„Fußballfans“…ich werd‘ sie nie verstehen…

…allein schon, wie man sich  zu Zehntausenden in ein Stadion quetschen läßt verursacht mir Panikgefühle. Von den Begleiterscheinungen mal ganz abgesehen. Samstag abend, Sportschau. Schalke gegen Dortmund. Da prügeln sich schon vor dem Spiel Hunderte „Fußballfans“ als ob’s um sonstwas geht. Polizisten werden verletzt und nicht nur Porzellan wird zerschlagen.

Ich möchte nicht wissen, wieviele Hartz4 – Empfänger von beiden Lagern im Stadion waren und die prügeln sich für 22 Großverdiener, die auf dem Platz einem Ball hinterher jagen.
Ich warte immer noch darauf, dass mir das einmal jemand schlüssig erklärt….Sich darüber freuen oder ärgern kann ich ja noch nachvollziehen, aber sich dafür prügeln??
http://www.rp-online.de/sport/fussball/bundesliga/fans-beider-klubs-randalieren-in-dortmund-1.3037768

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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9 Antworten zu „Fußballfans“…ich werd‘ sie nie verstehen…

  1. Hackentrick schreibt:

    @Corinna + schwabenkrawall: Bitte verzeiht mir, aber Ihr solltet Euch intensiver mit dem Thema beschäftigen und Euch nicht nur auf die verzerrende Berichterstattung der Medien stützen.

    Dass es ein Problem im Rahmen der Fussballspiele gibt, ist bekannt und wird auch nicht bestritten. Dass aber gerade wieder auf den Fussball und seine Fans eingedroschen wird, ist völlig überzogen. Die Realität in den Stadien ist weit entfernt von den ‚bürgerkriegsähnlichen Zuständen‘, wie sie immer wieder von populistischen Politikern (z.B. Boris Rhein oder Lorenz Caffier) beschworen werden.

    Helmut Spahn, der ehemalige DFB-Sicherheitschef, sagt: […] „In der vergangenen Saison gab es insgesamt 846 Verletzte in Erster und Zweiter Bundesliga (bei über 1,5 Mio. Besuchern in den Stadien!), im Übrigen bei weitem nicht alle verursacht aufgrund gewalttätiger Auseinandersetzungen. Jeder Verletzte ist einer zu viel, aber diese Anzahl weist das Oktoberfest an einem einzigen Tag auf!“ […]

    846 Verletzte deutschlandweit in 12 Monaten. Darunter auch Leute, die während des Spiels einen Hitzschlag hatten oder auf der Treppe den Knöchel verknackst haben. Darunter auch ‚Kollateralschäden‘ durch Pfeffersprayeinsaätze der Polizei. Eigentlich nicht der Rede wert, oder?

    Aber nach Eurer Argumentation müsste man das Oktoberfest sofort verbieten und jede Demonstrationsteilnahme ist ein Spiel mit dem Tod 😉

    Ich bitte einfach darum, dass die Debatte um ‚Gewalt beim Fussball‘ sachlich bleibt und nicht irgendwelche Horrorbilder heraufbeschworen werden, die keiner faktischen Prüfung Stand halten. Die Gewalt, die sich im Umfeld der Spiele zeigt, ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das auch von Montag bis Freitag besteht (z.B. U-Bahn-Schläger). Und als solches sollte es angegangen werden…

    MfG Hackentrick

    PS: Es ist nicht so, dass alleine der ‚Steuerzahler‘ die Polizeieinsätze am Wochenende bezahlen muss. Die Profivereine sind ordentlich besteuerte Unternehmen und stellen auch aus eigenen Mitteln Sicherheits- und Ordnungspersonal im Rahmen der Veranstaltungen…

    • schwabenkrawall schreibt:

      Hackentrick. Du hast recht, es ist ein gesellschaftliches Problem. Aus diesem Grund besuche ich auch keine Festivitäten wie Oktoberfest oder Ähnliches. Und seit dem schwarzen Donnerstag in Stuttgart war ich auch auf keiner Demo mehr, denn das war wirklich ein Spiel mit dem Tod. Auch meide ich U-Bahnstationen zu gewissen Tageszeiten.
      Ein Fußballstadion habe ich zum letzten Mal mit 13 oder 14 Jahren besucht, zu Beginn der Bundesliga 1963 oder 64. VFB Stuttgart gegen Köln.VFB verlor 0:1. Das gewalttätigste damals waren die Sprechchöre gegen den kahlköpfigen Kölner Torwart Ewert „Ewert hat ne Warze, auf seiner Glatze“. Mehr war nicht. Ich kann bis heute nicht verstehen,wie völlig normale Menschen (einige meiner Kollegen) Hassausbrüche bekommen, wenn sie nur das Wort Schalke hören.“Lauter Asoziale, Schalke Hartz4″ Ich hab den Kollegen gefragt,ob er denn jemanden aus Gelsenkirchen kennt…nein, will er auch nicht. Ganze Städte hassen andere Städte, das will mir nicht in den Kopf. Und alle hassen Bayern München, weil die erfolgreich sind.
      Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen

