Dürfen Deutsche Israel kritisieren?

Wenn man sich die teils schockierenden und unverblümt antisemitischen Kommentare in den sozialen Medien anschaut, ist man geneigt zu sagen :“Manche sollten’s lieber bleiben lassen“
Aber natürlich dürfen wir.
Martin Schulz hatte noch zu Jahresbeginn in seiner Eigenschaft als EU-Parlamentspräsident für einen handfesten Skandal gesorgt,  als er in der Knesset die ungleiche Trinkwasserversorgung zwischen Israelis und Palästinensern verurteilte.
Dumm nur, dass er nicht mit Zahlen aufwarten konnte. Wenn man  kritisiert,  dann sollte diese Kritik schon fundiert sein.
Ich tu‘ mir grundsätzlich schwer mit dem Thema und denke an das Bibelzitat mit dem Splitter im Auge des Nächsten und dem Balken im eigenen Auge.
Wenn z.B. Erdogan die Israelis mit den Nazis vergleicht, dann sollte er erstmal auf seinen eigenen Schnauzbart achten. Über seine Ostgrenze werden die Isis-Kämpfer mit Waffen versorgt und die Opposition im eigenen Lande wird zusammengeprügelt und eingesperrt.
Wenn die USA anderswo die Menschenrechte einfordern,  dann sollten sie in Guantanamo damit anfangen.
Und wenn das offizielle Deutschland die zunehmende Gewalt im nahen Osten oder sonstwo kritisiert, dann muss es sich die Frage gefallen lassen, wieso wir Waffenexporte in dubiose Staaten zulassen. (z.B. Sig Sauer). Bei Sig Sauer geht’s zwar um Faustfeuerwaffen nach Kolumbien, aber es gibt ja auch noch die Panzer-Exporte nach Saudi-Arabien und vor allem die massiven Waffenexporte nach Israel.
Da kein Mensch sagen kann, wohin die Saudis ihre Panzer weiter verticken und man ebenso wenig sagen kann, dass die israelischen Panzer nur zur Selbstverteidigung eingesetzt werden (Panzer sind Angriffswaffen) sollte die offizielle Kritik von Steinmeier,  Schulz &Co. den Herrschaften eigentlich im Halse stecken bleiben. Schlussendlich bringen sich die Kontrahenten gegenseitig mit Waffen aus Deutschland um.
Wir, als freie Bürger, die auch die Sünden des eigenen Staates anprangern, dürfen selbstverständlich JEDEN kritisieren, der Unrecht begeht. Ob das nun die Hamas ist, die ihre Raketen vom eigenen Volk schützen lässt, oder die israelische Regierung, die immer noch glaubt, man könne diesen Konflikt mit völlig unangemessener Brutalität beenden.
Dabei sind sie der Hamas voll in die Falle getappt, die genau diese Bilder braucht, die sie selbst provoziert hatte. Auch wenn der geschätzte Herr Todenhöfer schreibt, die Quassam-Raketen seien relativ harmlos: Es kann doch niemand damit rechnen,  dass  das ewig so weiter geht? Genauso wenig kann es unbeantwortet bleiben,  wenn radikale Siedler fordern, man solle alle Palästinenser „ausrotten“ (das Gleiche will übrigens die Hamas mit dem Staat Israel machen)
Am besten, man schickt die radikalen Vertreter beider Seiten gut bewaffnet in die Negev-Wüste, dort können sie sich gegenseitig ausrotten und richten ansonsten keinen Schaden an.
Das ist natürlich nur ein frommer Wunsch, fernab jeder Realität, denn in der Negev gibt es keine Zivilbevölkerung und keine Armee, hinter der sich diese Dreckschweine verstecken können.

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Über schwabenkrawall

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10 Antworten zu Dürfen Deutsche Israel kritisieren?

  1. DerMixer schreibt:

    Nebenbei glaube ich das es besser wäre die radikalen Vertreter beider Seiten schlecht bewaffnet (also mit Messern, Spiessen und Säbeln) in die Negev-Wüste zu schicken. Dann kann man auch sicher gehen das kein Querschläger doch Schaden anrichtet…

  2. Wolfgang Gosejacob schreibt:

    zu Herrn Todenhöfer gibt es eine Ergänzung.

    Charlotte Knobloch hat sich in einem Offenen Brief an ihn gewendet, in dem sie die ersten 30% darauf verwendet sich mit dem Gesundheitszustand des Herrn Todenhöfer zu beschäftigen. Der Rest ist leider ebenso einseitig, wie nicht lösungsorientiert.

    dort: https://www.facebook.com/charlotte.knobloch.7/posts/700810083333321

  3. Rainer Pandolfi schreibt:

    unsere Sicht auf die Dinge ist in diesem fall total deckungsgleich. Ich schreib mir schon den ganzen tag die Finger wund um gegen den ganzen populistischen Dünnschiss anzukämpfen. Wenn du nichts dagegen hast verlinkt ich ab jetzt einfach deinen Artikel.

  4. berndmarquard schreibt:

    Du bist wirklich einer der wenigen Schreiber, die mit Verstand an die Sache herangehen. Aber du musst auch keine Zeitungen verkaufen und bist nicht aus Klick-Zahlen angewiesen. Sich dumm auf eine Seite zu schlagen, nur gegen Israel oder die Palästinenser zu sein ist realitätsfern und extrem zynisch.
    Von den ganzen FB-Posts will ich gar nicht erst anfangen.
    Und dann wird bei uns zu Demos aufgerufen. Für die Palästinenser, für Israel, auf denen die Fanatiker dann zusätzlich ihre Propaganda herausposaunen.
    Wenn schon eine Demo, dann doch bitte für den Frieden.
    Das ganze Verhalten erinnert an einen Kindergarten! Der da hat aber angefangen… Nur das hier hunderte von Menschen sterben.
    Und an die Situation in der Ukraine und den Zuständen in der türkischen Diktatur mag man auch gar nicht denken…

    • schwabenkrawall schreibt:

      Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing gilt halt für mich nicht 🙂

      • muffy2013 schreibt:

        Leider sind viele hungriger als Du.Da gibt es Politiker die fordern Waffenruhe,während ihre Rüstungsindustrie weiterhin lustig die Waffen liefert.Wer soll diese Logik noch verstehen?? Die Sanktionen gegen einen Staat,sollten bei den Waffenlieferungen anfangen.Einen Brand mit Benzin zu löschen war schon immer der falsche Weg.

      • muffy2013 schreibt:

        Netanjahu sagte:Die Offensive wird fortgesetzt bis die Ziele erreicht sind.Welche Ziele Herr Netanjahu,Ihre oder die des Volkes??

      • DerMixer schreibt:

        Feuer kann man aber tatsächlich mit Benzin bekämpfen. Dasn nennt man Gegenfeuer und ist bei grossen Flächenbränden sehr effektiv… Aber ich weiss was du meinst…

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