Archiv für Oktober, 2014

Ab nach Down under. Ich sag dann mal G’day.

Veröffentlicht: Oktober 30, 2014 in Reisen
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Morgen geht’s los.20:15h ab Frankfurt, via Dubai und Brisbane nach Cairns. Von dort zockeln wir dann Richtung Sydney. Ich müsste lügen, wenn ich behaupte, ich hätte kein Reisefieber, schließlich war ich schon 3x da unten. Allerdings war das letzte Mal 1999 und ich bin seither nicht jünger geworden. 7h nach Dubai, dort 4h warten und dann 14h nach Brisbane. Den kurzen Flug von Brisbane nach Cairns lasse ich jetzt mal außen vor, das geht fix. Dann: 10h Zeitverschiebung und aus diesem Grund haben wir erstmal 2 Tage ausspannen in Cairns gebucht. Vielleicht bleiben wir noch etwas länger oben, kommt auf unsere Verfassung an. Wir fliegen Emirates, auf Anraten von Freunden, die diesen Flug 2x jährlich machen, weil sie den europäischen Sommer hier verbringen und den australischen Sommer in ihrer Heimatstadt Townsville.  Mit etwas Glück treffen wir die Beiden, geplant ist es jedenfalls. Ich werde berichten. Jetzt werde ich zum zehnten Mal checken, ob wir alles parat haben. Papiere, Medikamente, Stromadapter und 1000 Dinge mehr.
Wenn ich richtig recherchiert habe, gibt es bei Emirates im A380 sogar W-lan, ich kann also an Bord am Beginn eines neuen Reisebuchs arbeiten….wenn ich nicht grad penne. Das ist eh‘ so ein Thema für sich. Nach hinten gelehnt kriegt man einen steifen Nacken und am besten geht es zwar, wenn man den Kopf auf ein Kissen legt, das man auf dem Klapptischchen drapiert. Allerdings: Wenn man einen unruhigen Vordermann hat, wird das heikel….naja, es kommt wie es kommt. Es wird schon nicht so schlimm werden, wie auf einem Flug nach Buenos Aires, mit der Aerolineas Argentinas..Dort saß ich in der letzten Reihe, konnte meine Rückenlehne wegen der Wand hinter mir nicht runterklappen und die Sitze waren mit einer klebrigen Kuststoffhaut überzogen, auf der ich richtiggehend angepappt war. Furchtbar. Wieso tut man sich sowas an? Naja, wenn man weit weg will, muss man fliegen. Schiff ginge auch, dauert nur 20x so lange und ist doppelt so teuer.
Ihr dürft uns einen guten Flug wünschen……an Halloween, Jessasmariaundjosef….
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Wer kennt sie nicht, die freundlichen jungen Männer im dunklen Zwirn und mit Aktentasche oder Rucksack behängt:“Ringrinring!!!!“ „Ja“? „Wir haben eine Botschaft“, so tönt es mir mit unverkennbarem amerikanischen Akzent an der Haustür entgegen. „Ja, wir auch. Bei Euch in Washington“! Klapp.Tür zu. Einen Tag später, mitten in der Nacht um 10h morgens.“Ringring“ „Ja?“ „Wir wollen mit Ihnen über Gott sprechen“ „Danke nein, ich rede nicht über fremde Leute“.Klapp, Tür zu!.
Dann in die Großstadt, wo Salafisten Korane….Koräne??? (erstmal Googeln:Plural Koran=Korane), wo die also Korane verteilen. Ich will keinen und gebe das auch deutlich zu verstehen. Eigentlich wollte ich entgegnen:“Verpisst Euch“, aber der Anblick der bärtigen Herren mit dem grimmigen Ernst des Gläubigen lässt mich vorsichtig werden.
Was soll das?? Fehlt nur noch Telefonwerbung. Ob es sich bei Kirchenglockengeläut um Missionsarbeit handelt, ist mir nicht ganz klar. Ich lasse es mal als Lokalkolorit durchgehen.
Wenn jemand an ein höheres Wesen glaubt, so ist das völlig okay, aber es ist doch in erster Linie seine Privatsache. Mission ist von Übel……fragen Sie nur mal die Nachkommen der Ureinwohner, deren Länder von bewaffneten Missionaren dem rechten Glauben zugeführt wurden. Im Zuge der Zwangschristianisierung sind mehr Menschen erschlagen, verbrannt oder sonstwie massakriert worden, als in sämtlichen Weltkriegen zusammen.
Das ist lange her, aber längst nicht vergessen. Aktuell eifern Gruppen wie Boko Haram, oder IS den Conquistadoren nach, allerdings zeitversetzt. Um knappe 600Jahre. Und mit modernerem Gerät. Nicht bei uns, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Beruhigend dabei ist nur, dass es sich bei IS&Co. nur um einen kleinen Prozentsatz der Muslime handelt. Beunruhigend dabei ist aber auch, dass sich immer mehr junge Deutsche ohne Migrationshintergrund missionieren lassen.
Aber, wie schon erwähnt:Die blutige Vergangenheit der christlichen Kirchen sollte uns den Zeigefinger nicht zu sehr erheben lassen.

