Archiv für Dezember, 2014

Statt Karten….

Veröffentlicht: Dezember 31, 2014 in Reisen
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Ja, wir sind viel rumgekommen, im vergangenen Jahr.
Teneriffa im Januar und Februar, Portugal im April und Mai, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Holland im August/September, Australien im Okt./November und jetzt hat sich der Kreis auf Teneriffa geschlossen.
Dazwischen noch Bodensee, Chiemsee, Walchensee….insgesamt 26 Wochen waren wir unterwegs. Das schlaucht…. 🙂
Aber wir verschieben nichts mehr…wohin auch, mit Mitte 60?
Allen Lesern das Beste für 2015, von eurem rasenden Rentner.

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GeFährliche Fähren…..

Veröffentlicht: Dezember 29, 2014 in Alkohol und andere Drogen, Europa, Reisen
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da war doch was? Gut, gebrannt hatte es bei uns nicht, 1982 von Igoumenitsa nach Brindisi, aber eigentlich hätte uns schon das Boarding stutzig machen sollen. Die Fähre „Sveti Stefan“ schaffte es trotz mehrmaligen Anlaufs nicht da anzulegen, wo die Autos vom Hafenpersonal zum Einschiffen hin dirigiert wurden. Schließlich mussten wir in einem Mordsdurcheinander 100m weiter nach rechts rücken, was bei einer mehrere 100m langen Autoschlange nicht so easy war. Stockduster war’s, als wir ablegten. Angekündigte Fahrzeit: 12h. Da keine Kabinen frei waren, schliefen wir in der Cafeteria auf Kunstledersitzen. Mich wunderte noch, dass wir an der albanischen Küste stoppten, aber irgendwann schlief ich ein. Geweckt wurden wir durch kroatische Flüche der Matrosen, die ihr Frühstück zu sich nahmen. Dies bestand zu gleichen Teilen aus Kaffee und Slivovitz und nachdem man uns von unserer Schlafstatt gejagt hatte, begaben wir uns nach oben. Ein Blick auf die Uhr….aha, 11Stunden vorbei, die italienische Küste müsste zu sehen sein. Nix zu sehen, aber mir fiel das Kielwasser am Heck auf, das schwere Amplituden nach links und rechts zeigte. Schlangenlinien. Vermutlich hatten Steuermann und Kapitän schon zum Abendessen mit Schnaps nachgespült. Es sollte schließlich statt 12 Stunden deren 23 dauern, bis wir anlegten. Einen ersichtlichen Grund oder eine Erklärung dafür gab es nicht. Meine Theorien reichen von illegalen Albanien-Geschäften, bis zur doppelten Fahrstrecke durch die Schlangenlinien. Seit dieser Zeit hege ich größtes Misstrauen gegenüber Fähren auf der Adria und meide diese. Der aktuelle Brand überrascht mich nicht, mich wundert vielmehr, dass nicht schon viel mehr passiert ist.

wenn diese nicht ihrer politischen Einstellung folgen. Zur Zeit ist natürlich das Thema PEGIDA die Nr.1 im Hassranking der deutschen Kommentatorenszene in den (a)sozialen Medien.
Und zwar von pro und contra-Seite. Da wird sich beschimpft, beleidigt und die Hasskappe ersetzt momentan die Nikolausmütze. Überhaupt der Weihnachtsmann…..in kommunistische Farben gekleidet…er sollte vielleicht einmal über ein schlichtes Einheitsgrau nachdenken.
Schauspieler, Musiker und Künstler aller Genres posten ihre Stellungnahmen zu Pegida und ernten dafür beileibe nicht nur Lob.
Ich weiß nicht, ob das ein deutsches Phänomen ist, da ich nie auf Dauer in anderen Ländern gelebt habe, aber man gönnt nun mal dem andern bestenfalls die Margarine und nicht die Butter auf’s Brot. Ich weiß, das ist sehr pauschal, aber die Angst, von weniger Begüterten etwas weggenommen zu bekommen, ist in Deutschland weit verbreitet. Als Kind waren es deutsche Kriegsflüchtlinge, deren Lastenausgleichsgelder nicht nur bei uns als „Banditengeld“ bezeichnet wurden.
Dann kam die Wende, da wurde aus der Euphorie in West und Ost schnell Missgunst. Die Einen fühlten sich vom Westen ausgeplündert, die Andern motzten, dass der Osten die Sozialsysteme ausraubt.
Und jetzt sind es Flüchtlinge aus dem nahen Osten, die angeblich die Sozialsysteme ausplündern. Und da stehen sich Deutsche unversöhnlich gegenüber.
Man mag sich nicht, in Deutschland. Die Bayern fühlen sich von den „Nehmerländern“ betrogen, der Norden mag den Süden nicht, der Osten nicht den Westen und, dass die Rechten die Linken hassen (und umgekehrt) versteht sich von selbst. Da das bisher eher kleine Gruppierungen waren, war das zu verschmerzen, aber nun wird das Ganze durch Pegida&Co. in die Mitte der Gesellschaft getragen und das macht nachdenklich.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man mit Andersdenkenden sehr wohl auskommen kann. Einer meiner engsten Freunde war nicht nur CDU-Mitglied, nein, er war sogar Mitglied beim FC Bayern und trotzdem haben wir zusammen die halbe Welt, von Alaska bis Neuseeland bereist.
Das Thema Politik und Fußball war kein Thema. Wir sprachen nicht darüber, da weder ich ihn, noch er mich überzeugen konnte.
Allerdings……mit einem Neonazi hätte ich ganz sicher keine Weltreisen unternommen…nein…manches geht dann doch nicht 🙂

