ESC: Ein Beethoven hätte keine Chancen gehabt…weshalb?

Veröffentlicht: Mai 25, 2015 in Deutschland, Europa, Kultur im näheren und weiteren Sinne, Musik, Politik, Volksverdummung
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Weil er scheiße aussah.
Pockennarbig, von ungeschlachter Gestalt und mit wirrem Haar? Auf diesem Jahrmarkt der Eitelkeiten und des schönen Scheins zählt die musikalische Leistung nur in zweiter bis dritter Linie.
Gut, da haben mal finnische Zombies gewonnen, aber das war die berühmte Ausnahme von der Regel.

Mozart hingegen hàtte bessere Karten gehabt, der soll ja so eine Art Robbie Williams der Klassik gewesen sein. Gute Musik und sexy, das zieht natürlich doppelt.
Es ist ungerecht. Ich prangere das schon lange an, da ich es als Musiker gewohnt bin, mit den Ohren zu hören und nicht mit den Augen.
Ein Beispiel: Auf der „Bridges to Babylon-Tour“ der Stones war ich mittendrin und starrte mit offenem Maul auf die Video-Wall, den Pyro-Circus und das gigantische drumherum. Dann wurden die Stones auf einer Plattform mitten übers Publikum gefahren und da ich neben dem Mischer-Zelt stand, entschwebten sie meinem Blickfeld und ich konnte sie nur noch hören.…“mann, wat spielen die scheiße“, sagte ich laut vor mich hin (was – ob des Lärms – glücklicherweise niemand hörte)
Nebenbei: Die Stones haben aasig geile Titel geschrieben, aber als Instrumentalisten sind sie eher Kreisliga B.

Was will ich damit sagen? Unsere Sinnesorgane sind nicht in der Lage, das Optische vom Akustischen zu trennen und so kommen diese ESC-Ergebnisse zustande….und wenn dann noch die leidige Politik dazukommt, wird’s noch ungerechter.
Wie man Gerechtigkeit reinbringt? Die Jury müsste aus Menschen bestehen, die nicht wissen, aus welchem Land die Interpreten kommen. Unnd dad Wichtigste:“ Sie müssten samt und sonders BLIND sein.
Wetten, dass die Ergebnisse völlig anders aussähen? Darauf setze ich mein linkes Ei.

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Kommentare
  1. Prem Vinayaka sagt:

    Ich fürchte auch: Beethoven wäre auf Platz 28 gelandet … 🙂 !!!

  2. Ursula sagt:

    Auf irgend einer Seite zu diesem „Contest“ habe ich schon geschrieben – und ich wiederhole es gerne – ich schau mit diese Sanges-Aufführung nicht mehr an. Nur den Anfang – und dann den Schnelldurchlauf sämtlicher Interpreten. Was soll ich sage? Auch diese mal habe ich bei diesem Durchlauf nicht hingesehen. Irgendwann habe ich doch den Kopf gehoben, weil es mir komisch vorkam, dass ein und der selbe Sänger so lange nochmal zu hören ist. Pustekuchen: es war bereits das 10. (Zehnte) Lied ! Eins wie das andere. Tut mir leider – oder auch nicht 😀

    • Stimpt! Einheitsbreimusik, bri der derjenige gewinnt, der die raffiniertesten Bühneneffekte aufbietet, oder die meisten Nachbarländer hat, die sich gegenseitig wählen. Ausnahmen: Deutschland und Österreich.

      • Ursula sagt:

        Wenn ich mich recht erinnere, war dieser Musikwettstreit in den Anfangsjahren für die Komponisten gedacht. Sieht und hört man heute noch was von den Liederschreibern??? Ich bin da nicht mehr so informiert. In den letzten Jahren hat es sich nur noch um die Sänger gedreht – und wie Du richtig erwähnst – um die spektakulärste Bühnenshow…

        Zu der Punktevergabe: 40 Länder stimmen über 27 andere Länder ab: Eigentlich eine Milchmädchenrechnung, besonders wenn man die beleidigten ausgeschiedenen Länder als Faktor hinzuzieht 😀 😀

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