Was habe ich neulich in einem Post gelesen?
Religion sei wie ein Penis.
Es ist okay einen zu haben
Man kann von mir aus stolz darauf sein
Aber wedelt damit nicht in der Öffentlichkeit herum
und man darf mit ihm keine Gesetze machen,
Oder ihn als Waffe benutzen

Und nun gehet hin in Frieden.

(hier der Originaltext,den Ursula freundlicherweise recherchiert hat)

RELIGION IS LIKE A PENIS
It`s okay to have one
It`s okay to proud of it

HOWEVER
do not pull it out in public
do not push it on children
do not write laws with it
do not think with it

..denn es kann gefährlich für Leib und Leben werden. Daran dachten 5 junge Männer nicht, als sie 2010 einen damals 77jährigen in seiner Villa überfielen. Jetzt stand der 81jährige vor Gericht, weil er sich gewehrt hatte. Dabei kam ein 16jähriger zu Tode. Der Überfallene war Jäger und hatte legal Waffen im Haus. Nun ist aus dem Opfer ein Täter geworden, der wegen der unverhältnismäßigen Ausnutzung der Notwehr zu 9Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Immerhin auf Bewährung. Natürlich wollen wir hier keine amerikanischen Verhältnisse, wo man in einigen Bundesstaaten auf jeden schießen darf, der unbefugt den eigenen Grund und Boden betritt, nach dem Motto: erst schießen und dann fragen. Hier lag der Fall anders. Die 5 drangen in das Haus ein mit der Absicht, den Mann auszurauben, 4 von ihnen wurden deshalb auch zwischenzeitlich verurteilt. Zudem wurde der Mann einige Zeit zuvor erpresst und hatte verständlicherweise Angst. Ich sag’s mal mit einfachen Worten: Hätten die 5 den alten Mann nicht überfallen, dann wäre nichts geschehen, Punkt. Man muss sich künftig schwer überlegen, ob man sich überhaupt noch wehren sollte. Das Recht treibt manchmal seltsame Blüten. In den USA wurde ein Hausbesitzer wegen Freiheitsberaubung verurteilt, weil ein Einbrecher in seine Garage eingedrungen war und sich die automatische Tür schloss, so dass der Räuber eingesperrt war. Dieser klagte darauf und bekam ein Schmerzensgeld zugesprochen.
16-Jährigen bei Überfall erschossen: Bewährung für Rentner

„Die tun wenigstens was!!“, so einige (meist ältere) Stimmen des Volkes, die gestern in Köln zu hören waren. Von den Hooligans waren auch Stellungnahmen zu hören,  neben den üblichen Nazisprüchen so intelligente Worte wie :“HuaHuaHua“. Nachmittags wurden noch per Lautsprecher 200 Ordner gesucht, ohne die die „Demonstration“ nicht stattfinden könne::“Die müssen aber nüchtern sein“, so die Durchsage. Ob 200 nüchterne Hooligans aufzutreiben waren, bleibt zu bezweifeln. „Wir sind das Volk“ war zu hören. ?…Neee, Ihr seid nicht das Volk. Ihr seid nur der prügelnde Teil des Volkes. Den Meisten ist es egal, gegen wen aufmarschiert wird, ob gegnerische Fußball“fans“ oder Ausländer. Hauptsache, es krachen die Knochen.
Überhaupt stimmt der Begriff Hooligans nicht so ganz, denn hier waren Rechtsradikale die Wortführer und außerdem ging es nicht um Fußball. Es ging auch nur vordergründig um IS und Salafisten, in Wahrheit ging es um nackten Fremdenhass.
Behörden und Polizei haben jämmerlich versagt, diesen Ausgang hätte man vorhersehen können. Wenn diese Krawallmacher unsere Antwort auf den Salafismus ist, dann treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus. Aus Holland kamen Berichte, nach denen Rocker in Syrien gegen die ISIS kämpfen….das macht ja noch irgendwie Sinn. Wenn aber hier der Mob losgelassen wird, dann ist jeder Muslim ein Opfer, denn diese angesoffenen Schläger werden nicht lange fragen, wes Geistes Kind der anders Aussehende ist.
Wenn unser Staat nicht aufpasst, dann haben wir hier neben den Salafisten ein weiteres Problem.

