Ägypten: Wenn man einen Banditen durch einen andern ersetzt….

Veröffentlicht: November 23, 2012 in Gewalt
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……dann kommt sowas dabei raus.  Ich hatte mich schon vor geraumer Zeit gefragt, was wohl nach den Gaddafis und Mubaraks kommen wird…
Das Volk hat gewählt und es hat die Muslimbrüder gewählt. Das sollte per se nicht weiter beunruhigen, schließlich führt unsere Regierungspartei Nr.1 auch ein „Christlich“ in ihrem Namen. Allerdings nehmen die Muslimbrüder ihren Namen ernster als unsere sogenannten Christen und nun geht der Schlamassel in Ägypten in Runde 2. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo geht die Polizei gegen Demonstranten los, ein bekanntes Bild, doch diesmal wollen sich die Demonstranten vom Befreier befreien.
Der Islamist Mursi hatte unter anderem bestimmt, dass von ihm „zum Schutz der Revolution getroffene Entscheidungen“ rechtlich nicht mehr angefochten werden können. Auch die Verfassungsversammlung kann nicht mehr vom Gericht aufgelöst werden. Zudem wurde der Generalstaatsanwalt entlassen. Alle Macht geht von Mursi aus und er hat den Zeitpunkt clever gewählt. Ägypten ist in den „Friedensprozess“ in Israel vs. Palästina eingebunden, von den Amerikanern wurde Mursis Armee in diesem Jahr mit Waffen versorgt und nun schlägt er zu.
Sowas kommt von sowas. Ägypten hat wieder einen Pharao.

 

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Kommentare
  1. Corinna sagt:

    Es passiert das was viele die die Gegend kennen schon im Frühjahr 2011 prophezeiten und dafür verlacht wurden: Der „arabische Frühling“ wird sehr schnell zum „arabischen Herbst“ und fällt leider denen die in gutem Glauben ihre Gesundheit, teils ihr Leben riskiert haben, auf die Füsse. Besonders betroffen sind ausgerechnet die Frauen die die Demonstrationen auch in Ägypten massgeblich getragen haben und sich nun mit einem um sich greifenden religiösen Fundamentalismus konfrontiert sehen.

    Das Problem ist nicht Mursi, ihn als Islamisten im Sinn wie dieses Wort hierzulande gebraucht wird zu bezeichnen greift viel zu kurz, das Problem ist nicht mal die Moslembruderschaft die man hierzulande wohl auf Grund des Namens für radikal hält. Das Problem ist was nach diesen kommt wenn sie auch scheitern und Mursi hat zwar den Machtkampf gegen sein Militär gewonnen aber der wahre Kampf steht ihm noch bevor und ich habe Zweifel dass er den – zumindest politisch gesehen – übersteht.

    So paradox es klingen mag, aber wir sollten hoffen dass es Mursi zusammen mit der Moslembruderschaft gelingt Ägypten zu stabilisieren. Sollte das fehlschlagen dürfen wir uns darauf einstellen an der gesamten nordafrikanischen Mittelmeerküste – mit Ausnahme evtl. Marokkos – radikalislamische Regime an der Macht zu sehen. In Libyen ist es dank der vorausschauenden US-Politik ja schon gelungen die letzten demokratischen Ansätze wegzubomben und nun beginnt man sogar in den USA zu realisieren welchen Vorteil Gaddafi so hatte. Wie üblich zu spät.

    Jetzt schaue ich mal über den Tellerrand und frage ganz ketzerisch „cui bono“?

    • cui bono? Keine Ahnung. Ehrlich. Dem Kapitalismus kann an einem Ende der Tyrannei durch Gaddafi und Consorten nicht gelegen gewesen sein, denn nichts ist schlimmer für die „Märkte“ als Instabilität. So ein berechenbarer Irrer wie Gaddafi kam denen gelegener als ein radikal-islamischer Staat. Oder man denkt 2 Züge voraus und will im Falle einer Übernahme durch wirklich radikale Moslems (Was die Muslim-Brüder tatsächlich nicht sind) mal „richtig aufräumen“…..was natürlich nicht gelingen wird. Israel wird sicher mitmischen. Armaggedon läßt grüßen. (ich war vor Jahrzehnten am Berg Harmagedon und schon damals war mir flau im Magen)

      • Corinna sagt:

        Sich wieder einmal einen richtig schönen bösen Feind zu bauen ist sicher ein Ziel des militärisch-industriellen Komplexes in den USA. Mit nichts lässt es sich besser absahnen als mit der Angst vor bösen Feinden.

        Mit dem „Tyrannen Gaddafi“ liegst du mMn falsch. Vergleiche einfach mal die Situation der libyschen Frauen zur Zeit Gaddafis mit der Situation jetzt und überleg mal wo die Reise hochwahrscheinlich hingehen wird. Dieser „arabische Frühling“ hat entsetzlich viel zerstört.

        Wenn du Gaddafi als Irren bezeichnest hast du sicher recht. Nur ein Irrer kann darauf kommen die Wüste bewässern zu wollen. Ich meine es war 2001 als das sogar auf der Hannover-Messe Thema war. Da sind unsere Politiker viel rationaler,so ein Unsinn käme denen nicht in den Sinn.

        Übrigens – die Israelis sind in Sachen Wüste ähnlich verrückt, die haben nämlich auch nachgedacht… 😉

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