Es ist ein ganz heikles und schwieriges Thema, das durch den Fall Edathy zur Zeit in den Medien kommentiert, bewertet, be-und verurteilt wird.
Ich will ausnahmsweise einmal keine Definitionen aus Wikipedia&Co. bemühen, sondern mir meine eigenen Gedanken dazu machen.
Sexuelle Präferenzen sind mannigfaltig und so gibt es auch Menschen (mehrheitlich wohl Männer), die nur von kindlichen Körpern erregt werden – quer durch alle Gesellschaftensschichten, Religionen und politischen Weltanschauungen. Auch diejenigen, die “ keine Gnade für Kinderschänder“ auf ihre braunen Fahnen geschrieben haben, sehen sich jetzt mit dem Fall des Neonazis und verurteilten Kinderschänders Tino Brandt konfrontiert. (Ich schreibe das ohne Häme, denn die ist in dem Fall völlig unangemessen).
Es ist aber auch unstrittig, dass die überwiegende Mehrheit der Pädophilen nicht übergriffig wird. Wenn wir jetzt hergehen und der Pädophilie einen Krankheitsstatus zubilligen,  ist dann der Weg nicht mehr weit, auch Homosexuelle als krank zu bezeichnen? (Es gibt schon jetzt genügend Hardcore-religiöse Mediziner, die damit werben, Homosexualität „heilen“ zu können).
Alles was nicht der Norm entspricht ist aber nicht zwangsläufig krank, doch es ist halt ein gravierender Unterschied zu den Dingen, die gegen den Willen anderer geschehen, zu dem, was Erwachsene in gegenseitigem Einvernehmen so alles miteinander treiben, Das mag gewiss nicht jedem passen und man darf gewisse Dinge durchaus unappetitlich finden, aber es ist erstens legal und zweitens Privatsache.
Was ist eigentlich eine Krankheit? Ist dies nicht etwas, unter dem man in erster Linie selbst am meisten leidet?
Bei einer ausgelebten Pädophilie leiden in der Regel vor allem die Kinder.
Ein Rezept habe ich trotz intensiven Nachdenkens nicht gefunden. Man sollte Pädophilen, die noch nicht übergriffig geworden sind, psychologische Hilfe anbieten, okay. Aber nur zu dem einzigen Zweck, Kinder zu schützen!
Denn, wie schon erwähnt: Es werden sich bald die Ersten finden, die fordern, auch Schwule und Lesben zum Psychiater zu schicken……es bleibt schwierig….
Vielleicht als Resümee….Pädophilie ist keine Krankheit, aber ihre Auslebung ist aus sehr gutem Grund verboten. So wie es bei vielen anderen Dingen eben auch ist, vom besoffenen Autofahren bis hin zu Mord und Totschlag. (Die Vergleiche hinken, ich weiß, aber mir fällt nichts Passenderes ein)
Ich selbst bin mittlerweile durch das ganze Thema derart verunsichert, dass ich mich instinktiv abwende, wenn ich hier nackte Kinder am Strand sehe, obwohl ich ein kreuzbraver Hetero bin. Das ist die Kehrseite der Medaille…..
Wir leben in kranken Zeiten, soviel ist gewiss.

