Kreativ ohne Schnaps, geht das? Und wenn ja, warum nicht?

Vorgestern sah ich eine Dokumentation über den genialen Heino Jaeger, der in den Siebzigern ein gefeierter Schreiber und Comedian war. Loriot und Ollie Dittrich zählten zu seinen Fans. Jaeger starb im Suff und in geistiger Umnachtung mit 59 Jahren.
Ein Schicksal,  das er mit vielen Kreativen teilte. Shakespeare war ein begnadeter Trinker, Goethe vernichtete täglich etliche Flaschen Wein. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen, aber ich bin zu faul zum Recherchieren.
Der Römer Horaz formulierte es folgendermaßen: „Gedichte, die von Wassertrinkern geschrieben wurden, können nicht lange Gefallen erregen.“
Nun gibt es Leute die – ähnlich wie Obelix in den Zaubertrank- als Kind  in ein Faß mit geistigen Getränken gefallen sind und ihr Lebtag lang ohne nachzufüllen naturbetrunken sind. Und das ohne die schädlichen Nebenwirkungen wie Kater oder den berüchtigten „Moralischen“
Meine Gattin gehört dazu. Es war ein Mainzer Äppelwoifass. Leider schreibt sie nicht, dafür fotografiert sie genial, aber ihr Einfluss reicht für meinen Blog.
Ich bin seit 77 Abstinenzler und deshalb werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit niemals etwas Epochales schreiben.
Horaz hatte wohl recht.
Nur….was nützt mir das? Hätte ich weitergetrunken, gäbe es heute nicht einmal diese bescheidenen Zeilen von mir.

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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9 Antworten zu Kreativ ohne Schnaps, geht das? Und wenn ja, warum nicht?

  1. p.renz schreibt:

    Um es etwas abzumildern muss ich dazu noch sagen, dass ich von Geburt an eine vergrößerte Leber habe…….
    Und Bernd, wenn nicht epochal, dann sind Deine Beiträge mitunter pyramidonal 😉

    • schwabenkrawall schreibt:

      Danke Peter, das freut mich. Besonders deshalb, weil gestern bei Lanz der Journalist und Autor Wolf Schneider die Blogger in Bausch und Bogen als selbstverliebte Schwätzer bezeichnet hat, deren amateurhaftes Geschreibsel vollkommen überflüssig ist. Schreiben könnten nur die, die das gelernt hätten. Und Deine Leber? Sie wächst mit ihren Aufgaben 🙂

  2. peter renz schreibt:

    Ich bin gerade am nachrechnen.
    Damals (1977) war ich einer Deiner letzten Trinkpartner……:-).
    Ich habe dann 30 Jahre weitergesoffen bis 2007, etwa 2 Tanklastzüge edler Geträke.
    Seither lebe ich alkoholfrei unter Muslimen, und vermisse nichts dabei.

  3. muffy2013 schreibt:

    Der Teufel hat den Schnaps gemacht um uns zu verderben,was denkst Du wie der Teufel lacht wenn wir daran einmal sterben.Ich gönne dem Teufel das Lachen NICHT.Nachdem meine Lebensgefährtin in der Schweiz an einer Lymphdrüsenmetastase ausgehend von einer Leberzirrhose(Sie hatte nur Kaffee mit Pflümli oder einem Cognac dazu getrunken und jeden Tag eine Flasche Wein)gestorben war,habe ich NICHTS hochprozentiges mehr angefasst.

  4. Ursula schreibt:

    da bin ich aber mehr als froh, dass Du dem Suff rechtzeitig den Kampf angesagt hast und gewonnen hast. In Deinem Blog gibst Du immer wieder Denkanstöße oder schreibst etwas, was man selbst denkt. Du eine Bereicherung im „Netz“….
    Außerdem – das sage ich, nachdem ich Dich kennengelernt habe – wäre es schade um Dich gewesen, wenn Du vorzeitig den Löffel abgegeben hättest.

  5. jule schreibt:

    Dankeschön,daß du hier meine wenischkeit erwähnst ❤

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