Abitur für Alle !? Muss wirklich jeder auf eine höhere Schule?

Als ich zur Schule ging, wechselten in der 4. u. 5. Klasse ca. 15% der Schüler ins Gymnasium und 7% in die Realschule (damals Mittelschule).  Heute sagt man „auf“ das Gymnasium, ich weiß, allerdings bin ich immer „in“ die Schule gegangen und nicht oben drauf. Da war höchstens der Kaminfeger. Das nur nebenbei, aber ich wollt’s mal gesagt haben. 🙂
80% gingen in die Volksschule (heute Hauptschule) Die 15% Gymnasiasten kamen im wesentlichen aus Elternhäusern bei denen mindestens ein Elternteil Arzt, Apotheker oder Pfarrer war…vielleicht noch’n Anwalt…die Honoratioren eben. Quelle:
Gerecht war das aus mehreren Gründen nicht. Zum einen waren diese Schüler bevorteilt, da sie von zu Hause beim Lernen Unterstützung bekamen, zum andern drängten deren Eltern auf eine weiterführende Schule. Wenn man Eltern hatte, die nur darauf aus waren, die Kinder so schnell wie möglich vom Geldbeutel zu bekommen, hatte man die Arschkarte gezogen. Ich hatte aus mehreren Gründen nicht die Power, nachträglich einen Abschluss zu machen, Hut ab vor allen, die das gepackt haben.
Heute ist es andersrum, nur noch 20% gehen zur Hauptschule, der Rest wird auch bei Nichtbegabung auf höhere Bildungseinrichtungen verbracht. Offenbar hat man nur noch ab Realschulabschluss eine Chance auf einen Ausbildungsplatz. Immer mehr Eltern klagen ihre Kinder sogar ins Gymnasium wenn die Lernfähigkeit nicht ausreicht..Ich will keinem Elitedenken das Wort reden, aber verkommt so nicht die Haupt-zur Hilfsschule und das Gymnasium zur Hauptschule?
Es gibt nun mal mehr und weniger Begabte was das Auswendiglernen von Lehrinhalten betrifft.
Die Wenigsten haben wohl begriffen, was ihnen beigebracht wurde. Aber die, die es wirklich begriffen haben…die sind nun mal klüger als andere.
Und ich glaube nicht, dass 80% der Schüler klüger sind als die restlichen 20% der Hauptschüler. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus, auch wenn die Eltern der Klügeren nicht zwangsläufig Akademiker sein müssen.

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20 Gedanken zu “Abitur für Alle !? Muss wirklich jeder auf eine höhere Schule?

  1. Eine Schule für alle und das in guter Qualität – und diese ganze leidige Diskussion sind wir los. Auch die früheren paar % Gymnasiasten, Kinder besser Verdienender, waren nicht unbedingt die begabten.
    Wenn also das Gymnasium aufgrund von Klientel-Politik nicht angetastet werden darf, ist es kein Wunder, wenn die berechtigte Angleichung der Schulformen von der anderen Seite kommt.
    Unser Schulsystem ist eben nicht dafür gemacht, alle Kinder in ihren Möglichkeiten bestmöglich zu fördern , sondern dient der Besitzstandswahrung der Oberen.

    1. muffy2013

      Die Kinder der Besserverdienenden mussten auch NICHT so sehr begabt sein,solange sie von
      Beruf Sohn oder Tochter waren!!

  2. ruediger5050

    Auch in der Bildungspolitik wird das allgemeine Chaos, die Hilflosigkeit im postrevolutionären Deutschland zusehends deutlicher. In diesem neuen großen Deutschland marschiert man mit missgünstigen Blick auf erfolgreiche Bildungssysteme in Europa, auf Wege einer phantastischen deutschen Elite-Bildungskultur. Es wird und kann in diesen chaotischen Multi-Kulti System nicht funktionieren. Menschen, junge deutsche Bürger brauchen mehr als Pflicht, Zwang und Propaganda, Schüler und ihre Lehrer brauchen klare Ziele so wie Vertrauen in die sichere Politik und Zukunft Deutschlands.

    1. muffy2013

      Hallo ruediger5050,
      was hat das Multi-Kulti System mit Bildungspolitik oder Schulsystem zu tun?In der Schweiz wird
      3 sprachig(rechnet man rätoromanisch dazu sogar 4 sprachig)unterrichtet und das Bildungs-
      bzw. Schulsystem funktioniert bestens.Liegt es nicht vielmehr an den Eltern die viel zu hohe
      Ansprüche und Erwartungen an die Kinder stellen,gemäss dem dummen alten Spruch:Er/Sie
      soll es mal besser haben als Ich/Wir???

    2. muffy2013

      Am Sonntag sind Wahlen.Vieleicht kommen die Braunen ja in den Bundestag,dann können sie
      sich für ein besseres Schulsystem einsetzen!!

  3. Genau dieses Thema hatte ich heute Vormittag mit einer Freundin von mir, die zwei Mädchen im
    schulpflichtigen Alter hat.

    Betrachtet man das Ganze von der Nähe drängt sich die Vermutung auf, dass wir in Zukunft alle „niedrigen“ Arbeiten selbst erledigen müssen. Die Kinder werden geradezu auf höhere Schulen gedrängt. Und nicht nur von den Eltern. Bekommen die Lehrer eine Prämie, wenn möglichst viele Kinder auf weiterführende Schulen gehen??? .

