Mali:Der Islamismus und wie wir den in Talkshows erklärt bekommen.

Wieder eine Sendung über einen Krieg, nach der ich ratloser bin als zuvor. Irgendwie, so scheint es auf den ersten Blick, haben alle recht und keiner.
Da saßen sie wieder zusammen, bei Anne Will, um zu diskutieren, ob Deutschland sich genug einbringt. In Mali, diesmal. Das nächste Mal wird es Algerien, der Tschad oder ein asiatischer Staat sein in dem deutsche Interessen gegen islamische Terroristen verteidigt werden müssen. Bettina Gaus, Dirk Niebel, Sabine Lösing, Harald Kujat und Christof Wackernagel hießen die Diskutanten. Letzterer lebt seit 10Jahren dort und hat sich vom Paulus zum Saulus gewandelt, denn er fordert ein Eingreifen mit Waffengewalt. Die Vertreterin der Linken setzt auf Gespräche und will mit den Leuten reden…wie das gehen soll weiß kein Mensch. Reden Sie mal mit Leuten, die anderen die Hände abhacken, weil Sie vielleicht geraucht, oder Alkohol getrunken haben.Die reden erst gar nicht mit Frau Lösing, denn die reden überhaupt nicht mit Frauen. Dirk Niebel setzt auf „partnerschaftliche Entwicklungshilfe“ was das heißt, weiß auch keiner so recht. Nachdem uns die Journalistin in der Runde erklärt hatte, dass 80-90% der Entwicklungshilfe auf Schwarzgeldkonten verschwindet wurde der Bergriff „partnerschaftliche Entwicklungshilfe“ auch nicht klarer. Der kurzgeschorene Militär namens Kujat sprach der Kriegsberichterstatterin Gaus die Fähigkeit zur Beurteilung der militärischen Lage ab. Die Rüstungsexporte sind schuld, sagt unter Beifall Herr Wackernagel! Gut, dann verbieten wir die. Und dann? Dann liefern die Amis, die Russen, die Chinesen, die Franzosen, die Schweizer oder sonstwer. Ich weiß, dass das ein schlappe Ausrede ist, aber irgendwer wird immer liefern. Man sollte doch mal hergehen und zugeben, dass der Kampf gegen den Islamismus nicht aufhören wird, solange wir reich sind weil andere arm sind. Also nie. Wobei der Islam auch nur ein Vehikel ist, auf dem ganz andere Gründe für diesen Terror transportiert werden. Jahrhundertelange Unterdrückung durch Europa und die daraus resultierenden Minderwertigkeitskomplexe z.B. Oder die Ausplünderung der Bodenschätze durch den Westen in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Herrschern im Lande. Und da immer Unterdrückte und Unterdrücker da sind, werden auch immer Bekloppte da sein, die mittels der Scharia Gerechtigkeit einführen wollen, da alles Westliche von Übel ist. Und weil politische Ideologien versagt haben, nimmt man halt die Religion her. In Mali hat das eine neue Qualität gewonnen, da die Islamisten nicht aus dem Land kommen, sondern von auswärts. Z.B. aus Libyen, die arbeitslosen Söldner Gaddafis, die jede Menge Waffen mitgebracht haben. Und die Malier wollen gar nicht von denen befreit werden. Muss man also doch eingreifen? Oder wie? Sagen Sie’s mir, denn ich bin völlig ratlos.

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Eine Antwort zu Mali:Der Islamismus und wie wir den in Talkshows erklärt bekommen.

  1. Corinna schreibt:

    „Das nächste Mal wird es Algerien, der Tschad oder ein asiatischer Staat sein in dem deutsche Interessen gegen islamische Terroristen verteidigt werden müssen.“
    Sind das wirklich Terroristen? Da wird uns viel eingeredet, und die Terroristen von heute sind die Verbündeten von morgen.

    Der Westen, allen voran die USA, machen eine derart grandios falsche Politik gegenüber der arabischen Welt die ich mir nur noch mit eklatanter Blödheit der auf westlicher Seite Handelnden erklären kann oder durch den Wunsch, sich die bösen Terroristen selbst heranzuziehen.

