Archiv für Januar, 2015

Das ist ein Widerspruch in sich, aber wenn man sich diese seltsame Koalition anschaut? Wie links ist Tsipras eigentlich, wenn er mit offen antisemitischen, homophoben und ausländerfeindlichen Kräften koaliert? Auch unsere Linke kam in Erklärungsnot, als sie den Wahlsieg feierte und dann von der Koalitionsentscheidung kalt erwischt wurde.  Was das bedeutet könnte man nachvollziehen,  wenn die Linke bei uns mit der NPD eine Koalition einginge. Nun wird man künftig gewaltige Probleme damit haben, auf Faschisten in der ukrainischen Regierung (zu Recht) hinzuweisen.
Der Flirt mit Putin? Gut, darüber kann man geteilter Meinung sein, denn, was die EU auf Geheiß des großen Bruders mit ihren völlig kontraproduktiven Sanktionen bewerkstelligt, dient ja nur den Amis. Wir schaden uns im gleichen Maß, wie wir den Russen schaden und davon haben nur die USA etwas. Wir wären besser beraten, in diesem Wirtschafts-und Währungskrieg mit, statt gegen die Russen zu arbeiten. Aber das ist ein anderes Kapitel….erstmal will Frau Merkel die Krim befreien..:(
Griechenland…..dass dieser bankrotte und korrupte Staat in den Euro gelassen wurde, ist mir immer noch ein Rätsel. Wieviele Entscheingsträger dafür wohl geschmiert werden mussten? Ein weiteres Rätsel ist, weshalb die Griechen diesen kriminellen Haufen wieder und wieder an die Spitze des Staates gewählt haben? Vielleicht auch deshalb, weil zehntausende Beamte eigentlich nur zum Gehaltkassieren eingestellt waren? Dass Tsipras genau diese entlassenen Beamten jetzt wieder einstellen will, gibt mir nachhaltig zu denken.
Dass das Volk leidet, ist unbestritten und nicht hinnehmbar. Dies wäre allerdings mit einem Schlag erledigt, wenn man (einmal! ) dem Beispiel der USA folgen würde und die Steuerpflicht an die Staatsangehörigkeit koppelte. Nicht hinnehmbar ist allerdings auch, dass z.b. die baltischen Länder, die ebenso knallharte Sparprogramme wie die Griechen hinter sich haben, jetzt für Griechenland zahlen sollen. Das kann man niemandem erklären. Und jetzt? Egal was passiert, ob die Griechen zur Drachme gehen oder im Euro bleiben: Der Steuerzahler hat für die Ausfälle, die von verantwortungslosen und korrupten Politikern auf BEIDEN Seiten und kriminellen Bankern verursacht wurden, geradezustehen.
Ein Freund, der lange in Griechenland lebte und arbeitete, schrieb mir: „Griechenland ohne Korruption, das geht nicht“…..Peter, ich glaube, das gilt nicht nur für Griechenland.
Fazit: Zunächst habe ich mich darüber gefreut, dass die Lügner und Banditen in Athen abgewählt wurde. Wer aber mit Faschisten koaliert und als erste Maßnahme 10.000 Beamte – die er nicht bezahlen kann- wieder einstellt, der ist um kein Jota besser als seine Vorgänger. Das Chaos hat nur eine andere Farbe bekommen…rot-braun…

Zurück nach Deutschland….

