GeFährliche Fähren…..

da war doch was? Gut, gebrannt hatte es bei uns nicht, 1982 von Igoumenitsa nach Brindisi, aber eigentlich hätte uns schon das Boarding stutzig machen sollen. Die Fähre „Sveti Stefan“ schaffte es trotz mehrmaligen Anlaufs nicht da anzulegen, wo die Autos vom Hafenpersonal zum Einschiffen hin dirigiert wurden. Schließlich mussten wir in einem Mordsdurcheinander 100m weiter nach rechts rücken, was bei einer mehrere 100m langen Autoschlange nicht so easy war. Stockduster war’s, als wir ablegten. Angekündigte Fahrzeit: 12h. Da keine Kabinen frei waren, schliefen wir in der Cafeteria auf Kunstledersitzen. Mich wunderte noch, dass wir an der albanischen Küste stoppten, aber irgendwann schlief ich ein. Geweckt wurden wir durch kroatische Flüche der Matrosen, die ihr Frühstück zu sich nahmen. Dies bestand zu gleichen Teilen aus Kaffee und Slivovitz und nachdem man uns von unserer Schlafstatt gejagt hatte, begaben wir uns nach oben. Ein Blick auf die Uhr….aha, 11Stunden vorbei, die italienische Küste müsste zu sehen sein. Nix zu sehen, aber mir fiel das Kielwasser am Heck auf, das schwere Amplituden nach links und rechts zeigte. Schlangenlinien. Vermutlich hatten Steuermann und Kapitän schon zum Abendessen mit Schnaps nachgespült. Es sollte schließlich statt 12 Stunden deren 23 dauern, bis wir anlegten. Einen ersichtlichen Grund oder eine Erklärung dafür gab es nicht. Meine Theorien reichen von illegalen Albanien-Geschäften, bis zur doppelten Fahrstrecke durch die Schlangenlinien. Seit dieser Zeit hege ich größtes Misstrauen gegenüber Fähren auf der Adria und meide diese. Der aktuelle Brand überrascht mich nicht, mich wundert vielmehr, dass nicht schon viel mehr passiert ist.

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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5 Antworten zu GeFährliche Fähren…..

  1. Ursula schreibt:

    ein schönes Wortspiel am Anfang !

    Mit Fähren habe ich keine Erfahrung – man hört nur manchmal etwas über die Unzulänglichkeit der Sicherheit. Kann man auch bei einigen Testportalen lesen…

    ein Bericht zur Unglücks-Fähre: Wie die Zertifizierung vom September zustande gekommen ist, wird ein Rätsel bleiben – oder es rollen Köpfe….
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/norman-atlantic-sie-geschiechte-der-ungluecksfaehre-13344079.html

    • schwabenkrawall schreibt:

      Wie die zustande kommt. Im Orient nennt man es Bakschisch, in Griechenland Fakelaki und bei uns Schmiergeld. So einfach geht das.

      • Ursula schreibt:

        wenn die Zertifikate so vergeben werden wie bei uns, wundert mich nichts.
        Bei meiner Hörgerät-Akustikerin habe ich eine „Urkunde“ über die Zertifizierung des Betriebes gesehen. Auf meine Frage, was da zertifiziert wurde sagte sie mir, der Herr ist nur kurz durch Räumlichkeiten gegangen. Und das war`s. Er hat nicht geprüft, wie die Angestellten arbeiten und auch sonst nichts. Und das für den schlappen Preis von € 20.000,00 !!! Aber die Urkunde ist macht was her 😀

      • schwabenkrawall schreibt:

        Bei der Zertifizierung unseres Betriebs war damals höchste Alarmstufe. Da wurde aber ganz penibelst geprüft.

      • Ursula schreibt:

        Das kommt sicher auch darauf an, welches „Unternehmen“ die Zertifizierung durchführt….

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