Wohin? Alternativen in Europa wären die skandinavischen Länder, insbesondere Norwegen. In Übersee böte sich Kanada an. Wem es dort zu kalt ist, für den könnte Australien eine Alternative sein (auch wenn dort momentan Tony Abbott regiert, der aber nach der nächsten Wahl wieder weg vom Fenster sein wird)
Neuseeland? Aber sofort. Die letztgenannten Länder sind zwar nichts für Raucher, da eine Schachtel Kippen ca.18€ kostet, aber mit dem Qualmen aufzuhören ist ja nicht das Verkehrteste.
Mich nimmt man dort leider nicht mehr auf (ausser für 3 Monate per anno) da ich mich als Rentner zwar (noch) selbst versorgen kann, aber künftig wohl eher Probleme machen dürfte. Was das Alter eben so mit sich bringt.
Aber sonst? Nix wie weg. Deutschland entwickelt sich nach meiner Einschätzung zu einem Krisenherd in Europa. Selbst jetzt, da es uns global gesehen gut geht, ist der zunehmende Hass auf alles, was nicht-christliche Wurzeln hat, unübersehbar. Es geht nicht um die Flüchtlinge., die Asylbewerber, es geht gegen Muslime im Allgemeinen und als ob das nicht schlimm genug wäre, feiert auch der Judenhass fröhlich-traurige Urständ.
Es leben in diesem Land 4 Millionen Muslime und ob uns das nun passt oder nicht, wir werden damit umgehen müssen. Die überwiegende Mehrzahl von Ihnen kamen nicht als Wirtschaftsflüchtlinge, sondern wurden als Arbeitskräfte ins Wirtschaftswunderland der Sechziger und Siebziger geholt. Und nun sind die Meisten bereits seit 3-4 Generationen hier und kennen die Heimat ihrer Eltern oder Großeltern nur noch von Urlauben.
Liebe Neonazispatriotenverteiderdeschristlichenabendlandesafdleretcetera: Die werden nicht gehen!! Ganz davon abgesehen, dass unser Sozialsystem und unsere Wirtschaft zusammenbräche, würden auf einen Schlag sämtliche Migranten verschwinden, ist Deutschland für diese Leute ganz einfach ihre Heimat gworden. Vaterland würde ich nicht sagen, bestenfalls Stiefvaterland.
Es muss uns gelingen, mit diesen Leuten gut zusammenzuleben oder es droht eine Katastrophe. Nicht zuletzt (ich bin geneigt zu sagen: „vor allem“) müssen  die Migranten ihren Teil dazu beitragen. Sie sind gefordert.
Religionen, ihre Regeln und Gebote sind Privatsache und haben in einem säkularen Staat keine öffentliche Rolle zu spielen. Die erste Sprache sollte die sein, die in dem Land, in dem man lebt, gesprochen wird. Parallelgesellschaften führen zu Isolation, sie säen Angst und Misstrauen.
Dazu ein Beispiel:
Die Familien meiner Eltern lebten jahrhundertelang in Serbien und Kroatien. Sie lebten in Parallelgesellschaften, sprachen nur (wenn überhaupt) rudimentäres Serbisch und Kroatisch . Sie blieben Deutsch, in Sprache, Denken und Handeln und die Einheimischen waren für sie die Fremden .Was daraus folgte, wissen wir.
Liebe türkischstämmige Mitbürger, die ihr eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt: Eure Chefin heißt Merkel (die im Übrigen niemand mögen muss) und nicht Erdogan (den ganz sicher auch nicht alle Deutschen türkischer Abstammung mögen)
Ob jemand Freitags in die Moschee, Samstags in die Synagoge, oder Sonntags in die Kirche geht, ist wurscht, solange die einzigen Gesetze, die derjenige befolgt, die staatlichen und nicht die religiösen sind.
Meine Oma trug, solange ich denken kann, ein schwarzes Kopftuch. Sie war erzkatholisch.  Deshalb ist es mir schnurzegal, ob jemand ein Kopftuch oder eine Schiebermütze trägt. Zudem tragen Ordensschwestern auch Kopftücher. Burka? Wäre  mir persönlich auch egal, verstößt allerdings gegen das Vermummungsverbot und jagt nicht nur Kindern einen gewaltigen Schrecken ein.
Wenn jeder einen Schritt nach vorn geht, sollte das klappen. Positivbeispiele gelungener Integration sieht man z.B.im öffentlich-rechtlichen, sowie im Privatfernsehen, in dem türkisch – oder arabischstämmige Moderatoren durch das Morgenmagazin führen, oder das Wetter verkünden. (Die sind nicht schuld, wenn’s regnet)