      • Hackentrick schreibt:

        Ich verstehe gut, dass Du damit nichts anfangen kannst. Ich finde die ganze Aggression und den Hass auch absonderlich, kann aber nachvollziehen, woher diese Haltung kommt. Aber das ist ein anderes, langes Thema (wiederum gesamtgesellschaftlich). Viele projezieren in das Erlebnis Fussball Haltungen, die sie anderweitig nicht so offen ausleben dürfen / können. Siehe auch Rassismus, Neonazis, etc… Nur – wie bereits erläutert – das ist kein spezifisches Problem des Fussballs. Dort werden bestimmte Dinge nur leider sichtbar, die ansonsten schlummern.

        Ich wollte mit meinem Kommentar nur anmerken, dass wir die Dinge differenziert betrachten sollten. Riskant fand ich Stadionbesuche in den 80ern und Anfang der 90er – seitdem habe ich nie mehr irgendeine bedrohliche Situation erlebt.

        Grüsse ins Schwabenland!

  2. Corinna schreibt:

    Nun das Hartz-Opfer mag ähnliches Recht auf Prügelei haben wie der Bankster der ihm vielleicht den Job gekostet hat.

    Zum Problem wird es mMn dadurch dass wie selbstverständlich vorausgesetzt wird dass die Polizei mit Grossaufgebot solche Veranstaltungen zu begleiten hat und diese Kräfte dann an anderen Stellen natürlich fehlen. Und wer zahlt das dann wohl letztlich?

    Sogar bei Demonstrationen ist es so dass diese verboten werden können wenn Gewalttätigkeiten zu befürchten stehen. Hierbei geht es immerhin um das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung und zu demonstrieren, welches eingeschränkt wird.

    Von einem Grundrecht auf Fussball mit begleitender Randale ist mir nichts bekannt und wer meint solche Veranstatungen durchführen zu müssen der soll auch selbst dafür Sorge tragen dass das Ganze einigermassen ruhig abläuft. Die entstehenden Mehrkosten wären angesichts der in diesem „Sport“ gezahlten Millionengagen ja wohl tragbar.

    Wie auch bei anderen Grossveranstaltungen wäre dann vorher ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten und von der Stadt zu genehmigen (einmal erstellt lässt sich das ja für alle Heimspiele anwenden) und wenn dieses Konzept unzureichend erscheint wird die Veranstaltung halt untersagt. Seit der love-parade in Duisburg weiss man auch wie solche Genehmigungen nicht erteilt werden dürfen.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Man hat gesehen, wie die „anständigen“ Bürger lauthals gefordert haben, wir sollten die Kosten für die Einsätze bei den S21 Demos übernehmen.
      Da sind bestimmt etliche Stadiongänger drunter.

      • Corinna schreibt:

        Und genau das finde ich nervig, wenn irgendwelche „anständigen“ Bürger im Sinn haben ihnen nicht genehme Meinungen mit der finanziellen Keule zu unterdrücken. Es ging bei S21 darum gegen politische Entscheidungen zu demonstrieren, einen kommerziellen Hintergrund hatte das nicht.

        Beim Fussball ist es doch so dass zumindest die Betreiber (Vereine, Spieler, sonstiges Personal) ein finanzielles Interesse an der Durchführung der Veranstaltungen und dem begleitenden Polizeieinsatz haben. Aber die setzen stillschweigend voraus das sie den kostenlos bekommen.

        Klar lässt sich nun auch argumentieren dass z.B. die Theater in Grossstädten auch mit Millionenbeträgen subventioniert werden und das dies auch zur Pflege der Kultur dient. Ich wäre ja sogar noch bereit der Argumentation zu folgen dass in Deutschland Fussball zum Kulturgut gehört.

        Aber im Theater geht keiner der Akteure mit Millionengagen nach Hause und wenn das beim Fussball möglich ist dann ist auch genug Geld da um die Polizeieinsätze zu zahlen.

      • schwabenkrawall schreibt:

        Kultur? Fußball?… Nee,nä?

      • Corinna schreibt:

        Ach ich bin da ziemlich tolerant, warum nicht Fussball, Kultur muss doch nicht nur das sein was man anschaut und sich dann immer noch fragt was es denn sein soll. Na gut kann beim Fussball auch passieren.

      • schwabenkrawall schreibt:

        Stimmt. Gibt ja auch Subkultur 🙂 Ich war mal in einem Konzert mit einem Werk von Arnold Schönberg. Das war vor 40 Jahren und ich bin noch heute verwirrt. Ich habe schlicht und ergreifend keine Ahnung was das sollte. Vielleicht war das Musiktheoretisch interessant, aber schön ist anders. Wenigstens bei mir.

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