    Dabei wird vergessen, dass unsere Gesellschaft nur funktioniert, wenn ein Rädchen in das andere greift. Und das geht nun mal beim kleinsten Rädchen los. Leider wird auf Müllmänner ect.von den meisten mit Verachtung herunter geschaut. Kein Wunder, wenn den Kindern das schon in der Grundschule beigebracht wird, dass nur eine höhere Bildung zählt !!!!
    ……

    1. muffy2013

      Und von der Bildung bleibt oftmals NUR die Einbildung übrig und macht aus den Kids und Jugendlichen unausstehliche Egoisten!!!

    2. Als der Schwiegervater einer Bekannten vom mir etwas erklären wollte, wußte sie es besser mit den Worten: „Ich bin nicht in die Schule gegangen, sondern auf die Universität“. Die blöde Kuh hatte Germanistik studiert. Einmal hat sie mir ein Kuchenrezept auf geschrieben, wo die Prise Salz zu einer Brise geworden ist. Da wurde die „Bildung“ in den Wind geblasen! Und so was wird auf die Kinder losgelassen…

    3. muffy2013

      Wenn ich den Ausdruck Germanistik-Student höre,frage ich mich wozu bin ich überhaupt zur
      Schule gegangen?Ich hatte zwei davon kennengelernt!!Ich war 20 und ein Bekannter war Leiter
      eines Jugendferienlagers der CVJM.Die beiden waren als Aufsichtspersonen mit dabei.Wir hatten uns öfters unterhalten,als ich meinen Bekannten im Ferienlager besucht habe.Zum Schluss habe ich den beiden die Frage gestellt:“Könnt ihr mir den Unterschied erklären,
      zwischen kostenlos und umsonst?“Ich habe es ihnen erklärt:“ICH bin kostenlos zur Schule ge-
      gangen,doch ihr BEIDE UMSONST!!“

    4. muffy2013

      Nach meiner Information werden die Lehrer nach dem Erfolg der Schüler beurteilt.Davon hängen
      ihre Aufstiegschancen ab.

  4. muffy2013

    Mir wurde seinerzeit von meinem Klassenlehrer empfohlen,wenigstens zur Realschule zu gehen.
    Er hat sich sogar beim Jugendamt dafür eingesetzt,dass ich die Genehmigung bekam.Das war wohl
    die einzig gute Tat die er je vollbracht hat,der Herr Bodenwerfspezialist!!

    1. DerMixer

      Die Qualität der Bildung hat massiv nachgelassen. Wie sonst erklärt man sich, das es Menschen gibt die ihren Realschulabschluss bekommen ohne die Grundrechenarten zu beherrschen oder verständliche Sätze aufzuschreiben. Was erwartest du mit diesem Hintergrund von der Hauptschule? Ja ich verstehe die Eltern die einen guten Abschluss für ihr Kind gaben wollen. Weil ein befriedigender heute nix mehr wert ist. Der Fehler liegt aber am System,das durch und durch geändert werden müsste. Ins aber ein bussi schwierig, wenn man an der bildung sparen will.

    2. muffy2013

      Die Qualität der Bildung hat NICHT NUR nachgelassen,sondern ist untergegangen wie die
      Titanic,von der man auch dachte sie wäre unsinkbar!!!

    3. ich habe das dumpfe Gefühl, dass es vor allem bei der Allgemeinbildung hapert. Es steht viel zu viel Unsinniges auf dem Lehrplan. Ein Thema nach dem ander den wird abgehakt, ob es von den Schülern verstanden wird oder nicht.
      Immer wieder wird bemängelt, dass die Kinder nicht lesen. Das ist keine Wunder, wenn man sieht, welche Texte denen in der Schule vorgelegt werden – da würde auch mir die Lust am Lesen vergehen. Und wenn ein Lehrer nicht die Fähigkeit besitzt, den Stoff interessant zu vermitteln, wird die Unterrichtsstunde gähend langweilig und im Kopf bleibt nichts hängen.
      Im Mathe-Unterricht sollen statt unsinniger Rechenvorgänge lieber an Beispielen gezeigt werden, wie man „eins und eins“ zusammen zählt. Es nutzt wenig, wenn die Jugendlichen die Wurzel aus ihrer Schuldensumme ziehen können.

    4. muffy2013

      Am liebsten würde ich die Mitarbeiter der Bildungsministerien die,die Lehrpläne vorgeben zur
      Schule schicken,damit sie ihre Lehrpläne abarbeiten.Vermutlich hätten sie einen Notendurch-
      schnitt von 6 minus!!
      Für die Allgemeinbildung ist auch jeder selbst verantwortlich.Ich musste mich ein Leben lang
      weiterbilden,war schon Jobmässig dazu gezwungen.
      Del carnegie,berühmter Psychologe für Verkauf,Management und Führungsebene(„Wie man
      Freunde gewinnt“,bekanntestes Buch)schrieb:Ein Mann starb mit 30 wurde aber erst mit 80
      begraben.Mit anderen Worten:Er hatte mit 30 seine Weiterbildung beendet.

    5. muffy2013

      Der Spruch:“Was Hänschen nicht lernt,lernt Hans nimmermehr“,ist eine alte abgedroschene
      Phrase und absolut NICHT zutreffend.Der Mensch ist lernfähig bis ins hohe Alter!!

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