Noch dösen wir in der bräsigen Scheinsicherheit Merkel’scher Machart, aber das wird nicht mehr lange gutgehen. Wir haben -wie Huffington richtig schreibt-keine Visionen mehr. Auf dem Erreichten auszuruhen wird nicht genügen. Die Innovationen kommen aus anderen Ländern. Deutsche Spitzenwissenschaftler, die etwas bewegen wollen, hauen in Scharen ab. Welch eine Überraschung, dass wieder einmal ein Deutscher, der auch hier forscht, einen Nobelpreis bekommen hat.
Sollten wir wirtschaftliche Verhältnisse wie in Frankreich, Italien oder gar Griechenland bekommen, dann wird es Pogrome geben.. Fürchte nicht nur ich….

http://www.huffingtonpost.de/2014/12/17/deutschland-auswandern-gruende_n_6340202.html

15.000 „Patrioten“ waren gestern in Dresden wieder auf der Straße, um gegen die drohende Islamisierung unseres Landes – nein, ganz Europas – zu demonstrieren. Immerhin hatten auch 6000 Gegner mobil gemacht, aber die Mehrheit war pro-Pegida.
Gleichzeitig waren auch in einigen westdeutschen Städten Ableger der Pegida unterwegs, in Würzburg, Bonn und Kassel. Teilnehmerzahl: 80-300. (Gegendemonstranten in Bonn: 1600)
Gut, Dresden ist größer, aber der Unterschied ist schon auffallend. Ein Teilnehmer in Dresden, befragt nach seinen Motiven, nannte die Mautpläne als Grund für seine Teinahme….. Was die Maut mit einer drohenden Islamisierung zu tun hat, ist mir zwar nicht so ganz klar, aber es schwant mir Übles. Vermutlich ist die Hauptursache für die rege Teilnahme an diesen Veranstaltungen – neben einer latenten Fremdenfeindlichkeit – die allgemeine Politikverdrossenheit.
Und da bietet sich natürlich ein Feindbild an. Die Muslime sind schuld an der Verlogenheit unserer Politiker.
Warum allerdings ausgerechnet in einer Stadt wie Dresden so viele Menschen auf die Straße gehen, bleibt immer noch rätselhaft. In Dresden sind gerade mal 0, 4% der Bevölkerung muslimisch. Bundesweit sind es, je nach Quelle, zwischen 2,4 und 5,5%.
Es ist schon seltsam, dass man das am meisten bekämpft, was man am wenigsten kennt. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Auch im Westen ist die Fremdenfeindlichkeit da am höchsten, wo die wenigsten Fremden leben.
Ich würde es zwar nicht gutheißen, könnte es aber irgendwie noch nachvollziehen, wenn diese Umzüge in Mannheim, Berlin oder sonstwo stattfänden, wo der Anteil der Muslime weit über dem Bundesdurchschnitt liegt. Aber Dresden?? Glaubt man dort, alle ihre Probleme wären gelöst, wenn man die Muslime rausschmeißt? (Vielleicht käme dann auch die Maut nicht?)
Ich habe viele Jahrzehnte mit türkischen Kollegen gearbeitet und musste feststellen: Da sind schon einige Arschlöcher drunter……im Verhältnis ungefähr so Viele, wie unter den deutschen, griechischen und italienischen Kollegen.

Kuriosität am Rande :
Stargast in Bonn war der in Istanbul geborene Schriftsteller Akif Pirinçci :“Ihr seid Deutsche, keine feigen Ratten! Es lebe das heilige Deutschland“ , so Pirinçci auf der „Bogida“
Was sich im Kopf dieses Herrn abspielt, bleibt mir verborgen. Aber, wie schon erwähnt, es gibt unter allen Bevölkerungsgruppen einen gewissen Anteil an …nee, ich will mir keine Beleidigungsklage einfangen….sagen wir mal: seltsamen Menschen. 🙂
Ein deutsch-nationaler Türke……so war das mit der Integration nicht gemeint, Herr Pirinçci.

