Seehofer und die Homo-Ehe….

….da mobilisiert aber einer die letzten unentschlossenen Wähler. Seehofer wettert gegen die Homo-Ehe und fischt damit auch am braunen Rand, wenn man die Kommentare zu dem Thema verfolgt. Hier einige besonders gelungene Auszüge: “
Jochen U. unfruchtbare Heterosexuelle Frauen und Männer sollten auch nicht heiraten dürfen damit der Sinn der Ehe geschützt wird.
Stas V. Keine Gleichbehandlung! Homoehe ist von der Natur aus ja nicht vorgesehen!
Mariusz S.Ich bin der Meinung homosexuelle Ehen gehören verboten Mann sollte nicht die Ausbreitung von Krankheiten unterstützen sondern Sie heilen Homosexualität ist eine Gehirnkrankheit“
usw.usw.
Der ganze Mist ist nachzulesen auf https://www.facebook.com/stern?ref=ts&fref=ts 

Dem letzten Kommentator sollte vielleicht mal jemand erklären, dass Homosexuelle in der Regel keine Kinder miteinander zeugen und damit die „Krankheit Homosexualität“ vererben. Da hat einer in Biologie nicht aufgepasst. 🙂
Dass es dem Herrn Seehofer „nur“ um die steuerliche Gleichstellung und nicht um die Homo-Ehe per se geht, macht die Sache nicht besser. Er wäre auch kaum der geeignete Kämpfer für die Werte der herkömmlichen Ehe, seine Geliebte und sein uneheliches Kind können ein Lied davon singen. 

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Über schwabenkrawall

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5 Antworten zu Seehofer und die Homo-Ehe….

  1. Christina B schreibt:

    Ich halte das Ehegattensplitting für steuerlich gerecht.
    Die Argumente für die Abschaffung sind meiner Ansicht nach nur vorgeschoben und dazu geeignet, die Staatskasse aufzubessern. Das dadurch Frauen ermutigt werden, mehr zu arbeiten, das halte ich für sehr fragwürdig. Auch werden mit dem Wegfall des Ehegattensplittings (kinderlose) Ehepaare bestraft, in der ein Partner erwerbsunfähig ist. Diese Paare trifft der Wegfall des Splittings besonders hart. Da müsste dringend ein finanzieller Ausgleich geschaffen werden.

  2. Corinna schreibt:

    Diese ganze Diskussion zeigt dass vielen Vertretern der C-Parteien der Sinn hinter dem Ehegattensplitting nicht klar ist. Das Ganze kommt aus einer Zeit als Ehe eben noch hiess „Mann und Frau UND KINDER“. An sich war von Anfang an „Familiensplitting“ gemeint mit dem die Famiien für die Kosten die Kinder halt verursachen etwas unterstützt werden.

    Heute sieht das anders aus, es gibt genügend kinderlose Ehepaare und für die ist die geltende Regelung ziemlich sinnfrei, jedenfalls was die ursprüngliche Intention angeht.

    Dass die gleichgeschlechtliche Ehe mit Kindern mittelfristig in den Genuss der Steuervorteile kommt ist relativ klar, es gibt schon jetzt Urteile in dieser Richtung. Was noch zu tun ist, ist übrigens eine Änderung des Adoptionsrechts, da bislang solche Paare Kinder nicht gemeinsam adoptieren können, der Weg ist dann etwas komplizierter und führt für einen der Partner nur über die Stiefkindadoption.

    Vollkommen absurd wird das Ganze dann wenn einer der Partner transsexuell ist. Bestehende Ehen bleiben bestehen, so hat es das Bundesverfassungsgericht schon 2008 entschieden, inkl. aller Steuervorteile.

    Aber – und die Frage kam mir kürzlich unter – es kommt derzeit vor dass Männer vor ihrer Transition ihr Sperma einfrieren lassen zur späteren Verwendung. Mir ist mittlerweile ein Urteil bekannt nachdem der ehemals männliche Teil des Paares die Anerkennung als Elternteil durchgesetzt hat, aber nur unter dem alten männlichen Namen.

    Es ist einfach so dass einige Gesetze in diesem Bereich der aktuellen Lebenssituation angepasst werden müssen, und egal ob das Leuten wie Seehofer passt oder nicht, genau das wird kommen.