Nebenbei bemerkt: Einen größeren Gefallen hätten diese Krawallbrüder den Salafisten nicht erweisen können. Diese werden sich in ihren Predigten jetzt mit Sicherheit als verfolgte Minderheit präsentieren.
Man könnte aber auch meinem Vorschlag folgen: Hooligans und Salafisten treffen sich – in gleicher Anzahl – zum Gedankenaustausch in einem Stadion. Unterschieden wird zwischen Bärten und Glatzen. Alle Griffe sind erlaubt, Hieb und Stichwaffen ebenfalls.(Jeder Teilnehmer nur eine Machete!) Das wäre zwar ethisch kaum zu vertreten, außerdem gäbe es eine Mordssauerei, aber wir wären in einem Aufwasch zweier Probleme ledig.
Titel der Veranstaltung:“ Schläger und Proleten, gegen Hetzer und Propheten“

Rock’n-Roll-Heaven..es wird immer voller.

Veröffentlicht: Oktober 26, 2014 in Musik
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…und das nicht etwa deshalb, weil sich etliche Musiker/innen frühzeitig verabschiedet hatten…nein, wir sind ganz einfach ALT geworden. Und mit uns unsere Helden, die meist noch 5-10Jahre mehr auf dem Tacho haben als wir, ihre Jünger. Ich hatte Jack Bruce 2-3x live gesehen und war immer erstaunt, dass ein so knorriger Mann eine solch sanfte Stimme hat. Cream war für die Meisten nur Clapton, aber Bruce war die Stimme und der Songschreiber der Band. Meine Frau hatte ihn persönlich kennengelernt, da ihr verstorbener Mann einige Male mit „West-Bruce&Lane“ tourte. Ein „witziger kleiner Kerl“ sei er gewesen, sagt sie, aber auf der Bühne ein Riese. ..Ich weiß nicht, ob inzwischen die Mehrzahl unserer Helden der 60er (Danach war ich zu alt für Heldenverehrung) bereits im Jenseits, oder noch im Diesseits weilt. Gefühlt ist es das Jenseits……2Drittel der Bee Gees, die Hälfte der Beatles…all things must pass, sang George Harrison. Und langsam füllen sich die Pflegeheime mit Menschen, die wir noch vor Kurzem in Woodstock sahen…vor KURZEM???? Meine Herrn….das ist 45Jahre her. Wir sind alt und wir trauern zwar auch um die Helden unserer längst vergangenen Jugend, aber in erster Linie trauern wir um uns.
Der schönste Titel von Jack Bruce war wohl „I feel free“…..jetzt bist Du wirklich frei, Jack.

Cream-Bassist Jack Bruce ist tot

Teufel Alkohol-ein persönlicher Rückblick.

Veröffentlicht: Oktober 25, 2014 in Alkohol und andere Drogen
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Da gestern das Thema THC vs. Alkohol auf dem Plan stand, sehe ich mich genötigt, ein paar Dinge über meine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Droge C2H6O niederzuschreiben.
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In meinem Buch „Sex&Drugs&Maultaschen“ hatte ich schon darüber geschrieben, das aber eher am Rande. Heute sind so viele Jahre ins Land gegangen, dass ich das Ganze „nüchtern“ betrachten kann.
Alkohol hat mir meine Jugend und die besten Jahre meines Lebens geraubt…..besser gesagt, ich habe die Jahre verschenkt, denn niemand wird zum Trinken gezwungen.
Das fing ganz normal an, Alkohol als Mannbarkeitsritus- mit 13 der erste Vollrausch nach einem „Dreierpasch“ (3Bier, 3 Gläser Wein, 3 Schnäpse) Als ich morgens in meiner eigenen Kotze aufwachte, war ich für einige Jahre geheilt und trank bis ca. 18 nur noch Fanta und Sinalco.

