Ist PEGIDA ein ostdeutsches Phänomen?

Veröffentlicht: Dezember 16, 2014 in Deutschland, Europa, Gewalt, Kultur im näheren und weiteren Sinne, Politik, Rassismus, Religion
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15.000 „Patrioten“ waren gestern in Dresden wieder auf der Straße, um gegen die drohende Islamisierung unseres Landes – nein, ganz Europas – zu demonstrieren. Immerhin hatten auch 6000 Gegner mobil gemacht, aber die Mehrheit war pro-Pegida.
Gleichzeitig waren auch in einigen westdeutschen Städten Ableger der Pegida unterwegs, in Würzburg, Bonn und Kassel. Teilnehmerzahl: 80-300. (Gegendemonstranten in Bonn: 1600)
Gut, Dresden ist größer, aber der Unterschied ist schon auffallend. Ein Teilnehmer in Dresden, befragt nach seinen Motiven, nannte die Mautpläne als Grund für seine Teinahme….. Was die Maut mit einer drohenden Islamisierung zu tun hat, ist mir zwar nicht so ganz klar, aber es schwant mir Übles. Vermutlich ist die Hauptursache für die rege Teilnahme an diesen Veranstaltungen – neben einer latenten Fremdenfeindlichkeit – die allgemeine Politikverdrossenheit.
Und da bietet sich natürlich ein Feindbild an. Die Muslime sind schuld an der Verlogenheit unserer Politiker.
Warum allerdings ausgerechnet in einer Stadt wie Dresden so viele Menschen auf die Straße gehen, bleibt immer noch rätselhaft. In Dresden sind gerade mal 0, 4% der Bevölkerung muslimisch. Bundesweit sind es, je nach Quelle, zwischen 2,4 und 5,5%.
Es ist schon seltsam, dass man das am meisten bekämpft, was man am wenigsten kennt. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Auch im Westen ist die Fremdenfeindlichkeit da am höchsten, wo die wenigsten Fremden leben.
Ich würde es zwar nicht gutheißen, könnte es aber irgendwie noch nachvollziehen, wenn diese Umzüge in Mannheim, Berlin oder sonstwo stattfänden, wo der Anteil der Muslime weit über dem Bundesdurchschnitt liegt. Aber Dresden?? Glaubt man dort, alle ihre Probleme wären gelöst, wenn man die Muslime rausschmeißt? (Vielleicht käme dann auch die Maut nicht?)
Ich habe viele Jahrzehnte mit türkischen Kollegen gearbeitet und musste feststellen: Da sind schon einige Arschlöcher drunter……im Verhältnis ungefähr so Viele, wie unter den deutschen, griechischen und italienischen Kollegen.

Kuriosität am Rande :
Stargast in Bonn war der in Istanbul geborene Schriftsteller Akif Pirinçci :“Ihr seid Deutsche, keine feigen Ratten! Es lebe das heilige Deutschland“ , so Pirinçci auf der „Bogida“
Was sich im Kopf dieses Herrn abspielt, bleibt mir verborgen. Aber, wie schon erwähnt, es gibt unter allen Bevölkerungsgruppen einen gewissen Anteil an …nee, ich will mir keine Beleidigungsklage einfangen….sagen wir mal: seltsamen Menschen. 🙂
Ein deutsch-nationaler Türke……so war das mit der Integration nicht gemeint, Herr Pirinçci.

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Kommentare
  1. muffy2013 sagt:

    Was der Bauer nicht kennt das frisst er nicht.

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