Mein irisches Reisetagebuch: 5. Freie Fahrt für freie Iren. Ein offener Brief des irischen Verkehrsministers

*Liebe irische Landsleute.
Wir sind ein armes Land, insbesondere seit der Rezession. Unsere Straßen sind in teilweise beklagenswertem Zustand, aber wem sage ich das? Ihr spürt die Schläge selbst in jedem Rückenwirbel, wenn Ihr unsere Pot-hole-Avenues entlang fahrt.
Wissenschaftler haben berechnet, dass die Erschütterungen umso geringer werden, je schneller man fährt. Das hängt irgendwie mit dem zunehmenden Auftrieb bei hohen Geschwindigkeiten zusammen, so genau weiß ich das nicht. Vereinfacht gesagt: “ Wer schnell über die Löcher fährt, kann nicht in sie hineinfallen“
Deshalb 100 km/h auch – oder vor allem – auf Straßen 4. und 5.Ordnung.
Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit…..wie erwähnt, wir sind arm, Verkehrsschilder sind teuer und da wir einen Posten 100 km/h-Schilder günstig aus Griechenland erwerben konnten (gebraucht, dort fährt aus Kostengründen und auf Druck der Troika niemand mehr so schnell) haben wir aus pekuniären Erwägungen diese auf fast allen Straßen und Feldwegen aufgestellt.
(s.Foto)
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Iren sind vernünftig und wissen, dass man natürlich nicht um jede Kurve mit 100 fahren kann. Deshalb bremst der Ire und passt das Tempo den Gegebenheiten an.
Das Problem sind unsere ausländischen Gäste, allen voran die Deutschen. Deutsche sind genetisch bedingt obrigkeitshörig und wenn ein Verkehrsschild „100km/h“ zeigt, dann fühlt sich der Deutsche verpflichtet, exakt so schnell zu fahren, da man in seinem Heimatland bei Nichteinhaltung dieser Geschwindigkeit übel beschimpft, bedroht und schlussendlich von der Fahrbahn gedrängt wird.
Leider ist es unserem Ministerium für Tourismus nicht gelungen, den deutschen Besuchern unsere Auffassung von „freier Fahrt für freie Bürger“ nahezubringen, da deren genetische Disposition dies nicht zulässt. Deshalb: Vorsicht, wenn Ihr Mietwagen seht! Es befinden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit deutsche Fahrer darin!
Für die verunfallten Teutonen gilt die alte deutsche Weisheit:“Ein bisschen Schwund ist immer!“
In diesem Sinne, gute Fahrt und allzeit „watch out for german drivers“

Sincerly yours
Leo Varadkar
Minister for Transport, Tourism, Sport and Satire 🙂

*Übersetzung ins Deutsche: Schwabenkrawall

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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3 Antworten zu Mein irisches Reisetagebuch: 5. Freie Fahrt für freie Iren. Ein offener Brief des irischen Verkehrsministers

  1. Ursula schreibt:

    Der Herr Doktor ist inzwischen Gesundheitsminister und daher um seine Landsleute „besorgt“ 😀

    PS hast Du die „Straßen“ schon mit 100 km/h erprobt ????

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