Dann reissen wir ihnen die Augen aus!

So sprach der  radikale  Fernsehprediger Abdullah Badr  in einer Talkshow des ägyptischen Islam-Senders Al-Hafez. Die Christen seien es, die den Protest gegen Präsident Mohammed Mursi anführten. »Und wenn ihm auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann reissen wir ihnen die Augen aus«, fügte er hinzu.
…..neulich habe ich eine Freundin gefragt, was denn eine Diktatur, in dem die Mehrheit für den Diktator sei, für eine Staatsform wäre?
„Hitler wurde demokratisch gewählt und ganz sicher war eine längere Zeit die Mehrheit des Volkes für ihn. War das deshalb keine Diktatur?“…so ihre Antwort.
Da hätte ich eigentlich selbst drauf kommen können. So lange Minderheiten unterdrückt und verfolgt werden ist es eine Diktatur. Fertig.
Dass es unter den unterdrückten koptischen Christen genügend Vollidioten (siehe Mohammed-Video) gibt, ist unbestritten, aber unter welcher Volksgruppe gibt es keine Vollpfosten?
Die arabische Revolution ist voll nach hinten losgegangen und das nicht nur in Ägypten. Mubaraks Gesetze waren harmlos gegen die Ermächtigungsgesetze Mursis. In Libyen werden wieder Frauen unterdrückt (was unter Gadaffi nicht geschah) und aus Tunesien fliehen mehr Menschen als vor der Revolution.
Ägypten wird aufwachen wenn die Touristen wegbleiben, denn der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Die Massaker von Luxor und Sharm el Scheich konnte man noch als Taten einiger islamistischen Wirrköpfe abtun.  Wenn aber jetzt  die Muslimbrüder und  Salafisten das Sagen haben würde ich, der ich 2 Mal dieses Land besuchte, dort nicht mehr hingehen.Ich werde keinen Staat betreten, in denen religiöse Organisationen die Regierung stellen.

Ich schließe wieder mit einmal mit einem herzlichen „Scheiß-Religionen, sie sind die Wurzeln allen Übels“!!!

 

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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11 Antworten zu Dann reissen wir ihnen die Augen aus!

  1. Claudia Koon schreibt:

    Sehr schön. 🙂

  2. Claudia Koon schreibt:

    Ich glaube schon, dass du dann nach einiger Zeit auch dagegen was hättest, 🙂 denn wäre es so, würde für viele Menschen „Lageweile“ aufkommen, das liegt einfach in ihrer Natur, auch in deiner, denn dann hättest du nichts mehr, wogegen du wettern könntest. 😀

    Wenn man die Bibel aufschlägt, kann man nachlesen, von wem (z.B.) die 10 Gebote kamen. Ein Mensch? Nein, der hat sie nur den Berg hinuntergeschleppt.
    Wer hielt die Bergpredigt? Der menschgewordene Sohn Gottes, äußerlich ein Mensch und dann auch wieder nicht, aber gleichzeitig der Einzige, der je perfekt war und dadurch erfährt er eine Sonderstellung.

    Auch damals schon hat Otto Normalverbraucher sich an der Auslegung des Gesagten versucht (siehe z.B.Paulus), ich persönlich finde, er hat es ein wenig sehr übertrieben mit seinem Eifer,aber er war ja auch nur ein Mensch, die sind immer eher einseitig beladen, egal, zu welcher Seite hin.

    Wer also „macht“ Religion (wobei man fein säuberlich unterscheiden sollte zwischen Religion und Glauben) und wer legt sie aus?
    Zwei verschiedene Schuhe,oder? 🙂

    Ergo bin ich mit deinem Argument nicht einverstanden und ausserdem habe ich die Staatsgeschichte absichtlich aussen vor gelassen, es ging mir rein um deinen Schlußsatz, ich mag es eben nicht, wenn man alles Mögliche und Unmögliche als schuldig befindet, nur eben sich selbst (als Menschganzes gesehen jetzt,nichts persönliches) nicht. 🙂

  3. Claudia Koon schreibt:

    Deinen Schlußsatz….das sehe ich anders. Mein Schlußsatz ist immer:

    Der MENSCH (und seine Auslegung der Dinge) ist die Wurzel allen Übels.

    Und jetzt bring EIN Argument, das gut genug ist, damit ich sagen kann: „ok, mein Satz stimmt nicht.“
    Nur eins.

    • Corinna Schneider schreibt:

      Menschen machen Religionen.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Da hast Du Recht, Claudia … und auch nicht. Der Mensch macht die Religionen und legt sie aus. Wenn Du die Kommentare verfolgst, kannst Du auch lesen, was ich zuvor geschrieben hatte: „Wenn ein Staat seine Fundamente auf Teile der Bergpredigt, wie Armut, Trauer, Demut, Sanftmut, Gerechtigkeitssuche, Barmherzigkeit, reinem Herzen, und Friedensstiftung gründete, hätte ich nicht einmal etwas dagegen“ 🙂

  4. Corinna Schneider schreibt:

    Eine Sache ärgert mich immer wieder weil dieser Unsinn offensichtlich nicht totzukriegen ist. Hitler hatte in keiner demokratischen Wahl die Mehrheit, bei der letzten demokratischen Wahl, der Reichstagswahl im März 1933, kam die NSDAP auf 43,9 Prozent der Stimmen. Das machte sie zur weitaus stärksten Partei, aber eine absolute Mehrheit sieht anders aus. Dass ihn vielleicht die Mehrheit des Volkes noch bis ins Jahr 1938 gut fand mag durchaus sein. Seine Karten hat er ja auch erst später aufgedeckt.