    Noch was was ganz interessant ist und im Kontext zu dem Kommentar mit „Unfruchtbarkeit“ passt: Wenn einer der Partner vor der Ehe seine Unfruchtbarkeit verschweigt stellt dies eine „arglistige Täuschung“ dar und dann kann der andere Partner die Aufhebung der Ehe beantragen (NICHT Scheidung, wohlgemerkt), hier kommt §1314 StGB zur Anwendung.

    Hier ist einiges an der Rechtsprechung mMn sehr reproduktionsorientiert und da scheinen immer noch (zu !) viele kirchliche Einflüsse ins deutsche Recht zu existieren die noch zu eliminieren sind.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Das ist ja höchst kompliziert, aber das Steuerrecht per se ist ja für einen Laien sowieso nicht zu begreifen (und soll es auch nicht sein)
      und unter diesem Gesichtspunkt könnten unsere Paragraphenreiter mit Sicherheit Regelungen schaffen. Die müssten sogar froh sein, ist es doch ihre Existenzberechtigung.
      Leider sind in unserem „säkularen“ Staat, der so ganz nebenbei Steuern für die Kirchen eintreibt und ihre Würdenträger entlohnt (die werden nämlich nicht von der Kirche bezahlt)
      noch viel zu viele christliche Einflüsse in den Gesetzestexten. Leider keine aus der Bergpredigt, wie Armut, Trauer, Demut, Sanftmut, Gerechtigkeitssuche, Barmherzigkeit, reinem Herzen, Friedensstiftung. Die Passagen hat man weggelassen. 🙂

      • Corinna schreibt:

        Das Problem ist da mMn nicht mal so sehr das Steuerrecht, sondern dass sich gewisse überkommene Vorstellungen immer durchs Rechtssystem ziehen.

        Eines der Problemfelder ist einfach die Definition des Begriffs „Ehe“ an dem sehr viele Regelungen festgemacht werden. Wenn ich so wie es die Kirche gerne hätte die Ehe als einen Bund zwischen Mann und Frau sehe zum primären Zweck der Reproduktion werden die daraus abgeleiteten gesetzlichen Regelungen zunehmend unpraktikabel. Das hätte eigentlich schon auffallen müssen als man die Sache mit der Verpartnerung erfand.

        Wenn ich die Ehe als Bund zweier Menschen die sich lieben betrachte wird manches logischer schlicht weil die Krücken die es jetzt schon braucht um überkommene Vorstellungen bestehen zu lassen entfallen.

        Viele der Probleme die ich in meinem vorigen Kommentar benannte würden wegfallen, und ob dann aus dem Ehegatten- ein Familiensplitting würde ist davon getrennt zu betrachten. Persönlich halte ich es für sinnvoll.

        Die Kirchensteuer, vor allem aber die Arbeitsbedingungen in kirchlichen Einrichtungen, sind es auch wert, endlich einmal neu geordnet zu weden. Was anderswo als klarer Verstoss gegen das AGG (allgemeine Gleichbehandlungsgesetz) gewertet würde lässt man den Kirchen, vor allem der katholischen, einfach so durchgehen. Einen Arbeitgeber geht es nichts an ob sein Angestellter ledig, verheiratet, geschieden oder neu verheiratet ist, es geht darum dass der seine Arbeit tut.

        Der Punkt den du hinsichtlich der Bezahlung ansprichst setzt dem die Krone auf, normalerweise ist es so dass der der die Musik bezahlt auch bestimmt was gespielt wird. Viele kirchliche Einrichtungen werden zum überwiegenden Teil vom Staat getragen und da besteht wenig Grund die Kirchen bestimmen zu lassen was dort wie abläuft.

      • schwabenkrawall schreibt:

        Soviel zum Thema Trennung zwischen Staat und Kirche. Die Pfaffen haben bei Adolf den Arm gehoben (gut, mit einigen Ausnahmen) und heute bekommen sie für ihr „C“ Copyright die Steuern eingetrieben. Ehe als Zweck der Reproduktion? Haha, Jule ist 59 und ich 62. Vor 3 Wochen haben wir geheiratet. Da wäre schon ein alttestamentarisches Wunder fällig. Die Steuervorteile genießen wir trotzdem. Wir haben geheiratet weil wir uns lieben, wie Andere auch, gleich welcher sexuellen Ausrichtung.

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