlich kündbar ist, weckten den Schwaben in mir.

Kündigung (nach längerem Suchen im Netz) bei O2 und fertig ist die Laube. Der Aldi Tarif (ich telefoniere sehr wenig, schreibe max. 5 sms im Monat und surfe nur wenig ohne W-lan) kostet – für meine Bedürfnisse – beim weltgrößten Discounter  ca. 7€/Monat. Da spar‘ ich doch glatt 13€? Toll.

Schön, wart‘ mer mal ab. Im Juni 2016 läuft der Ozwo Vertrag aus.

Die schrieben heute folgende Mail:

Da wir Ihre Kündigung außerordentlich bedauern, möchten wir Ihnen heute ein großzügiges Angebot machen. Bitte rufen Sie doch unsere kostenfreie Service-Nr. an.“

? Na gut, dann rufe ich da mal an. Zur Not kann ich die ja mit den Aldi-Preisen verhöhnen. 🙂
So dachte ich….
Ein Herr meldete sich (mein Name ist blablawaskannichfürsietun etc.pp.) und war nach einem Blick auf seinen Bildschirm sofort im Bilde:
„Ich habe hier Ihre Telefon und Surfgewohnheiten und biete Ihnen unseren Basic-Vertrag (zuvor war ich völlig überteuert eingestuft) für 4,99 im Monat. Das erste halbe Jahr zahlen Sie 2,99…

Hä? Aus war’s mit verhöhnen, denn die Leistungen enstprechen in etwa dem Aldi-Angebot für 7€. Natürlich nahm ich an.
Aber es kam noch besser. Nachdem ich noch einmal wegen der Bestätigungsmail anrief, war eine Dame am Apparat. Nachdem ich mein Anliegen geschildert hatte, fragte sie:
Sie haben doch auch noch einen DSL/Festnetz – Vertrag bei uns, Flat mit 4000er Geschwindigkeit? „
Den hab ich wohl, gnä‘ Frau. Was ist damit?“
Den könnten wir auch ändern, hat Sie denn mein Kollege nicht dahingehend informiert?
„Nee, hatter nicht“
Oh, da muss ich mich für meinen Kollegen entschuldigen. Ich kann Ihnen eine schnellere DSL-Verbindung anbieten. Eine 6000er mit Festnetz. Natürlich Flat, wie zuvor.“
„Und um wieviel ist das teurer“
Um nichts. Es kostet 17€ im Monat, also 13€ weniger.

Sie konnte mir nicht erkären, weshalb die schnellere Leitung nur fast halb so teuer wie die langsamere ist….. Achja, zu guter Letzt machte sie aus dem halben Jahr Handy für 2,99 ein Ganzes….da schlag‘ Einer lang hin….naja, es ist Weihnachten.
Ersparnis pro Jahr. = 360€….exakt die Kfz- Versicherungsprämie des Wagens meiner Frau…

Warum ich eingangs geschrieben habe, ich könnte kotzen, wo ich doch jetzt so viel spare?
Weil ich – verdammt noch mal – nicht schon viel früher gekündigt habe.
Ich könnte kotzen, weil wir dummen Altkunden die Beschissenen sind. Weil ohne Druck nichts geht. Weil Preiserhöhungen sofort kommuniziert werden, wenn’s aber viel billiger geht, hört man nichts vom Provider.
Künftig werde ich rechtzeitig zu jedem Vertragsende kündigen und das solltet Ihr auch tun!!

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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2 Antworten zu Handy und DSL-Altkunden. Der Beschiss mit den Tarifen.

  1. Wolfgang Gosejacob schreibt:

    Das Problem gab es auch schon (früher) mit Altverträgen bei der Telekom. Natürlich auch bei anderen Firmen und in anderem Branchen. Ein grundsätzliches Problem also. Gesteigert durch fleißige BWLer und den vermeintlichen Kostendruck. Das Geld ist schließlich schon in der Kasse und verplant.

    Die Wechselfaulheit, auch bei Strom und Gas, zeigt das Problem, das sich erst langsam bessert, wenn die Netzagentur (zu selten, zu langsam, zu zaghaft) einschreitet. Es gilt ja die zaghafte Pflanze Wirtschaft nicht zu schädigen.

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