Ukraine: Der kalte Krieg war unkomplizierter.

Da war alles klar…scheinbar: Der Westen war der Gute, der Warschauer Pakt waren die Bösen. Im nahen Osten war noch alles fein säuberlich aufgeteilt, die einen waren pro-westliche Diktaturen oder Monarchien (was dasselbe war), andere Länder waren eher dem Osten zugetan. Je nachdem, wer mehr bot. Ein gutes Beispiel für „offen nach allen Seiten“ lieferte Ägypten: Den Assuan-Staudamm bauten die Russen, aber die Turbinen lieferte Deutschland (die sowjetischen funktionierten nicht)
Mit dem Zusammenbruch des sog. Sozialismus brach auch unser ganzes Weltbild zusammen. Im Moment kämpft der Kapitalismus praktisch gegen sich selbst. Weltanschauungen sind nicht mehr erkennbar. So war für Putin der Zusammenbruch der Sowjetunion ein Trauma, andrerseits unterstützt er stramme Antikommunisten wie den Front National von Le Pen finanziell. Über die Faschisten in der Ukraine denkt Russland natürlich anders.
Die Amis sind weit vom Schuss und ich bin in der misslichen Situation, Frau Merkel gegen  einen McCain verteidigen zu müssen, weil sie auf Reden statt auf Schießen setzt.
Minsk 2? Naja, was soll man sagen….wenn so ein Waffenstillstand aussieht, dann kann man sich vorstellen, wie ein Krieg aussieht.
Und hier? Wir stehen dazwischen. Auf Facebook beschimpfen sich Freunde (echte, keine FB-Freunde) gegenseitig. Entweder als putinverstehende Verschwörungstheoriker oder als US-hörige Kriegstreiber. Es sind immer mehr Schwarz-Weiß-Seher unterwegs:  Westen=gut, Russland=böse, oder umgekehrt.
Ich sehe Grautöne….Lügen von beiden Seiten. Es gibt keine moralische Instanz, niemand, dem man glauben möchte, er habe noch den Überblick bewahrt.
Wir werden abwarten müssen, auf unserer Insel der Glückseligkeit…lange wird Deutschland dieses Attribut nicht mehr anhaften, dafür wird neben der Ukraine auch die Eurokrise und der IS sorgen.

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Über schwabenkrawall

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3 Antworten zu Ukraine: Der kalte Krieg war unkomplizierter.

  1. berndmarquard schreibt:

    Natürlich ändert ihr mir eurem Geschreibsel nicht die Welt. Dennoch ist es nicht vergebens, das habe ich glaube ich schon einmal gesagt.
    Wollt ihr allen ernstes NUR NOCH diese furchtbare Schwarz-Weiß-Seherei im Netz finden? Sollen wir den Leuten, die alles nur einseitig sehen, das Internet überlassen?
    Mir tut es immer unglaublich gut, wenn ich sehe, dass nicht nur ich versuche abzuwägen, beide Seiten zu sehen. Wahrscheinlich bringt dies für das Weltgeschehn erst einmal gar nichts. Aber andere sehen das auch, fühlen sich vielleicht bestärkt darin, Dinge abzuwägen oder ihre Meinung zu äußern.
    Ich glaube auch, dass es nicht nur diese Schwarz-Weiß-Seher gibt, das sind nur diejenigen, die die sozialen Netzwerke zu posten.
    Ist ja auch einfacher, die immer gleichen Argumente zu verbreiten, als den Verstand einzuschalten und über Dinge nachzudenken.
    Eigene Gedanken „zu Papier“ zu bringen ist hingegen viel schwerer!
    Von daher: schön, dass du das Schreiben noch nicht aufgegeben hast! Weiter so!

  2. Rainer Pandolfi schreibt:

    Vielleicht siehst du meine Aussage von vor einigen Wochen jetzt in einem anderen Licht als ich sagt: „Ich werde mich in Zukunft aus allen Politischen und Religiösen Streitereien raus halten“ Das von dir angesprochene war unter anderem ein Teilmotive und nicht wie mir nachgesagt wurde eine gewisse Müdigkeit die sich schon wieder legen wird. Ich bin an dem Punkt wo ich weis das ich nicht nur ersten nichts ändern kann, sondern das die perfide rhetorische psydo Logik jedweder Seite es nicht zulässt das man ihr in die Suppe spuckt. Die Menschen sind noch nicht so weit das unvermeidbare zu akzeptieren. Allerdings ist es aus meiner Sicht dumm noch auf einen Lottogewinn zu hoffen wenn man die Zahlen der ultimativ letzten Ziehung schwarz auf weis vor sich hat und nicht eine getroffen hat. Ich habe nicht resigniert ich sehe nicht schwarz oder weis, aber das einzige was mir übrig bleibt wenn ich so lange wie möglich überleben möchte ist, auf das zu reagieren was die Idioten (scheinbar Mächtigen) dieser Welt sich weiterhin überlegen um ihre Gier zu befriedigen und dabei alles solange wie möglich am „Kacken“ zu halten. Aber das auch nur in soweit wie ich es für mich verantworten kann. Und das ist der Punkt … zusammen geht es nicht… die einen wollen nicht und die anderen können nicht. Was bleibt also als realistisch Option? Abwarten und Tee trinken und warten bis auch der letzte gemerkt haben wird, das es in diesem Spiel schon lange keine Gewinner mehr geben kann.

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