Veröffentlicht: Januar 28, 2015 in Deutschland, Reisen
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Um 14:15h geht der Flieger…nach 6 Wochen Überwinterung auf Teneriffa ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Aaaalso: Das Wetter auf Teneriffa, egal ob Regen oder Wolken, ist allemal besser als in Deutschland. Die Tage sind länger, der Sprit ist billig, die Lebenshaltungskosten sind wesentlich niedriger als zu Hause. Wer allerdings der Werbung der Tourismus-Branche vom „ewigen Frühling“ auf den Leim geht, sollte sich an den Frühling in Deutschland erinnern. Auch da regnet es gelegentlich und auch hier ist es eher nass als sonnig gewesen. Dezember, Januar und Februar sind nun mal auch hier die kältesten Monate, da wir uns auf der Nordhalbkugel befinden. Wobei „Kälte“ relativ zu sehen ist. 18º ist nicht kalt und die meiste Zeit zeigte das Quecksilber 20-21º,
Es ist….. frisch. Wer Sommer im Winter möchte, muss weiter fliegen, zumindest bis Süd-Florida oder in die Karibik (Wobei ich in Florida auch schon gefroren habe wie ein Schneider).
Deshalb haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und verbringen den nächsten Winter in Neuseeland (so Gott und Mario Draghis EZB es zulassen)
Trotzdem nochmal: Teneriffas Norden ist schön! Wer unbedingt im Meer baden möchte, kann in den Süden fahren, für’s Auge jedoch, empfehle ich den Norden. Allerdings sollte man auch wissen, dass der Norden von Baja Mar bis Buena Vista (und ganz besonders Puerto) im Winter eine Art deutsches Altersheim ist. Party is hier nicht..
Dem Teide ist ein letzter Gruß entrichtet, von den Freunden auf der Insel haben wir uns verabschiedet und mit einer Träne im Knopfloch werden wir jetzt die Koffer ins Auto wuchten und Richtung Flughafen Süd starten.
Trotz aller Wehmut:
Hierher werden wir aber nur noch kommen, wenn der Osterhas‘ schon gegessen – und der Glühwein noch nicht getrunken ist. (In unserem Falle der Kinderpunsch)
Hasta luego, Tenerife.

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Zu Pegida: Gegen Pegida (und da vor allem gegen diejenigen, denen „das Volk“ hinterherläuft) zu sein, bedeutet noch lange nicht,  ein sog.“Islamversteher“ zu sein. Nein, ich verstehe weder den Islam noch irgendeine andere Religion, aber ich gestehe selbstredend jedem zu, die höhere Macht anzubeten, die er für eine solche hält.
Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Atheisten, Juden, Moslems, Christen undwasweißichnochalles unterliegen in Deutschland denselben Gesetzen und haben sich danach zu richten. Die Religionskarte sticht nicht die BGB-Karte. Moslems gehören zu Deutschland, wir haben den größten Teil von ihnen selbst ins Land geholt und da sind sie nun mal. Und damit müssen auch die klarkommen, denen das nicht passt. (Auch die Sachsen, obwohl da kaum Muslime leben). Und der Islam? Historisch gehört er ganz sicher nicht zu Deutschland, aktuell aber schon.
Salafisten , Islamisten und alle, die glauben, weltliche Gesetze gelten für sie nicht,  sollen dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. Die Nazis können sie gleich mitnehmen, damit es dort nicht zu langweilig wird.
Zu Gesinnungen: Links zu sein bedeutet nicht, die militante Antifa für schwarzgekleidete Verteidiger der Freiheit zu halten. Hooligans – ob braun oder rot angemalt – sind nun mal Hooligans und müssen als solche behandelt werden.
Zu Verschwörungstheorien: Den üblichen VST äusserst kritisch gegenüber zu stehen, bedeutet nicht, dass man glaubt, dass im Hintergrund keine ungeheuren Schweinereien laufen. Es bedeutet auch nicht, dass man glaubt, alle VST-Anhänger seien Nazis und hätten einen Hut aus Alufolie auf dem Haupt.
Zu politischer correctness: Ein Arschloch darf als ein Solches bezeichnet werden, egal welcher Ethnie oder Religion er angehört. Aber Hallo!
Zu öffentlichen Diskussionen in sozialen Medien: Das gegenseitige an-den-Kopf-knallen seiner jeweiligen Überzeugung ist a) keine Diskussion und führt b) in 99,9% der Fälle zu nix. (Z.B. mich zu einem VST-Anhänger, oder Pegida-Versteher machen zu wollen, ist sinnlos. Eher macht man den Papst zum Protestanten). Öffentliche Diskussionen werden heutzutage – egal wo – ohnehin nur noch aus einem Grund geführt: Den unbeteiligten Zuschauer oder Mitleser – und nicht den Widerpart -von der Richtigkeit seiner Ansichten zu überzeugen. Dem Anderen zuzuhören, oder über das Gehörte nachzudenken und im Ernstfall von seinen Ansichten abzurücken? Wo hat’s so etwas das letzte Mal gegeben?
Deshalb:In den allermeisten Fällen, Zeitverschwendung. Leider.
Rechthaberei: Nein, ich habe beileibe nicht immer recht und bin schon x-mal in der Situation gewesen, meine Meinung „anzupassen“. Allerdings gilt das nicht für meine Grundüberzeugungen. Die behalte ich.

