Archiv für Mai, 2013

Wenn man aus Deutschland in die weite Welt fährt,  fällt einem zumeist als Erstes auf, dass wir in einem Land leben, in dem der Großteil der Mitmenschen miesepetrig ist. Man könnte nun anführen,  dass bei einem Wetter wie dem deutschen, Freundlichkeit nur sehr schwer gedeihen kann. Vielleicht gibt es auch regionale Unterschiede. Ich komme aus dem Raum Stuttgart und da wird selbst mit guter Laune gegeizt. “ Net g’schimpft isch g’lobt gnuag“ heißt’s bei uns..
Also, am Wetter kann’s nicht liegen, denn im Moment weilen wir in Irland und hier wird ein deftiger Regen höchstens durch einen Schauer abgelöst,  es sei denn, es graupelt. Der scharfe Wind hat mir auch schon eine schöne Neuralgie beschert, es ist also alles andere als tropisch hier.
Und trotzdem: Gestern abend waren wir noch  kurz einkaufen. Bei Super Valu, eine Art Edeka auf irisch, weil’s da Becks alkfrei gjbt.
Wir kommen zur Kasse (8h abends) an der Kasse eine junge Frau, eher noch ein Mädchen. Die hat uns angelächelt. Einfach so. Grundlos. Als sie sich dann auch noch bedankt hat, dass wir bei Super Valu einkaufen, waren wir vollends geplättet. Ganz sicher hat die nicht gelächelt  weil sie so doll verdient, es ist eher noch weniger als bei Edeka.
Zum Schluß haben wir auch gelächelt und das sind dann die Zinsen, die ich meine. Tut nicht weh und macht ein gutes Gefühl.
Nachtrag: Die Kassiererin ist kein Einzelfall, sondern nur eines von vielen Beispielen. Sicher gibt’s auch hier unfreundliche Zeitgenossen, aber die sind dünner gesät als bei uns.

Billig, billig, billig!

Veröffentlicht: Mai 11, 2013 in Reisen, Sonstiges, Wirtschaft
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Pflegte mein leider schon verstorbener Freund Märte mit vorwurfsvollem Unterton zu sagen, wenn er Autos, Uhren oder sonstige Statussymbole Anderer beurteilte. Er war Schwabe wie ich und man sollte gemeinhin glauben, unser Volksstamm sei Billigem zugetan. Das stimmt so nicht. Ein schwäbisches Sprichwort lautet: „Ich bin viel zu arm um mir billiges Gelumpe zu kaufen“. Wohl gesprochen! Wir Schwaben wissen sehr wohl zwischen billig und preiswert zu unterscheiden. ( Kein Mann würde eine Frau wollen, der das Prädikat „billig“ anhaftet)
Anders jedoch bei Lebensmitteln, Flugreisen, Mietwagen oder Elektrogeräten.  Da wird sogar noch damit geworben, dass derjenige blöd sei, der bereit ist, reelle Preise im Fachhandel zu bezahlen. So kommt das Pferdefleisch in die Lasagne und deshalb sitzt man in sog. 5-Sterne Hotels, die nicht einmal einen Stern wert sind. Und wenn die Billig-airline pleite geht, wird man kostenlos von der Bundeswehr heimgeflogen, wie vor einigen Jahren geschehen.
Man komme mir jetzt nicht mit dem Argument, dass sich nun mal nicht jeder einen teuren Urlaub gönnen, oder etwa einen Mittelklassewagen fahren kann…..ja und?  Ich bin in einer Zeit groß geworden, in der es normal war, dass man auf Vieles verzichten musste, weil der eigene Daumen zu kurz war. Da ging man im Sommer eben Zelten und fuhr ein altes Mofa. Heute meint mancher, es gehöre zu den Menschenrechten, mit dem neuesten Smartphone Bilder aus einem Fünfsternehotel an der türkischen Riviera an die Facebookfreunde schicken zu können.
Ebenso muss auch Wohnraum bezahlbar bleiben, aber wer z.B. glaubt, eine Maisonettewohnung in bester Wohnlage für 380 € mieten zu können,  lebt in einer Traumwelt.
Man soll mich nicht falsch verstehen,  ich bin durchaus der Meinung, dass Jeder die Chance haben muss, sich all diese Dinge leisten zu können. Faire Löhne für faire Arbeit.
Es werden sich jedoch nie alle alles leisten können. Im Sozialismus sollte das zwar theoretisch klappen, aber in der Praxis hat es dazu geführt,  dass schlussendlich Alle nichts mehr hatten. (Die Gralshüter der sozialistischen Idee natürlich ausgeschlossen)

Die NSU und die Befangenheit der Richter.

Veröffentlicht: Mai 10, 2013 in Gewalt, Kriminalität
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Der Prozess kann nicht beginnen, ehe die standardmäßigen Tricks der Verteidigung abgehandelt sind. Vermutlich lernt man im Studium, dass man erst mal verschleppen und verzögern muss. Allein schon deshalb, weil man dann in den Medien erwähnt wird. Das bringt Publicity für lukrativere Mandate, denn als Pflichtverteidiger im Fall Tzschäpe wird man nicht reich.
Und wie üblich wird ein Befangenheitsantrag gegen den Richter gestellt. In den Nachrichten hieß es, man sei seitens der Rechtsprechung voreingenommen.
Die Begründung würde mich interessieren…..
Vermutlich ist der Richter Antifaschist……