S21: Der Stuttgarter Größenwahnhof Teil2

Es hallt noch in meinen Ohren, 2011 kurz vor der Schlichtung. Der Herr Grube: „S21 wird nur knapp über 3 Milliarden€ kosten, die Sollbruchstelle liegt bei 4,526 Milliarden“. Wir diese krumme Zahl zustande kommt weiß ich nicht, aber das ist auch nicht relevant, denn mittlerweile sind wir knapp drüber. Auch über den 4,7Milliarden, nach denen sich laut Grube aus kaufmännischer Sicht ein Bau nicht mehr lohnt.
Nun sind wir bei 5,6Milliarden!. Die Mehrkosten erklären sich aus Planungsfehlern, z.B. beim Brandschutz, den man aus Kostengründen sträflich vernachlässigte.
Wir sind also 1,1Milliarden über der kaufmännischen Vernunft. Wenn man die Risiken, die laut Volker Kefer hinzukommen, noch einrechnet (1,2Mia) sind wir 2,3 Milliarden drüber. Also 6,8 Milliarden. Die 1,1Mia Mehrkosten trägt die Bahn, wer die Risiken bezahlen soll, ist ungeklärt, . Wer glaubt, das sei das Ende der Fahnenstange ist naiv. Bis 2020 sind wir bei 10Milliarden, da verwette ich mein linkes Ei.
Wer zahlt für die Risiken? Der Bund sagt nein, das Land sagt nein, die Bahn sagt auch nein. Die kaufmännische Vernunft sagt auch nein, Herr Grube und Herr Kefer sagen ja.
Ich bin gespannt, wer als Erster auf die Idee kommt, die Gegner auf 1,2 Milliarden Risikozuschläge zu verklagen. Wieviel ein Ausstieg kostet ist umstritten, aber er wäre sicher billiger, als die Summe, die am Ende des Baues unterm Strich steht. Vermutlich hat man in letzter Zeit zuviel von den Irrsinnssummen aus dem EZB gehört und glaubt nun, 2,3 Milliarden sei nicht viel Geld.
Na dann…fröhliches Bauen, bar jeder kaufmännischen Vernunft.

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Über schwabenkrawall

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2 Antworten zu S21: Der Stuttgarter Größenwahnhof Teil2

  1. Corinna Schneider schreibt:

    Die krumme Zahl soll wahrscheinlich suggerieren man hätte detailliert geplant. 😉

    Ich habs nicht mehr im Detail verfolgt. Ist der Bau immer noch mit einer Neigung der Bahnsteige geplant die eigentlich gar nicht genehmigungsfähig ist?

    Ich habe in meinem Leben schon so einiges an IT-Projekten verantwortet, und es galt immer „sage mir wie dein Projekt anfing, und ich sage dir wie es endet“. IMMER! Bin selbst mal reingefallen weil ich dachte ich wüsste es besser. Nie mehr!

    S21? Zieht die Reissleine und zwar schnell, da sind selbst 10 Mrd. noch nicht das Ende der Fahnenstange oder weiss man schon wie der Tunnel wirklich gebaut werden soll? Die hinzugezogenen Schweizer Fachleute (und die sollten sich auskennen) wussten es wohl nicht.

    Von der ganzen Konzeption her ist S21 veraltet weil die Integration Regional-, Fern- und Flugverkehr nicht bedacht wurde. ICE-Fernverkehr muss nicht durch innerstädische Hauptbahnhöfe fliessen (und Sackbahnhöfe schon gleich gar nicht), sondern der ICE-Verkehr lässt sich bestens mit dem Flugverkehr verknüpfen wie in Frankfurt und auch bei mir am Flughafen Köln/Bonn (ja das gab Terz dass die ICE-Schnelltrecke eben nicht über Bonner Stadtgebiet läuft war aber richtig).

    Also ab mit dem Fernbahnhof an den Flughafen und der jetzige Hauptbahnhof wird Reginal-Knotenpunkt und da da immer auch der Stolz von Bürgermeistern mitspielt halten da halt auch ein paar ICE und alle sind zufrieden.

    Wird nicht gemacht werden weil der Ansatz S21 primär als ein Immobilienprojet zu sehen falsch war (was schrieb ich oben über den Anfang von Projekten – genau DAS war der Denkfehler und das macht einen Projektstopp immens teuer).

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