So tönte ein Vertreter von Boko Haram eben im Fernsehen, im Zusammenhang mit der Freilassung einer deutschen Geisel.
Boko Haram?…mal googeln…aha.“Western education is forbidden“ bedeutet das. Nach anderer Lesart „Was aus dem Westen kommt, ist kacke“
Gut, da kann man sich streiten, vielleicht haben die Gotteskrieger Dschungelcamp gesehen und da kann man ja wirklich an der westlichen Kultur zweifeln, oder ver-zweifeln.
Im Ernst…Viel Gutes ist aus dem Westen wirklich nicht gekommen. Wenn man’s genau bedenkt……ausser für den Westen selbst und ein paar Ölscheichs kam überhaupt nichts Gutes vom Abend – ins Morgenland…oder nach Afrika, Asien, Australien, Süd und Nordamerika. Fragt mal die Nachkommen der Ureinwohner.
Warum die Dschihadisten dann aber vorzugsweise andere Moslems meucheln, ist allerdings strange…laut Todenhöfer liegt das aber auch am Westen..kann sein, kann nicht sein…wer blickt da überhaupt noch durch, seit das zerfallene osmanische Reich vom Westen als Konkursverwalter verhackstückt wurde?…doch das würde jetzt zu weitschweifig.
Was die Furcht vor Allah angeht….den sollten sie wirklich fürchten, denn mir kann keiner weismachen, dass ein gütiges höheres Wesen (wenn man denn dran glaubt) diese unmenschlichen Schweinereien gutheißen könnte.
Das gilt auch für die christliche Fraktion und überhaupt für alle religiös motivierten Gemetzel,Vergewaltigungen, Raubzüge oder Entführungen. Ein Gott (wie immer ER auch genannt wird) kann damit nichts zu tun haben (so es IHN gibt), wenn man dem A.T. glauben schenkt: “ Die Rache ist mein; ich will vergelten“ (5.Mose 32/35) und irgendwie erkennt der Islam ja auch die Gültigkeit des alten Testaments an.
Was allerdings fast noch mehr zu fürchten ist als die Rache des Herrn, ist die Sache mit den 72 Jungfrauen (immerhin wäre da keine aus dem Dschungelcamp dabei) die den Märtyrer angeblich im Paradies erwarten.
Ihr künftigen Märtyrer aller Länder, haltet euch stets eines vor Augen: Wo 72 Jungfrauen warten, da warten auch 72 Schwiegermütter. DAS ist die Strafe des Herrn.
Viel Vergnügen.