Ich hab’s extra groß geschrieben, weil Großbuchstaben auf Chat-Deutsch „brüllen“ bedeutet. Und gebrüllt wurde der Slogan von den Verteidigern des Abendlandes in Dresden, die Angst haben, dass die 0,1% Muslime in Sachsen die Scharia einführen und die Frauenkirche zur Moschee umbauen wollen.
Diese Leute hätten vermutlich auch den ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann des Landes verwiesen, der auf die Frage, ob er Deutschland liebe, antwortete:“Ich liebe meine Frau“. Dem kann ich mich voll inhaltlich anschließen.
Was liebt man an einem Land wie (in dem Fall Deutschland)? Die Berge und Seen? Bratwurscht und Sauerkraut? Blasmusik? Frau Merkel und Horst Seehofer?
Ich finde ganz viele Länder toll, bin hingerissen von Landschaften, Menschen, Musik, Bauwerken oder Tierwelt. Selbstverständlich hat auch Deutschland Großartiges zu bieten und wir stehen staunend vor dem Elbsandsteingebirge, den Allgäuer Alpen oder der Nord und Ostseeküste, um nur ein paar Beispiele von vielen zu nennen. Ich esse mit Begeisterung Maultaschen oder Leberkäs-Semmeln und ich bin froh über unsere sozialen Errungenschaften.
Aber LIEBE? Das ist ein großes Wort, mit dem ich ungern inflationär umgehe. Das Wort sollte nahen Menschen vorbehalten sein und nicht Nationalstaaten.
Ich bin in der Tat sehr glücklich und dankbar, zufälligerweise in Deutschland – und nicht in Zimbabwe oder Bangladesch – geboren und aufgewachsen zu sein, aber damit sind meine Gefühlsausbrüche auch schon erschöpft.
Mir machen diese Umzüge und Parolen Angst, weil sie mich an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte erinnern. Welche Sprüche kommen als nächstes? Deutsche, kauft nicht beim Türken? WIR sind das Volk und wer anders denkt muss weg? Erste Brandanschläge auf Asylbewerberheime wurden bereits verübt und ich fürchte, weitere werden folgen.
Dass Kriminelle, die nur zum Zweck krimineller Handlungen nach Deutschland kommen, ausgewiesen werden müssen, versteht sich von selbst.
Dass  Forderungen zu härterem Durchgreifen gegen straffällige Ausländer ausgerechnet vom Pegida-Chef Bachmann kommen, ist fast schon wieder lustig. Der Mann weiß offenbar, wovon er spricht.

Bachmann wurde bereits wegen Einbruch, Diebstahl, falscher Verdächtigung, Anstiftung zur Falschaussage, Verletzung der Unterhaltspflicht, Trunkenheit am Steuer und Körperverletzung strafrechlich belangt.Bachmann wurde 1998 wegen Einbruch zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er entzog sich der Justiz und flüchtete nach Südafrika, wo er sich an der Universität Kapstadt unter falschem Namen für ein Studium von Grafik und Design einschrieb. Nach drei Jahren spürte ihn die dortige Einwanderungsbehörde auf und wies ihn aus. Nach zwei Jahren Haft in Deutschland wurde er wegen guter Führung entlassen. 2008 wurden bei ihm 40 Gramm Kokain und ein weiteres Mal 54 Gramm gefunden. Bachmann wurde hierfür zu einer weiteren Haftstrafe verurteilt, welche zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährung läuft im Februar 2015 aus. (Quelle:Wikipedia)

Und nun warte ich geduldig auf meine Abschiebung, weil ich nicht Deutschland, sondern nur meine Frau liebe.
Nebenbei bemerkt:Nachdem ich hier 48 Jahre lang gearbeitet und brav Steuern und Abgaben bezahlt habe, denke ich sagen zu können:“Auch ich bin das Volk!“