    Eine Diktatur ist es mMn immer dann wenn die realistische Mögilchkeit für einen demokratischen Machtwechsel nicht gegeben ist.

    Was der arabischen Frühling betrifft, da mögen sicher die Kopten in Ägypten ihren Teil beigetragen haben. An sich war das ganze aber eine innerislamische Veranstaltung und die Proteste sehr stark von den Frauen getragen was sonst eher unüblich ist.

    Das Ganze hat man hier im Westen total falsch eingeschätzt und auf Leute wie Peter Scholl-Latour hört man ja eh nicht. Vordergründig ging es um das Abschütteln von autokratischen Herrschern, das war in Libyen nicht ander als in Ägypten, das ist derzeit in Syrien zu beobachten und wäre in Qatar nicht anders hätten da nicht die Saudis geanz schnell eingegriffen.

    Was auch einem Teil der Demonstranten nicht klar war war die einfache Tatsache dass diese Revolution von religiösen bzw. reaktionären Kräften getragen wurde, das ist in Libyen schon klar, dass da al-Qaida mitmischte wussten auch die die es wissen wollten, das ist in Ägypten nicht anderes und du kannst drei mal raten was in Syrien pasieren wird, die USA glauben da einen Fuss in die Tür zu kriegen aber das wird nicht geschehen, der Profiteur in dieser Gegend ist die Türkei. Die USA machen ihren üblichen Fehler mit dem sie schon in Afghanistan die Taliban gezüchtet haben, das Prinzip „der Feind meines Feindes ist mein Freund“ funktioniert in der arabischen Politik nicht. Wird auch diesmal scheitern. Die Freundschft endet nämlich spätestens wenn der gemeinsame Feind besiegt ist. Wie war das damals mit Irak/iran und unserem guten Freund Saddam Hussein der gegen die bösen iranischen Mullahs kämpfte?

    Man mag nun zu Gaddafi, Mubarak und Assad stehen wie man will, aber gerade in Libyen war das Volk im täglichen Leben erstaunlich frei und genau das ändert sich jetzt. Verheerend ist das was mit den Rechten der Frauen geschieht, die eben teils in sehr gutem Glauben für die Sache gekämpt haben.

    Was hier aber auch nie wirklich thematisiert wird ist dass ein grosser Teil der arabischen Frauen aus welchen Gründen auch immer durchaus religiös-fundamentalistische Strömungen unterstützt, das ist ein westliches Wunschdenken dass alle Frauen dort am liebsten den Chador gegen den Bikini tauschen würden.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Stimmt Corinna. Natürlich hatte er keine absolute Mehrheit, das habe ich auch nie behauptet. Ich habe lediglich geschrieben, dass er demokratisch gewählt wurde. Dass zwischen 36 und 41 die Mehrheit der Deutschen hinter ihm stand ist aber genauso unbestritten. Erst als die militarischen Misserfolge evident wurden und Deutschland im Bombenhagel versank änderte sich das Bild.
      Scholl-Latour und auch Todenhöfer waren die einsamen Rufer in der Wüste, sie wurden nicht gehört. Bei Scholl Latour mag das an seinem Nuscheln liegen, Todenhöfer jedoch spricht Klartext. Auch jetzt in Syrien. Ihm wird unterstellt er unterstütze Gewaltherrscher, dabei wird vergessen, dass auf Assad ganz sicher nichts Besseres folgt. Im Gegenteil. Die Unterstützung der Fundamentalisten kommt aus dem ländlichen Bereich, das ist nicht anders als bei uns. Die Menschen in den Städten sind aufgeklärter, konservative Kräfte verlieren zunehmend an Boden.
      Hier ein interessanter Link zur Mehrheit Hitlers

  5. Axel Gerke schreibt:

    Ein interessanter Artikel, ich sehe es sehr ähnlich. Sie schreiben: „…Ich werde keinen Staat betreten, in denen religiöse Organisationen die Regierung stellen.“

    Doch leider leben wir in einem solchen Staat, denn die CDU ist eine christlich-demokratische Partei und dazu laut Wikipedia: …Eine der Wurzeln christdemokratischen Denkens sind die katholische Soziallehre und die evangelische Sozialethik.[1]

    Meiner Meinung nach gehört in der heutigen Zeit Politik und Glaube komplett getrennt!

    • schwabenkrawall schreibt:

      Hallo Axel. Wir haben einen säkularen Staat, wenn die CDU ein „C“ im Namen führt, dann heißt das nicht viel. Allzu christlich gebärdet sich diese Partei nicht. Niemand wird ernsthaft behaupten, dass wir von katholischen Hasspredigern eingeschworen werden. Im Gegenteil. Hassportale a la kreuz.net werden verboten. Immerhin gibt es mit Aygül Özkan sogar eine muslimische CDU-Ministerin. Ich kann mir im Gegenzug nicht vorstellen, dass ein Kopte bei den Muslimbrüdern Mitglied wäre.
      Wenn ein Staat seine Fundamente auf Teile der Bergpredigt, wie Armut, Trauer, Demut, Sanftmut, Gerechtigkeitssuche, Barmherzigkeit, reinem Herzen, und Friedensstiftung gründete, hätte ich nicht einmal etwas dagegen 🙂

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