WER DEUTSCHLAND NICHT LIEBT, SOLL DEUTSCHLAND VERLASSEN!!

Ich hab’s extra groß geschrieben, weil Großbuchstaben auf Chat-Deutsch „brüllen“ bedeutet. Und gebrüllt wurde der Slogan von den Verteidigern des Abendlandes in Dresden, die Angst haben, dass die 0,1% Muslime in Sachsen die Scharia einführen und die Frauenkirche zur Moschee umbauen wollen.
Diese Leute hätten vermutlich auch den ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann des Landes verwiesen, der auf die Frage, ob er Deutschland liebe, antwortete:“Ich liebe meine Frau“. Dem kann ich mich voll inhaltlich anschließen.
Was liebt man an einem Land wie (in dem Fall Deutschland)? Die Berge und Seen? Bratwurscht und Sauerkraut? Blasmusik? Frau Merkel und Horst Seehofer?
Ich finde ganz viele Länder toll, bin hingerissen von Landschaften, Menschen, Musik, Bauwerken oder Tierwelt. Selbstverständlich hat auch Deutschland Großartiges zu bieten und wir stehen staunend vor dem Elbsandsteingebirge, den Allgäuer Alpen oder der Nord und Ostseeküste, um nur ein paar Beispiele von vielen zu nennen. Ich esse mit Begeisterung Maultaschen oder Leberkäs-Semmeln und ich bin froh über unsere sozialen Errungenschaften.
Aber LIEBE? Das ist ein großes Wort, mit dem ich ungern inflationär umgehe. Das Wort sollte nahen Menschen vorbehalten sein und nicht Nationalstaaten.
Ich bin in der Tat sehr glücklich und dankbar, zufälligerweise in Deutschland – und nicht in Zimbabwe oder Bangladesch – geboren und aufgewachsen zu sein, aber damit sind meine Gefühlsausbrüche auch schon erschöpft.
Mir machen diese Umzüge und Parolen Angst, weil sie mich an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte erinnern. Welche Sprüche kommen als nächstes? Deutsche, kauft nicht beim Türken? WIR sind das Volk und wer anders denkt muss weg? Erste Brandanschläge auf Asylbewerberheime wurden bereits verübt und ich fürchte, weitere werden folgen.
Dass Kriminelle, die nur zum Zweck krimineller Handlungen nach Deutschland kommen, ausgewiesen werden müssen, versteht sich von selbst.
Dass  Forderungen zu härterem Durchgreifen gegen straffällige Ausländer ausgerechnet vom Pegida-Chef Bachmann kommen, ist fast schon wieder lustig. Der Mann weiß offenbar, wovon er spricht.

Bachmann wurde bereits wegen Einbruch, Diebstahl, falscher Verdächtigung, Anstiftung zur Falschaussage, Verletzung der Unterhaltspflicht, Trunkenheit am Steuer und Körperverletzung strafrechlich belangt.Bachmann wurde 1998 wegen Einbruch zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er entzog sich der Justiz und flüchtete nach Südafrika, wo er sich an der Universität Kapstadt unter falschem Namen für ein Studium von Grafik und Design einschrieb. Nach drei Jahren spürte ihn die dortige Einwanderungsbehörde auf und wies ihn aus. Nach zwei Jahren Haft in Deutschland wurde er wegen guter Führung entlassen. 2008 wurden bei ihm 40 Gramm Kokain und ein weiteres Mal 54 Gramm gefunden. Bachmann wurde hierfür zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt, welche zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährung läuft im Februar 2015 aus. (Quelle:Wikipedia)

Und nun warte ich geduldig auf meine Abschiebung, weil ich nicht Deutschland, sondern nur meine Frau liebe.
Nebenbei bemerkt:Nachdem ich hier 48 Jahre lang gearbeitet und brav Steuern und Abgaben bezahlt habe, denke ich sagen zu können:“Auch ich bin das Volk!“

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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6 Antworten zu WER DEUTSCHLAND NICHT LIEBT, SOLL DEUTSCHLAND VERLASSEN!!

  1. muffy2013 schreibt:

    Dein Artikel ist ja wohl auf die heutige Zeit abgestimmt.Ich habe Deutschland mal geliebt,in meiner Kindheit und Jugend.Doch mit der Liebe ist es wie mit den Blumen,irgendwann verblühen sie.

  2. Ursula schreibt:

    „Lieben“ muss man das Land in das man einwandert nicht – aber mögen sollte man es schon. Auch sollte man sich einigermaßen an die Gesetze des Landes halten. Vor Allem, wenn man die „Annehmlichkeiten“ in Anspruch nehmen will.