Der Beitrag im u.a Link soll belegen, dass das Idiotentum hauptsächlich männlich geprägt ist. Da ist zum Beispiel von einem Briefbomben-Attentäter die Rede, der sein explosives Schreiben unzureichend frankiert hatte. Das kann vorkommen, dass man aber das zurückgesandte Kuvert selbst öffnet…….? Für derlei Fehlleistungen wird seit 1994 -meist posthum- der „Darwin-Award“ verliehen. Nebenbei bemerkt: Dass der Trottel seine echte Absenderadresse draufgeschrieben hatte, ist bei der Preisverleihung natürlich auch zu berücksichtigen. Das macht sich in der B-Note für den künstlerischen Wert bemerkbar. Oder der Dieb, der ein Stahlseil in einem Aufzugschacht abmontiert und dabei vergisst, dass er sich selbst noch im Lift befindet. R.I.P.
Von den 318 Nominierungen betrafen 282 Männer und nur 36 Frauen.
Das kann ich nachvollziehen, denn selten habe ich Frauen so dämliche Dinge tun sehen, zu denen Männer sich hinreißen lassen. Beklagenswerter Alkoholmissbrauch, denn die meisten der untersuchten Fälle waren dem Umstand geschuldet, dass die Nominierten besoffen waren. Gottseidank enden nicht alle Fälle tödlich, so auch bei den Idiotien, deren Zeuge ich selbst wurde. Um nur einen Fall zu schildern: Nach einem Umtrunk kamen meine Kollegen und ich an einem Bauerhaus vorbei, an dessen Aussenwand eine altertümliche Güllepumpe angebracht war. Mit Schwengel. Mit den Worten (in schönstem Schwäbisch):“ Die goht bestimmt nemme“ betätigte mein Freund J.R. aus W. den Pumpenschwengel und musste danach seine Kleider in einer Plastiktüte im Kofferraum transportieren. Er war der Angeschissene.
Ausser Konkurrenz laufen Idiotien, die während der Pubertät vorkommen, denn in dieser Zeit ist das Hirn ohnehin im Energiespar-Modus.
Selbst mir, der ich als äusserst vorsichtiger – um nicht zu sagen ängstlicher – Mensch in Verruf geraten bin, passierte einmal etwas ziemlich Dummes, das durchaus tödlich hätte enden können. Ich war 14 und schwächlich und begann deshalb mit einem Expander zu trainieren. Um die Trainingergebnisse zu begutachten, stellte ich mich mit bloßem Oberkörper vor den Spiegel und zog den Expander (mit allen Gummiseilen!!) so weit auseinander, wie es nur ging. Es ging weit….leider hatte ich schwitzige Hände und der rechte Griff rutschte mir aus der Hand. Ich sah im Spiegel noch, wie mich dieser Griff volle Möhre auf Höhe der Halsschlagader erwischte….dann gingen die Lichter aus…
Ich hab’s überlebt, über bleibende Schäden physischer oder psychischer Art will ich nicht sprechen….vielleicht soviel: Ich war im weiteren Verlauf meines Lebens nicht grundlos so überaus vorsichtig.
Der Körperertüchtigung bin ich seither abhold.

http://de.wikipedia.org/wiki/Darwin_Award

männliche Idioten

…irgendwie doch? Wenn jemand ein Gespräch mit diesem Satz beginnt, werde ich hellhörig. Meist sind es nicht wirkliche Rechtsradikale, die diesen Spruch absondern, sondern Menschen, die uninformiert sind oder ganz einfach Angst haben. Ich gebe zu, dass auch ich mich gelegentlich bei seltsamen Gedanken ertappe, aber ein Arschloch darf man gern ein Arschloch nennen, gleich welcher Hautfarbe, Herkunft oder Religion.

Gäbe es in Deutschland keine Asylbewerber, Migranten oder nicht-deutsche EU-Bürger, hätte kein einziger unserer eigenen Bedürftigen einen Cent mehr an Sozialleistungen, kein unterbezahlter Arbeitnehmer bekäme mehr Lohn, keine Kita mehr würde eingerichtet und kein Krankenhaus mehr würde gebaut. Das Geld dafür wäre da, es ist aber leider in den Händen derer, die ungern etwas davon abgeben.
Die ungerechte Verteilung ist das Problem und nicht die Flüchtlinge, die vor Kriegen fliehen, für die nicht zuletzt die mitverantwortlich sind, die ihre Milliarden in den Steueroasen dieser Welt vor dem deutschen Fiskus verstecken.

Ehe ich jetzt damit beginne, jede Menge Zahlen zu produzieren, stelle ich lieber diesen Link rein. Hier kann ein Jeder selbst versuchen, seine Ängste und Vorurteile mit der Realität zu vergleichen.
Denjenigen, die sich selbst für die Krone der Schöpfung – und alle anders Aussehenden für Untermenschen – halten, kann man natürlich mit Fakten nicht kommen. Aber die will ich damit auch garnicht erreichen. Vielleicht erreiche ich aber wenigstens ein paar Ängstliche und Verunsicherte, die Gefahr laufen, auf die Parolen der rechten Rattenfänger hereinzufallen.

