Die #Empörungskultur oder, „Erst informieren, dann aufregen“

Vorausschickend: Sollte sich ein Vergewaltiger bei der Intimrasur versehentlich seinen Pimmel abschneiden, wäre ich der Letzte, der darüber in Tränen ausbricht. Soviel dazu.
Wenn man allerdings Dinge völlig aus dem Zusammenhang reisst, muss das gerade gerückt werden.
So im Fall eines angeblichen indischen Vergewaltigungsverharmlosers.
Die Hashtag-Empörten, die sofort auf dem Plan waren, hörten-oder lasen- wieder einmal nur das, was sie lesen wollten
Rajit Sinha, Chef der indischen Bundespolizei wurde in Twitter&Co. an den Pranger gestellt, weil er Frauen empfohlen hätte, sie sollten eine Vergewaltigung genießen, wenn sie sie nicht verhindern könnten.
Was er davor gesagt hatte, wurde unterschlagen.
Es ging um seine Haltung zu illegalen Wettgeschäften und die Pläne der Regierung – da man diese nicht stoppen könne – müsse man sie legalisieren und besteuern. «Wenn wir die Leute nicht haben, um das Verbot durchzusetzen, ist das, als würde man sagen: „Wenn man eine Vergewaltigung nicht verhindern kann, geniesst man sie», 
Es war also genau das Gegenteil von dem, was man ihm vorwarf…..obwohl die Wortwahl zugegebenermaßen sehr unglücklich war.
Ich habe mir angewöhnt, zweimal zu recherchieren, ehe ich wieder einmal auf irgendeinen Mist hereinfalle. Wenn’s trotzdem passiert, bitte ich um Entschuldigung. Das empfehle ich auch den #Empörungsbeauftragten

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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8 Antworten zu Die #Empörungskultur oder, „Erst informieren, dann aufregen“

  1. Wolfgang Gosejacob schreibt:

    Aber die entscheidende Frage scheint doch zu sein?
    Wie kommt jemand auf die Idee gerade diesen Vergleich, dieses Bild zu benutzen? Ich erinnere an den Martin Delius Vergleich zum beängstigend schnellen Wachstum der Piraten.

    Ist es „nur“ die nicht abgeschlossene Wortfindung und Einordnung der Dimension zu dem Ereignis?

  2. B.Kienzle schreibt:

    Was der Mensch auf Erden treibt, ist in der Tierwelt nicht zu finden! Ist der Mensch eine ungekrönte und perverse Sau? Der Künstler schweigt mit dem Kopf schüttelnd!

  3. muffy2013 schreibt:

    Für mich ist jede Vergewaltigung überhaupt ein Rätsel.Wie kann jemand Spass daran finden mit einer anderen Person,gegen deren Willen,Sex zu haben???Auch Sex gegen Bezahlung war für mich immer undenkbar.

  4. Ursula schreibt:

    in einer der Internet-Zeitungen haben ich zu dem Thema gelesen:

    Update: Das Zitat war von ausländischen Medien zunächst falsch und damit sinnentstellend übersetzt worden.

    DAS wird natürlich nicht an die große Glocke gehängt…….

    PS: die Aussage bzw. der Vergleich ist mehr als „unglücklich“ gewesen. Das dürfte nicht passieren.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Das stimmt. Aber ihm wurde ja von den Meisten nicht die Wortwahl vorgeworfen. Ich erinnere mich an ein Bild mit der Überschrift: „Das empfiehlt dieser Mann vergewaltigten Frauen!!!“.. und das hat er eben nicht..

      • Ursula schreibt:

        An diese Überschrift erinnere ich mich auch – die Presse schreibt so, damit der Absatz der Zeitung stimmt !

        Inzwischen sind wir schon einige Male belehrt worden, dass wir nicht immer auf Anhieb alles glauben dürfen, was da so geschrieben steht, weil es aus dem Zusammenhang gerissen worden ist…

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