Warum ich Dschungelcamp schaue? Wer uns näher kennt weiß, weshalb. Mehr verrate ich nicht. Wie? Nein, wir haben im November nicht bei den Vorbereitungen geholfen, wir waren als ganz normale Touristen in Down Under. Gut, wir kennen jemanden, der da mit dabei ist…..aber nun soll’s gut sein :).
Es ist das erste – und ganz sicher auch das letzte Mal, dass ich mir das antue, soviel kann ich bereits sagen.
Ungustiös, dekadent und degoutant klingt zu harmlos für das, was dem geneigten Zuschauer geboten wird….so er denn einigermaßen normale TV-Kost gewohnt ist. Was den Rest bewegt, sich dieses unwürdige Schauspiel anzuschauen, wird mir auf ewig verborgen bleiben.
Gut, die Opfer wussten, auf was sie sich einlassen….wenigstens so ungefähr. Und sie bekommen – allerdings fein abgestuft- ordentlich Kohle für ihren Einsatz. Über die einzelnen Charaktere möchte ich nichts sagen. Wie gesagt, ich möchte nicht, dass mich eine bestimmte Person missversteht.
Die Sendung hat es sogar ins Feuilleton der Bildungspresse geschafft und Psychologen referieren öffentlich über Gruppendynamik und sonstigen seelischen Schnickschnack.
Was mir übler aufstößt, als das Kakerlakencocktails und Kamelpimmel vermögen würden,  sind die Kommentare des Gespannes Zietlow/Hartwich. Wobei besonders die Kommentare der ehemaligen Verkehrspilotin meine Vermutung erhärten, dass die Zoten mancher Frauen vulgärer sind als das, was volltrunkene Seeleute auf Landgang im Puff von sich geben. Abitur und Studium schützen halt nicht vor Kneipenjargon.
Oder: Die Frauenquote muss auch unter der Gürtellinie eingehalten werden. Kandidaten werden so übel beleidigt und verhöhnt, dass in mir der Wunsch reift, die Hängebrücke -auf der das Pärchen steht – möge bauliche Mängel haben. Hartwich? Das ist ein Mann und Männer sind bekanntermaßen Schweine. Ansonsten habe ich den Herrn noch nirgendwo wahrgenommen.
Das ganze Konzept ist natürlich genial, da es die niedersten Instinkte bedient und obendrein dem Zuschauer (selbst wenn er auf tiefstem wirtschaftlichen und intellektuellem Niveau sein Dasein fristet) das Gefühl gibt, etwas Besseres zu sein.
So. Soweit mein Senf zum Dschungelcamp, das musste jetzt raus.

Die andere Seite des Regens auf Teneriffa 2.

Veröffentlicht: Januar 20, 2015 in Sonstiges

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Die andere Seite des Regens auf Teneriffa 1.

Veröffentlicht: Januar 20, 2015 in Sonstiges

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Teneriffa, Du hattest Deine Chance…..