Es weihnachtet wieder mal, aber voll…!!
Und das nicht erst, seitdem die ersten Weihnachtsmärkte  Glühweinschwaden durch die nasskalten Innenstädte wabern lassen. Ohne Glühwein erträgt man das Gedränge nur schwer und deshalb sind mir derlei Veranstaltungen ebenso suspekt, wie Oktoberfeste, Gartenschauen oder wo-auch-immer allzu viele Menschen auf allzu engem Raum zusammengepfercht sind.
Gibt aber auch genügend Leute, denen das gefällt, aber für latente Sozialphobiker und Abstinenzler, wie mich, ist das Folter pur.
Zur Zeit marschieren auch wieder besorgte Menschen der „bürgerlichen Mitte“ durch Dresden und andere Städte, weil die muslimischen Eindringlinge – neben anderen Frechheiten – uns unser Weihnachten verbieten wollen. (Stichwort „Wintermarkt statt Weihnachtsmarkt“) Ob da auch dem Glühwein zugesprochen wird? Kann schon sein…..sogar das Wort „Alkohol“ kommt aus dem Arabischen, so weit ist es schon gekommen. Algebra und Algorithmus auch…..sogar der Almanach – zu Weihnachten gern bemüht – haben die Muselmanen klammheimlich in den deutschen Wortschatz geschmuggelt. Merken Sie’s? Überfremdung wohin man schaut.
Aber da grätscht die CSU dazwischen! Deutsch soll gesprochen werden, auch in den eigenen 4 Wänden. Merkels fünfte Kolonne wider die AfD hat wieder einen rausgehauen.
Was ist eigentlich deutsch?
Da sollte man doch erstmal hergehen und die Sprache Luthers und Goethes von allen Fremdeinflüssen befreien. Wie? Das haben die Nazis schon im 1000jährigen Reich versucht? Stimmt, ich hab’s gegoogelt (das wird auch ersetzt, durch recherchiert ….nee, Scheiße, ist französisch). Damals sollten vor allem Worte, die vom linksrheinischen Erbfeind stammen, durch Deutsches ersetzt werden. Aus „Nase“ sollte zum Beispiel „Gesichtserker“ werden. Man hat’s schließlich gelassen, weil man merkte, dass sich „Beinschläuche“ statt „Hosen“ kaum durchsetzen lassen.
Danach hauen wir alle Wörter raus, in denen ein „Y“ vorkommt, die stammen nämlich aus dem Griechischen. Bayern? Oha! Dazu fällt mir was ein:
Die heute allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit „y“ geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern, vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die vorher geltende Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Diese Anordnung des Königs und seine Vorschrift des „griechischen“ Ypsilons steht im Zusammenhang mit dem Philhellenismus.(Quelle:Wikipedia)
Dann kommen die Anglizismen dran. Und die Latinismen! Überhaupt alles, was nicht nachweisbar deutsch ist. Anorak, Kajak z.B., denn selbst die Eskimos versuchen, uns zu überfremden. Sogar die Aborigines mit ihrem Bumerang drängen in den Duden! Der wird bei nächster Gelegenheit durch „zurückkehrendes Wurfgeschoss“ ersetzt. (Manchmal wird man nämlich von den eigenen Waffen erschlagen, liebe baierische CSU)
Wieso gibt’s überhaupt so viele Sprachen? Laut der Bibel haben wir das einigen größenwahnsinnigen Architekten aus Babylon zu verdanken, denen der Allmächtige die Baupläne durch die „babylonische Sprachverwirrung“ derart versaute, dass das Bauwerk schließlich einstürzte…..ich frage mich in diesem Zusammenhang, ob ER  beim Berliner Pannenflughafen auch wieder mal seine Finger im Spiel hatte….?
Wie komm‘ ich jetzt eigentlich von Weihnachten zur Überfremdung? Die Frühnachrichten vermutlich, die sorgen nämlich auch immer wieder für Verwirrung.
So, genug geschrieben für heute. Falls man sich nicht mehr liest, vorab schonmal ein herzliches feliz Navidad and a happy new year.
Bis auf Weiteres.
Euer Sprachwart, Weinstadt-Süd.