Es ist ein ewiges Rätsel der Menschheit, weshalb Kinder, die in einem Trinkerhaushalt aufwachsen und das ganze Elend hautnah erleben, später selbst zur Flasche greifen. So auch bei mir, denn mein Vater war schwer abhängig, mit allen Begleiterscheinungen, auf die ich nicht näher eingehen will. Vielleicht so viel: Es ist der mentalen Entwicklung eines Kindes nicht unbedingt zuträglich, abends zitternd im Bett zu liegen und darauf zu warten, in welchem Zustand der Vater nach Hause kommt. Schläft er gleich ein, oder schlägt er erstmal auf das Mobiliar – und später auf die Mutter ein? Werden wir heute wieder von der Mutter angefleht, den Alten mit einer Bierflasche k.o. zu schlagen? Muss ich – weil hl.Abend ist – den betrunkenen Vater aus der Kneipe holen, damit er zu Hause den Christbaum schmücken kann und dabei mitsamt dem nadligen Gehölz zu Boden geht? (Weihnachten ist für mich bis heute  kein Fest der Freude)
Trotzdem: Es war MEINE Entscheidung, später selbst zu trinken, man kann für seine missglückte Vita nicht ewig die versaute Kindheit verantwortlich machen, man kann selbst wählen, ob man an einer Weggabelung rechts oder links weitergeht.
Vielleicht sind es Suchtgene, die man geerbt hat, wer weiß? Die meisten meiner Freunde, die bei dem beschriebenen Dreierpasch dabei waren, konnten später „normal“ mit Alkohol umgehen. Normal schreibe ich deshalb in Anführungszeichen, weil man kaum hinter die Fassaden sieht. Bei mir endete es damit, dass ich zum Schluss ohne einen kräftigen Rum mit Tee morgens nicht einmal mehr aufstehen konnte. Die vielleicht wichtigsten Jahre des Lebens, zwischen 19 und 27 verbrachte ich im Nebel. Ich war keinen einzigen Tag nüchtern. Wie ich während dieser Zeit Musik machen konnte, ist mir noch bis heute rätselhaft.  Dass mich meine erste Lebensgefährtin verließ, war die beste Entscheidung, die sie treffen konnte. Mit 23 schmiss ich meinen Job hin und schlug mich mit „Arbeiten“ wie Prospekte verteilen durch. Mein erster Weg am Morgen führte mich zum Bäcker, aber nicht, um Brötchen zu kaufen. Nein, man kannte mich dort schon und mit 5 Mark war ich dabei. 2 mittelgroße Jägermeister als zweites Frühstück. Irgendwann hat’s „Klick“ gemacht und ich wies mich selbst zur Entgiftung in die Psychiatrie ein. Seit 1977 habe ich keinen Tropfen mehr angerührt, habe in der Zwischenzeit ungezählte Verwandte und Freunde am Zellgift Alkohol jämmerlich sterben sehen und habe es längst aufgegeben, als Mahner unterwegs zu sein. Falls mich jemand fragt, dann gebe ich Ratschläge, aber ich werde mich hüten, jemanden auf sein offensichtliches Problem anzusprechen. Es nützt nämlich nichts. Jeder muss selbst entscheiden, ob er an der Weggabelung links oder rechts geht.

Anscheinend unterscheidet unsere Rechtsprechung bei der Bewertung der Fahruntüchtigkeit zwischen legalen und illegalen Drogen. Bis vor 10 Jahren galt noch: „Ein Molekül THC im Blut und Du gehst zu Fuß“ Dann einigte man sich auf 1Nanogramm THC. Wird man damit erwischt, gilt man als rauschgiftsüchtig und des Führens eines Kraftfahrzeuges unfähig.
Wenn jetzt jemand abends fünf-sieben Flaschen Bier trinkt, dann hat er (abhängig von Körpergewicht und Geschlecht) morgens nur noch max.0, 5 Promille im Blut und gilt nicht als Alkoholiker, selbst wenn er jeden Abend fünf-sieben Weizenbier braucht um auf Normalpegel zu kommen.
Fachleute sagen, dass ein Unfallrisiko erst ab 2-5 Nanogramm THC besteht und selbst dann sei man weniger eingeschränkt als jemand, der mit 0, 49 Promille fährt (legal) Hier der Artikel
Ich will gar nicht erst damit anfangen, zu errechnen, wieviel THC 0, 5 Promille Alkohol entspricht, ausserdem kann ich das auch gar nicht.
Ich wundere mich nur, dass Alkoholtrinker vom Gesetzgeber wesentlich milder behandelt werden, als Kiffer. Das wird doch nicht etwa an der Alkoholika-Lobby liegen? Vielleicht wird im Bundestag auch mehr gesoffen als gekifft.
Mir persönlich könnte es auf den ersten Blick wurscht sein, denn ich trinke keinen Alkohol (seit 1977) und ich kiffe nicht. Ist es aber nicht, denn diese Leute kommen mir im ungünstigsten Fall auf meiner Fahrspur entgegen.
Auf der Fähre nach Schweden ist folgendes Schild an den Aufzügen zum Fahrzeugdeck angebracht.