    Die Asylbewerber lassen sich von Schleppern nach Deutschland bringen und bleiben nicht in dem Land, das sie als erstes angesteuert haben. ( Grundsätzlich wird ein Asylantrag von dem EU-Land behandelt, das der Asylbewerber zuerst betreten hat) . Viele von den Flüchtlingen haben natürlich kein Geld, das sie an die Schlepper-Banden zahlen müssen. Das Geld wird anderweitig in Deutschland „besorgt“ – ich weiß das aus erster Hand.

    Wie soll man das nennen, wenn kostenloses Essen aus den Fenstern der Unterkünfte geworfen wird oder wie jüngst auf Bäume geklettert, um eine Wohnung mitten in München zu bekommen. Das nenne ich Erpressung!

    Das mögen – genau wie die Straftaten – die sogenannten „Einzelfälle“ sein. Doch das lässt die Wut von so manchem aufkochen, weil unsere Regierung viel zu lasch handelt. Es könnte auch sein, das das gewollt ist, um die einzelnen Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufzuhetzen.

    • gnaddrig schreibt:

      Wir haben es doch da nicht mit Leuten zu tun, die wegen des schönen blauweißen Himmels nach Deutschland einwandern, sondern mit Leuten, die einer unerträglichen Situation (Krieg, Verfolgung, was auch immer) zu entkommen versuchen, egal wie und egal wohin. Der Ausdruck „Einwanderung“ suggeriert eine Freiwilligkeit und ein souveränes Agieren, die im Fall von Flüchtlingen, die Asylanträge stellen, ganz sicher nicht gebeben sind.

      Über die Verteilung der Asylbewerber auf die EU-Länder kann man diskutieren, aber Italien wird nicht alle, die über das Mittelmeer kommen, menschenwürdig unterbringen und ihre Anträge in akzeptabler Zeit und angemessen kompetent bearbeiten können. Und die Zahl der Asylanträge ist gar nicht so wichtig. Viel relevanter ist die Zahl derer, die dann tatsächlich Asyl erhalten bzw. geduldet werden. Und da liegt Deutschland gar nicht so weit vorn, hört man.

      Dass spektakuläre (und von bestimmten Medien und Interessengruppen freudig aufgenommene und aggressiv aufgebauschte) Entgleisungen Aufsehen erregen, ist klar. Man kann sich über solche Vorfälle auch aufregen. Dass aber eine ganze Massenbewegung wie Pegida unter dem Eindruck solcher Einzelfälle erhebliche Verschärfungen von Gesetzen und eine erhebliche Verschlimmerung der vielfach ohnehin schon menschenunwürdigen Behandlung von Asylbewerbern fordert, ist dumm und unverschämt. Damit würde man zu unrecht die vielen treffen, die sich tadellos benehmen (soweit man das in einem fremden Land mit vielen Ungewissheiten, oftmals mit schweren Traumatisierungen aufgrund furchtbarer Erlebnisse, angesichts großer Feindseligkeit großer Teile des Gastgeberlandes überhaupt kann).

      Das wäre bestenfalls unbegründete Hysterie, ich argwöhne aber, dass die eher grundsätzlich was gegen Ausländer haben, und weil Asylbewerber sich am wenigsten wehren können, tritt man eben zuerst nach ihnen. Dabei wirft man ihnen in altbewährter Manier auch gern vor, dass sie sich hier durchfüttern lassen und unterschlägt, dass sie in der Regel gar nicht arbeiten dürfen. Hauptsache, man kann sie schlechtmachen.

      Es sieht also nicht nach einer Bewegung besorgter Bürger aus, die für das Gemeinwohl unterwegs sind, sondern nach kaum verhohlen rassistischen Umtrieben. Und das erinnert mich genau wie den Hausherrn an unselige Zeiten.

  3. rolleck.com schreibt:

    100% Zustimmung.
    Aber wie sagte Arthur Schopenhauer schon vor langer Zeit:
    “Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.”
    Einfach nur noch traurig und erschreckend, wie offen hier mittlerweile Vorurteile und Rassismus ausgelebt werden. Und es bleibt wohl zu befürchten, dass heute erneut noch mehr politisch und ideologisch Verwirrte in Dresden oder Bonn auf die Strasse gehen.
    Habe mir da auch so einige Gedanken zu gemacht:
    http://rolleck.com/2014/12/10/was-ist-hier-eigentlich-los-iii/
    Gruß
    Stefan

    • schwabenkrawall schreibt:

      Über den Stolz habe ich einen Beitrag geschrieben, in dem ich eben diesen Schopenhauer zitiere. Man kann es aber auch bayrisch-knapp sagen:“Dummheit und Stolz wachs‘ n am selben Holz“

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