Drängler, Raser, Suizidanten. Die deutsche Straße hat uns wieder….

Nach ziemlich genau 10.000km durch Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und die Niederlande (dazwischen ein kurzes Gastspiel in Schleswig-Holstein) haben wir seit Montag  15.09.14 /12h wieder deutschen Asphalt unter den Rädern.
Die Hinfahrt, Stgt.-Berlin-Travemünde ging ja noch (oder wir waren noch nicht so verwöhnt), aber die Rückfahrt von Holland via Amsterdam…….Richtung Köln sollte es gehen, über Koblenz dann am Rhein entlang bis Mainz. Sollte es….Zwischen Köln und Koblenz hatte ein mit flüssigem Bitumen beladener 40-Tonner einen Reisebus gestreift und war umgekippt. Die erste, von 3! Vollsperrungen bis Stuttgart war erreicht. Dabei hatten wir noch Glück,  weil wir ziemlich genau vor einer Ausfahrt zum Stehen kamen.
Heute war’s noch wesentlich schlimmer. Von Mainz bis Weinstadt (230km) benötigten wir fast 5 Stunden. 3 Verkehrsmeldungen mit fast demselben Text: „Vollsperrung der A soundsoviel nach einem Unfall“ Einmal war’s der übliche LKW, der wieder mal ein Stauende übersehen hatte (Wohin schauen diese Idioten beim Fahren????)  Zweimal „nicht angepasste Geschwindigkeit“……Nicht angepasst? Sorry, werter Herr vom Verkehrsfunk,  aber auf vielen Teilen unserer BAB’s darf man 400km/h fahren, wenn’s die motorisierte Schwanzverlängerung hergibt! (Ich entschuldige mich für meine Ausdrucksweise, aber ich stehe noch unter Stress) Achja, die 2 Geisterfahrer habe ich beinah‘ vergessen.
Was ich sagen will: In keinem Land Mittel und Nordeuropas herrscht ein solches Gebaren, wie auf deutschen Straßen. Egoismus, Prahlerei, Dummheit, Ungeduld und Rücksichtslosigkeit sind die Norm, nicht die Ausnahme. Man könnte nun anführen: „Das kann man doch nicht vergleichen, in Skandinavien leben auf der Fläche Deutschlands grade mal 5 Millionen Menschen, da geht’s natürlich ruhiger zu“ Das stimmt zwar, allerdings gibt es dort auch weniger Straßen. Anyway, mit Holland kann man Deutschland schon vergleichen. Holland hat ca. doppelt so viele Einwohner pro Km2 wie wir. Es ist zwar kein Transitland wie Deutschland, aber die doppelte Menge Einw./Km2 dürfte diesen Aspekt wieder aufwiegen.
Und dennoch….während einer Woche und etlichen Kilometern in Holland hatten wir keinen annähernd so hohen Stresspegel, wie nach 2h deutschen Haupt-und Nebenstraßen.
Ehe ich vergesse, was ich sagen will….in Skandinavien darf man – je nach Land – zwischen max. 100 und max.120km/h fahren, auf holländischen Autobahnen max.130. Und man hält sich dran. Es wird Zeit, dass unsere feigen Politiker die heilige Kuh der „freien Fahrt für freie Bürger“ schlachten. Wir schimpfen zwar über die amerikanischen Waffengesetze, dabei benutzen nicht Wenige in unserem Land ihr Auto auch wie eine Waffe. Meines Erachtens ist diese asynchrone Fahrweise zwischen 100 und 250km/h eine der Hauptursachen für Staus. Wer sich von Berufs wegen mit Strömungslehre befassen muss, wird mir recht geben.
Ein Vorschlag zur Güte (für Diejenigen,  die der seltsamen Auffassung sind, unbegrenzte Geschwindigkeit habe etwas mit Freiheit zu tun):“ Von 04:00h – 01:00h max. Tempo 130h. Zwischen Ein und Vier Uhr morgens auf bestimmten Teilen der Autobahn Feuer frei. Anständige Bürger befinden sich zu dieser Zeit im Bett und eventuelle Trümmer dürften bis zum Einsetzen des Berufsvekehrs beseitigt sein.
Wie wär’s Herr Dobrind? Nein, dafür sind Sie zu feige, wetten?

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Über schwabenkrawall

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4 Antworten zu Drängler, Raser, Suizidanten. Die deutsche Straße hat uns wieder….

  1. herrsocke schreibt:

    Gesetze durchsetzen. Mit empfindlichen Geldbussen, wie z.B. in der Schweiz. Würde eventuell genügen. Ob weitere Tempolimits etwas bringen würden, weiss ich nicht. Mir fällt nur immer wieder mal auf, dass mich sehr häufig Leute überholen, wenn irgendeine bestimmte Geschwindigkeit vorgegeben ist… -bei freier Fahrt bin ich noch paar Minuten vorher an denen vorbei, bremse bei entsprechender “Vorgabe” runter und der andere behält halt “sein” Tempo bei…und übertritt bei weitem die Geschwindigkeit.
    Zu anderen Ländern kann ich für den Süden Englands sprechen und muss sagen, dass das Fahren dort äußerst angenehm und, für einen, der sonst nur die angesprochene “Fahrweise” hierzulande” kennt, “freundlich” war… 🙂 (wunderte mich anfangs noch ,warum z.B. LKW-Fahrer dort immer wieder mal den Warnblinker anmachen…sie sagten schlicht und einfache ‘Danke bzw. Thank You!’ damit…)

  2. DerMixer schreibt:

    Ich bin nach wie vor der Meinung das wir keine weiteren Tempolimits in eutschland benötigen. un gegen Drängler und Leute die den Abstand nciht einhalten, gibt es bereits gesetze. Es wird nur endlich mal Zeit diese Gesetze durchzusetzen. ( dann haben wir auch kein Problem mehr mit rasern und Dränglern.)

  3. berndmarquard schreibt:

    Dann doch lieber eine Fußgängermaut für Ausländer auf Gehwegen und Trampelpfad. Zahlende Deutsche bekommen als Ausgleich eine Ermäßigung auf die Hundesteuer.

  4. Ursula schreibt:

    Ich kann Deinem Bericht nur zustimmen.

    In meinem Urlaub habe ich diesen Spruch auf einer Tafel gelesen:

    DAS BESTE, WAS MAN VOM REISEN NACH HAUSE BRINGT, IST DIE HEILE HAUT. (persische Weisheit)

    Freut mich, dass Ihr wieder gesund in der Heimat seid !

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