    Die Taliban sind eine CIA-Eigenzüchtung, dass man in Iran den Schah fallenliess war vielleicht verständlich, dass man im Irak Hussein fallenliess nicht und nun hat man auf lange Sicht Iran und Irak verloren. Der Matchwinner in diesem Teil der Welt sind die Taliban und Pakistan geht in den nächsten fünf Jahren ebenfalls über die Klippe und dann haben wir eine allerliebste Konfliktlinie Pakistan/Indien und stehen wieder mal auf der falschen Seite.

    Syrien geht über die Klippe, eigentlich eine Spätwirkung des Versäumisses eine klare Linie in Libanon zu fahren aber das führt jetzt zu weit.

    Nordafrika ist auch für den Westen schwer gangbares Gebiet, sich nicht mit Nasser zu arrangieren war historisch falsch, Gaddafi fallen zu lassen der entscheidende Fehler denn der hatte als einziger der ganzen lokalen Potentaten eine Vision für den nördichen Teil von Afrika.

    Die Leute die nicht mit Frauen reden wollen gibt es in der libyschen Regierung auch erst seit dem Sturz von Gaddafi, da kann ich nur jedem empfehlen mal die Rechte der libvschen Frauen jetzt und die Situation vor 5 Jahren zu vergleichen.

    Was derzeit passiert ist dass die islamischen Hardliner in Nordafrika auf dem Vormarsch sind (evtl. kann sich Marokko ausblenden), und dann wird der südlich angrenzende Raum gewaltsam missioniert, jetzt in Mali sichtbar, in Niger ists nicht besser, in vielen Ländern dort verläuft der Konflikt zwischen einem quasi-christlichen Süden und eine radikal-islamischen Norden. Der Islam wird weiter nach Süden drücken und spannend wird der Zusammenstoss mit den chinesischen Interessen in Afrika sein.

    Tun können wir da wenig, Soldaten hinschicken ist einfach, sie dort wieder herauszuholen ungleich schwerer. Was sollen die dort tun? Auf der Seite der vermeintlich „Guten“ kämpfen? Au weia, da ist nach unseren Massstäben keiner gut. Da können wir unsere Jungs auch gleich daheim lassen, mehr als dort sterben können die in Mali nicht.

    Der Islam lässt sich von innen heraus derzeit gar nicht reformieren, Iran steht dagegen und unsere tollen Verbündeten in Saudi-Arabien bilden den nicht weniger radikalen Gegenpol. Schön da ist auch gleich die Sollbruchstelle Sunniten/Schiiten zementiert.

    Wenn sich der Islam überhaupt reformieren lässt – und eine Reformation ist überfällig – kann das wohl nur von der Peripherie her geschehen und da fallen mir die bevölkerungsreichen asiatischen Länder ein. Das bevölkerungsreichste islamische Land ist nun mal nicht Ägypten sondern Indonesien. Nun könnte man auf die Idee verfallen Länder wie Indonesien und Malaysia stärker einzubinden und über verstärkte Zusammenarbeit und wirtschaftliche Beziehungen zu versuchen dort die Entwicklung eines modernnen Islam zu fördern. Wenn es der Bevölkerung gut geht ist die nicht mehr so einfach zu radikalisieren.

    Das ist schwierig, langwierig, wenig publilkumswirksam und kritikanfällig weil es nach Kapitulation ausschaut. So sah die Politik gegenüber Potugal nach der dortigen Revolution 1974 auch die vehement vorgetragene Forderung massiv Kante zu zeigen um ein Abdriften ins kommunistische Lager zu verhindern. Zum Glück haben sich diejenigen durchgesetzt die für eine Zusammenarbeit waren.

    Eine derart vorausschauende Politik ist mMn mit den USA nicht zu machen und so lange wie die USA die wesentlichen Parameter der europäischen Aussenpolitik bestimmen glaube ich an keine nachhaltige Verbesserung und so lange wird es auch islamische „Terroristen“ geben, mehr und mehr …

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