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Das könnte man auch bei uns gelten lassen , wenn man einen entsprechenden THC-Wert hinzufügt. Weshalb man in Bayern erst mit 2Nanogramm THC als rauschgiftsüchtig gilt, ist mir allerdings immer noch unklar.:)
Prost und Peace
Euer Abstinenzler.

Gut, ich gebe zu, auch ich habe einen Beitrag namens „Hackevoll durch die Nacht“verfasst, aber der richtete sich mehr gegen sturzbetrunkene Festbesucher.
Grundsätzlich würde ich auch nichts gegen Liebhaber der „volkstümlichen“ Musik sagen (Volksmusik ist etwas völlig anderes), jedes Genre hat eben sein Publikum und über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten.
Jedem das Seine, es gibt Tasten zum Umschalten auf der Fernbedienung und wer Florian Silbereisen unerträglich findet (wie z.B. ich) der möge den Kanal wechseln.
Nun gibt es ein neues Genre, das sich „Helene Fischer-Bashing“ nennt. Da sagt ein Herr Mittermeier öffentlich, er könne Helene Fischer „nicht mehr sehen, ohne im Strahl zu kotzen.“ Herr Mittermeier, es gibt ganz sicher Leute, denen es bei Ihnen genauso geht. Ich gehöre nicht dazu, weil ich immer umschalte, wenn ich Ihrer ansichtig werde. Sie machen mich nämlich furchtbar nervös, mit Ihrem verzweifelten Versuch einen auf Jerry Lewis made in Germany zu machen.
Weshalb Sie sich Helene Fischer anschauen, weiß ich nicht, vielleicht kotzen Sie einfach gern….?  Aber Sie haben ihr Publikum und das ist okay so.
Jetzt zu Ihnen, Frau Kebekus:“ Wer live in einer Fernsehshow mit Furzgeräuschen  glänzt (nicht schlecht gemacht, übrigens) sollte mit Begriffen wie „beschissenes Lied“ sparsam umgehen. So etwas geht gern auch mal in die Hose.
Vielleicht ist da auch nur Neid dabei. H.F. sieht nicht nur gut aus, sie verkauft sich hervorragend (auch pekuniär) und sie kann zu allem Überfluss tatsächlich singen! Und zwar richtig gut. Ich habe mir ihre A-capella-Version von „The Rose“ durch einen Zufall anhören können. Zusammen mit ihren Back-Vocals lieferte sie da etwas Umwerfendes ab. Eine Show von ihr würde ich mir trotzdem nicht anschauen (Umschalttaste!)
Man sollte vorsichtig damit sein, Anderen einen beschissenen Geschmack zu unterstellen, weil man sich selbst für lustig und niveauvoll hält. Ich bin bekennender Tom Waits-Fan und weiß was es heißt, von den Damen und Herren der Kulturpolizei ständig Strafmandate zu erhalten.

