Steuersünder-Tourismus und Überwachungsstaat

TV-Beitrag im Ersten: Zollbeamte stehen hinter der Schweizer Grenze und halten Autos an, um deren Insassen nach mitgeführten Schweizer Fränkli zu befragen.
Erlaubt ist eine Summe von umgerechnet 10.000€ pro Nase. Die Insassen dieses Fahrzeugs, ein älteres Ehepaar im Benz, hatten jeder umgerechnet exakt 9800€ in der Börse. „Wir wollten nur mal schauen, ob wir etwas einkaufen könnten“( Eigentlich ist schon diese Aussage dumm, denn normalerweise kommt der Schweizer zu uns zum einkaufen, weil’s billiger ist.)
„Und woher haben Sie die Franken?“ „Ich hatte bis vor 10Jahren geschäftlich oft in der Schweiz zu tun“…..aha. Und aus der Zeit stammen druckfrische Franken..? So der Zollbeamte.
Machen kann man nichts, obwohl auch dem Dümmsten klar ist, dass da jemand sein Schwarzgeld in legalen Raten in Sicherheit bringen will. Eine Meldung ans Finanzamt wird zwar folgen, aber ob das Konsequenzen hat, ist nicht sicher.
Dieses war – als Nebenkriegsschauplatz zur Causa Hoeneß – Thema bei Frau Maischberger. Illustre Gäste: Eine gewisse Verena Kerth, von Beruf Spielerfreundin, ein Steuergewerkschafter im bayrischen Ornat, der Huber Erwin/CSU, die TAZ-Chefin, Ingo Appelt sowie der Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy.
Dieser Herr Tichy regte sich über diese Grenzkontrollen furchtbar auf:“Dies ist nicht der Staat in dem ich leben will, dies ist ein totaler Überwachungsstaat“, ereiferte sich Tichy.
Lieber Herr Tichy:
Wenn dies ein totaler Überwachungsstaat wäre, dann müssten die Zollbeamten keine zufälligen Stichproben machen, sondern könnten anhand der Autonummern gleich die Richtigen anhalten.

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Über schwabenkrawall

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10 Antworten zu Steuersünder-Tourismus und Überwachungsstaat

  1. Ursula schreibt:

    ob das tatsächlich in jedem Fall „Schwarzgeld“ ist möchte ich stark bezweifeln. Viel haben sich mit ihrer Kohle aus dem Staub gemacht, als Herr Waigel die 25% Steuern auf die Zinsen eingeführt hat. Da ist viel Geld in`s Ausland verschunden. Das Ganze hätte bestimmt vermieden werden können, wenn der Staat nicht so raffgierig wäre und moderate 10% von den Zinsen für sich reklamiert hätte. Später haben die Schweiz, Österreich ect. nachgezogen und verlangen auch Steuern auf die erwirtschafteten Zinsen. (falls man irgendwo überhaupt noch Zinsen bekommt, die sich Zinsen nennen dürfen)
    Das wirklich „große“ Geld ist ganz bestimmt in „Stiftungen“ ect. geflossen – so kann man das natürlich auch machen !

    • schwabenkrawall schreibt:

      Naja, bei Zinsen ab 1500€ glaub ich. Da muss man ordentlich was anlegen. Das alles ist für mich aber keine Rechtfertigung zur Steuerhinterziehung. Genausowenig wie das gestrige Argument, dass hier zu viele Steuergelder verschwendet werden. Ein Arbeitnehmer konnte sich schließlich auch nicht aussuchen, ob er Steuern zahlt oder nicht. Das ist schon okay so. Wenigstens vor dem Finanzamt sollten alle gleich sein.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Schwarzgeld ist es natürlich erst dann, wenn erwirtschaftete Zinsen nicht versteuert wurden. Ansonsten kann natürlich Jeder mit seinem Geld machen, was er will.

      • Ursulaeivie schreibt:

        wie geschrieben: wären es NUR 10% von den Zinsen gewesen, die sich Staat krallt, hätten es so gut wie alle gelassen. Dadurch ist dem Staat viel Geld entgangen, weil eben viele das Geld “verschoben” haben.. Eingeführt wurde die Zinsabschlagsteuer 1990. Das ist jetzt fast ein Viertel Jahrhundert her und jetzt erst fangen sie zum Nachforschen an???
        Andere Länder sind da schlauer z.B. mit sehr vermögenden Sportlern und lassen mit sich verhandeln. Der Spatz in der Hand…….

      • schwabenkrawall schreibt:

        Da bin ich anderer Ansicht. Es kann nicht sein, dass Vermögende Sonderkonditionen wie auf dem Bazar aushandeln können. Man sollte sich viel lieber ein Beispiel an den USA nehmen. (Falls deutsche Staatsbürger aus fiskalischen Gründen ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen….Schumacher, Vettel, Beckenbauer….)
        http://www.american-taxes.com/germany/Steuerpflichten-der-Auslandsamerikaner-Die-Einfache-Anleitung.html

      • Ursula schreibt:

        die „richtig“ Vermögenden machen das vermutlich ganz anders. Ich bin auch gegen Steuerhinterziehung!
        Leider gibt es ein Haufen Ungerechtigkeiten, bei denen die „Vermögenden“ besser abschneiden als wir Normalbürger. z.B. bei der Öklo-Stromumlage…..

        Ich lese gerade das Buch „Das Hohe Haus“. Ich schaue mir auch manchmal Debatten im Bundestag an. Aber nachgelesen, was in dem Kasperltheater abgeht, ist nochmal eine andere Nummer….

      • schwabenkrawall schreibt:

        „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.“Henry Ford
        Das hat auch Prof. Lesch so ähnlich formuliert, als er in seiner Wissenschaftssendung über Zins und Zinseszins referierte, die er als das größte Verbrechen aller Zeiten bezeichnete.

  2. muffy2013 schreibt:

    Die 10.000.- € Grenze gilt eigentlich für Banküberweisungen ins Ausland.Bei Beträgen darüber muss die Bank eine Meldung an die Zentralbank machen.Entweder das Geld fliesst innerhalb eines bestimmten Zeitraumes(ich glaube 3 oder 6 Monate)zurück,oder es muss ein Nachweis über den Verwendungszweck erbracht werden.

  3. muffy2013 schreibt:

    Der Euro und der Schweizer Franken sind noch immer eine frei konvertierbare Währung.Niemand kann mir vorschreiben wo ich mein Bargeld aufbewahre.Daher halte ich diese Valuta-Kontrollen für eine Unverschämtheit.Als ich vor vielen Jahren noch österreichische Schilling in die Schweiz brachte(nicht frei konvertierbar)hat es den Zoll nicht interessiert und auf den Schweizer Banken waren sie herzlich willkommen.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Es gibt ja die 10.000 € Grenze. Dieser Tourismus hat seit den Steuer-CD’s und seit die Schweizer Banken ihren deutschen Kunden raten, sich ehrlich zu machen, drastisch zugenommen. Wenn es sich nicht um Schwarzgeld handelt, können die Leute das doch ruhig auf ihrer Schweizer Bank liegen lassen? Wenn aber jemand einige Tage hintereinder mit exakt 9.900 Euro gestoppt wird (das ist so geschehen) dann ist das doch ganz sicher kein versteuertes Geld. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ich hab‘ ehrliches Geld in der Schweiz und will das nach Deutschland transferieren? Ein Mausklick genügt.

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