Veröffentlicht: Januar 20, 2015 in Klimawandel, Reisen
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Vorausschickend: Für das Wetter kann niemand etwas (oder schlimmstenfalls wir alle). Schon gar nicht unsere Hosts hier in der Residencia Rolando, sehr schöne Anlage, tolles Apartment, sehr nette Leute, da gibt es nix zu meckern. Im Gegenteil, ich kann es jedem wärmstens empfehlen.
Jedoch…seit 6 Wintern kommen wir hierher, die letzten 3 Male für 6 Wochen. Grob gesagt kann man sagen, dass das Wetter – vor allem hier im Norden – während dieser Zeit zwar nie tropisch zu nennen war……. aber: So viele Regentage wie in diesem Winter hatten wir noch nie. Insgesamt lässt es doch zunehmend nach.
Abends draußen sitzen? Das geht…mit dicker Jacke und warmen Gedanken. Wenn es nicht grad regnet…. Man könnte jetzt sagen:“Dann geht halt in den Süden der Insel“…na gut, wem es da gefällt, der kann das tun. Uns ist das zu voll, zu laut, zu schrill, zu staubig und in jeder Hinsicht das krasse Gegenteil vom grünen Norden.
Zwischen zwei Regenschauern waren wir heute ein bisschen unterwegs. Puerto de la Cruz – das wir sonst immer meiden – ist eigentlich eine deutsche Exklave. Deutsches Essen, deutsche Rentner, ein paar Glücksritter, die üblichen Verdächtigen eben. Viele Porträtierte waren dabei (vom Alkohol gezeichnet) aber es ist dort halt immer 2-3º wärmer als bei uns, da es direkt auf Meereshöhe liegt. Nach einer Stunde war’s gut, außerdem krieg‘ ich Magenschmerzen, wenn ich morgens um halbelf zu viele Menschen mit einem Krug Dorada in den Straßenkneipen sehe. Dann lieber Buenavista del Norte, schön leer und gewaltige Brandung.
Das alles könnte man ja verschmerzen, aber es gibt noch einen wesentlich gewichtigeren Grund, unsere Reiseaktivitäten zu überdenken: Wir werden nicht jünger! Zudem hat auch meine Frau spätestens im letzten Jahr festgestellt, dass unterwegs sein schöner ist, als anzukommen. 5 Wochen durch Skandinavien 5 Wochen durch Australien, alle paar Tage zum nächsten Punkt….das kann man nur machen, solange der Kadaver noch nicht zu alt ist. Und deshalb…..wir planen momentan unser nächstes Winterquartier: 6-7 Wochen Neuseeland. Nord und Südinsel. Jeweils 2-3 Nächte in einer Cabin in einem Ressort (Top 10, da bin ich Member geworden, das bringt 10% Nachlass) 🙂 Das letzte Mal war ich vor 20Jahren dort…mal sehen, ob es immer noch das schönste Ende der Welt ist 🙂
So lange es gesundheitlich noch geht, werden wir die Winter wohl auf der Südhalbkugel verbringen. (Und natürlich solange der Euro nicht völlig den Bach runter geht)
Hierher werden wir sicher auch wieder mal kommen, allein schon wegen der netten Menschen, die wir hier kennen…. allerdings nicht mehr zu dieser Jahreszeit.
Ehe ich drauf vergesse: Schöner als in Deutschland ist es hier um diese Jahreszeit trotzdem allemal.

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Die Väter des Grundgesetzes haben aus gutem Grund den Artikel 5 in unsere Verfassung mit aufgenommen. (Doch, das ist die Verfassung, auch wenn einige Interessierte immer wieder behaupten, Deutschland habe keine solche)
„In Deutschland gewährleistet Artikel 5 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland die Pressefreiheit gemeinsam mit der Meinungsfreiheit, der Rundfunkfreiheit und der Informationsfreiheit. „
Nun ist das mit den Freiheiten so eine Sache. Freiheit, die ich meine? Oder auch Freiheit, die Andere meinen? Wenn ich z.B. der Meinung bin, mein Nachbar sei ein Arschloch, dann kann ich dem natürlich Ausdruck verleihen. Mit den Konsequenzen muss ich dann aber auch klarkommen.
Ich bin zum Beispiel der Meinung, dass Satire zwar alles darf, aber noch längst nicht alles muss, koste es, was es wolle… Dafür wurde ich von einigen Kommentatoren aufgefordert, das Land zu verlassen und dahin zu gehen, wo Meinungsfreiheitsgegner hingehören. Katar oder Saudi-Arabien z.B. Zum Mitdenken: Diejenigen, welche die Fahne der vermeintlichen Meinungsfreiheit zu verteidigen glauben, weil sie Charlie sind, fordern mich auf auszuwandern, weil ich eine andere Meinung habe? Das ist grotesk…. Ich sag’s jetzt zum letzten Mal:
Ich bin kein Islamistenversteher!
Ich bin der Meinung, dass man Beleidigungen vor Gericht klärt und nicht mit einer Kalaschnikow.
Ich meine, dass es falsch ist, unser Verständnis von Satire von aller Welt erwarten zu können.
Ebensowenig kann die islamische Welt von uns erwarten, dass wir aus lauter Angst, religiöse Gefühle zu verletzen, das Maul nicht mehr aufmachen. Wenn ich (im Urlaub mal aus Neugier) in eine Moschee gehe, dann ziehe ich die Schuhe aus, kleide mich angemessen und versuche ansonsten, nicht aufzufallen. In einer Synagoge bedecke ich mein Haupt und in einer Kirche setze sogar ich meine Dienstmütze ab. Damit ist’s auch gut, mehr Respekt gibt’s von mir nicht. Außerhalb der heil’gen Hallen hat Religion Privatsache zu sein und in Privatsachen mischt man sich (solange sie einen nicht tangieren!) nicht ein. Meine ich. Vielleicht sollten wir statt Integration lieber eine Art „friedlicher Koexistenz“ anstreben, das hat doch schonmal ganz passabel funktioniert. (Sollte man mir allerdings einen Glauben aufzwingen wollen, dann werde ich mich mit Zähnen und Klauen wehren.)
Ehe ich’s vergesse: Beim Schreiben kam mir der Kernsatz von Pegida in den Sinn, von der Verteidigung der „abendländischen Kultur“…. Beim Zappen gestern abend sah ich einige Szenen aus dem bundesdeutschen Trash-TV und jetzt frage ich mich ernsthaft „welche Kultur?“