„Friseusen-Disco-Bums-Musik“

Man könnte kurz antworten:“Weil sich’s bisher nicht lohnte“. Traf ja nur ein paar hundert Schwarzafrikaner….
Pharmakonzerne wollen Kohle verdienen. Je mehr Tote, desto lohnender die Herstellung eines Impfstoffes. (Was ja zugegebenermaßen nicht gerade billig ist) Philantropen sind das jedenfalls nicht, sondern kühle Rechner.  So wurde unlängst ein sehr erfolgversprechender Ansatz zur Behandlung von Morbus Crohn – einer entzündlichen Autoimmunerkrankung des Darms – wieder fallengelassen….lohnt sich nicht, zu wenig Fallzahlen. „Ebola tritt nur lokal und begrenzt auf, wir müssen uns üüüberhaupt keine Sorgen machen“, so klang das noch vor Kurzem.
Lieber wird in Grippeimpfstoffe investiert, immerhin starben an der Influenza allein in Deutschland im Jahr 2013 ca.15.000 Menschen und jährlich erkranken zwischen 5 und 20% der Bevölkerung daran. Zudem hält die Impfung nur 12Monate, da kommt also ordentlich was rüber.
Allerdings kann das auch in die Hosen gehen, wie bei der Schweinegrippe, also jetzt nicht für die Pharmafia, sondern für den Steuerzahler. Der Staat wurde genötigt,  die Vorratsspeicher aufzufüllen, obwohl sich später herausstellte, dass das Zeug von eher zweifelhafter Wirkung war. (Besser: „gewesen wäre“, denn der Ernstfall trat gottseidank nicht ein)
Jetzt ist also Ebola in den USA und Europa angekommen. Im Gegensatz zu Nigeria, wo die Fallzahlen mittlerweile wieder bei 0 liegen, wurde in den USA der erste Ebola-Fall erstmal wieder heimgeschickt, obwohl er betonte, aus Liberia zu kommen. Vielleicht wurde Liberia in der Krankenhaus-Aufnahme mit „Miss Liberty“, der Freiheitsstatue, verwechselt. Bei den allgemeinen Geographie-Kenntnissen in den USA würde mich das nicht wundern. Wie auch immer, Ebola ist beim weissen Mann angelangt und jetzt kann man Geld mit Impfstoffen verdienen. Tatsächliche Erkrankungen spielen keine Rolle, es genügt die Angst, erkranken zu können. Theoretisch. (s.Schweinegrippe) Ich warte darauf, dass unsere Regierung wieder einmal genötigt wird, ihre Bevorratungsspeicher mit einem Ebola-Impfstoff aufzufüllen. Die Jagd nach dem Impfstoff ist auf, denn je mehr Panik verbreitet wird, desto süßer klingeln die Kassen….es ist ja bald Weihnachten, da passt der Spruch.
Achso, ob sich den Impfstoff dann auch die Ärmsten der Armen in Afrika leisten können, sei dahingestellt. Es wird wohl dasselbe wie bei Malaria-Prophylaxe und HIV-Medikamenten sein.
Trotzdem möchte ich hier die westliche Medizin nicht in Bausch und Bogen verdammen, denn was „Ärzte ohne Grenzen“ und andere Organisationen hier leisten, verdient den tiefsten Respekt, den zu zollen ich fähig bin. Ich wäre dazu vermutlich zu feige…..

……für Gewaltphantasten. Matthias Brandt hat den Ausschlag gegeben, dass wir uns ums sonntägliche deutsche Lagerfeuer am Flatscreen versammelten. Da wussten wir allerdings noch nicht um was es ging……genauer gesagt weiß ich auch jetzt noch nicht, um was es ging. Irgendetwas mit GPS und Satelliten und kriminellen Politikern und Polizisten. Jetzt weiß ich nicht, ob das wirklich Polizisten waren, die da mit Leukoplast im Gesicht die Hausdame auf dem Beistelltisch vögelten, ehe einer von ihnen von ihr mit einem Blattschuss niedergestreckt wurde. Überhaupt wurde sehr viel gevögelt, erdrosselt, erschlagen und aufgeschlitzt. Ein bisschen zu viel für einen Film zur Prime-Time ohne Altersbeschränkung. Verstehen Sie mich nicht miss, ich bin alles andere als prüde, aber man erwartet schon etwas anderes zu dieser Zeit. Zur Handlung kann ich nicht viel sagen, weil ich schon nach kürzester Zeit angesichts kopulierender Paare den Überblick verloren habe. Wie gesagt, irgend etwas mit GPS, den Guernsey-Steueroasen, dem Hoch und Niederadel und einem bayrischen Ministerpräsidenten, der auch etwas damit zu tun hatte. Irgendwann war dann Schluss ohne, dass wirklich Schluss war……Sie sehen mich verwirrt….
Achja, am Anfang spielte einer der Protagonisten ein sehr freies Saxophonsolo…das hätte uns warnen müssen. Ob man ihn wegen dieses Solos später am Zellenfenster aufgehängt hat ist mir nicht bekannt.
Aber:
Vielleicht fehlt mir auch ganz einfach der „intellektuelle Zugang“ ,frei nach „Hurz“ von Hape Kerkeling, wobei Hurz verständlicher war als dieser Polizeiruf 110.

Ich bitte um Nachsicht wegen meiner derben Ausdrucksweise, aber ich versuche nur, mich dem Niveau der öffentlich-rechtlichen Kulturschaffenden anzupassen.
Der nächste Polizeiruf ist bereits in Arbeit. „Massaker in der Waldorfschule“ Der Name des Täters wird im Abspann von Matthias Brandt getanzt. Nackt.