Und plötzlich sind Alle Charlie….

Veröffentlicht: Januar 14, 2015 in Ethik, Gewalt, Kirchen, Religion, Satire
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Der Herr Gauck, div.Honoratioren, Journalisten, Politiker aller Coleur und auch die Pegida. Alle sind jetzt Charlie.
Auch ich bin entsetzt über diese Wahnsinnigen, die im Namen eines Propheten Journalisten killen sowie Polizisten und Geiseln erschießen, aber bin ich deshalb Charlie? Ich glaube, eher nicht. Schon vor Jahren habe ich mich gefragt, was dänische Karikaturisten dazu bewog, Karikaturen von Mohammed zu veröffentlichen. Wem soll das dienen? Unserer Presse und Meinungsfreiheit?
Wahnsinnige Massenmörder zu karikieren, wie es Chaplin im „großen Diktator“ machte, irre Schlächter dem Gelächter auszusetzen, das unterstütze ich aus vollem Herzen.
Aber den Stifter einer Weltreligion (von der ich persönlich- wie auch von allen anderen Religionen- nichts halte ) der Lächerlichkeit preiszugeben, beleidigt nicht nur einen kleinen Bruchteil wahnsinniger Islamisten, sondern es beleidigt auch die Friedliebenden unter den Moslems, die wohl unbestritten die abolute Mehrheit dieser Gläubigen darstellen.
Die islamfeindliche Vereinigung Pro-NRW rief vor einiger Zeit zu einem Wettbewerb auf, wer denn die besten Mohammed-Karikaturen zeichnen könnte. Diese wurden bei einer Kundgebung präsentiert und die versammelte demokratische und liberale Gesellschaft jaulte auf. Da war von „Verunglimpfung“ und „Volksverhetzung“ zu hören und zu lesen. Was unterscheidet nun linke und rechte Mohammed-Verarschungen? Wenn schon, denn schon. Meinungs-und Pressefreiheit gilt doch für alle?
Wo sind denn die Grenzen dieser Freiheiten erreicht? Korrupte und unfähige Politiker, oder Kämpfer des „islamischen Staates“ zu verhöhnen ist eine Sache, ganze Religionen in den Dreck zu ziehen (und das tut man, wenn man deren Stifter als geifernde Idioten darstellt) das ist eine andere Sache. Damit dreht man weiter an der Gewaltspirale. Die Salafisten und die Faschisten westlicher Prägung: Beide reiben sich die Hände, denn mit jeder Verhöhnung rücken wir dem „clash of cultures“ ein Stück näher.
Wie immer stellt sich mir auch hier die alte Frage „cui bono?“ Im Zweifel doch wohl den Radikalen beider Seiten.