Ist tanken heute wirklich teurer als früher?

…das habe ich  mich gefragt, nachdem ich heute an der Tanke 1,70€ pro Liter gesehen habe.
Mal kurz nachgerechnet: 1968 begann ich zu fahren. Der l Sprit kostete 0,62DM, also 0,31€
Meinen Verdienst möchte ich nicht als Vergleich heranziehen, da ich a) damals grade ausgelernt hatte und weil es b) niemanden etwas angeht, wieviel ich heute verdiene.
Ziehen wir also die offiziellen Durchschnittsjahreseinkommen heran. Quelle: Wikipedia

Aaaalso, Taschenrechner raus: 1968 betrug das Durchschnittsjahreseinkommen 10,842 DM oder 5421€
1968 kostete der Liter Sprit 0,62DM oder 0,31€. man konnte sich von seinem Jahreseinkommen also 17.487l Benzin kaufen.

Das Durchschnittsjahreseinkommen heute beträgt 32.466€ oder 64.932DM Der Liter Sprit kostet heute 1,70€ oder 3,40DM. Von seinem Jahreseinkommen kann man sich heute 19.097l Sprit kaufen.
Das sind 1610l oder 8,43%mehr als zu den ach so billigen alten Zeiten. (Weiter zurück in der Historie möchte ich nicht, denn da war Autofahren im Verhältnis NOCH teurer als 1968)

Und nun das Wichtigste:
Mein VW damals verbrauchte 11-12l/100km. Mein heutiger Wagen verbraucht 6,5l. Das sei nicht nur am Rande bemerkt, ich könnte also mehr als doppelt so weit fahren wie 1968. Fahren wir heute mehr als doppelt so viele Km? Wahrscheinlich liegt es daran…Jeder Scheiß wird mit dem Auto erledigt, ich nehme mich da nicht aus. An den Spritpreisen kann es jedenfalls nicht liegen, wenn unsere Taschen immer leerer werden.
Ich kann mich an Zeiten entsinnen, in denen wir für 5 Mark tankten, weil’s zu mehr nicht reichte.
Nach meiner Rechnung, unter Einbeziehung des geringeren Verbrauchs, müsste der Sprit heute ca. 3,50 Euro kosten, damit Autofahren so teuer wäre wie zu meinen Fahranfängen.
Vielleicht fahren wir dann auch wieder so wenig wie 1968.
Und jetzt dürft ihr über mich herfallen.

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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17 Antworten zu Ist tanken heute wirklich teurer als früher?

  1. Apollo schreibt:

    Gerne doch! 😉 War sicher eine vernünftige Entscheidung, die Diskussion zu beenden. Wenn die Argumente wenigstens klug gewesen wären, aber so war es ein sinnloses Unterfangen…;-)

    • schwabenkrawall schreibt:

      Da fragt die noch, was denn ihr Dogma sei..(weil ich sie als dogmatisch apostrophiert hatte)..am liebsten hätte ich geschrieben:“Na, dass Du grundsätzlich alle für Deppen hältst, die Deinen pseudowissenschaftlich verbrämten Einlassungen nicht glauben“…ich hab’s aber gelassen… 🙂

  2. Apollo schreibt:

    Wikipedia: „Im oberen Geschwindigkeitsbereich steigt der Kraftstoffverbrauch mit der Geschwindigkeit. Bei einer Geschwindigkeit von 150 km/h wird im Durchschnitt doppelt so viel Kraftstoff pro Strecke verbraucht wie bei 70 km/h. Im Geschwindigkeitsbereich von 60–80 km/h sind die Schadstoffemissionen bei Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid deutlich niedriger [12]. Dies liegt unter anderem daran, dass der Luftwiderstand mit der Geschwindigkeit in der zweiten Potenz zunimmt.“

    Wchtig ist der letzte Satz, d.h. der Luftwiderstand nimmt in zweiter Potenz zu, also exponentiell. D.h. jeder KM mehr lässt den Benzinverbrauch deutlich steigen.

    Es gibt zudem Studien, dass der Verkehrsfluss bei ca. 115 – 120km/h am gleichmäßigsten ist.

  3. Apollo schreibt:

    Äh Sarah, was redest Du? Schwabenkrawall hat es schon gesagt, mit 120km/h verbrauchst Du deutlich weniger als mit 140 km/h. Das ist eine ganz einfache Milchmädchenrechnung.

    Und von welcher Gleichmäßigkeit redest Du? Das ist doch höchst subjektiv. Wenn ich meinem Wagen die Sporen gebe, dann kommen mir die, die 220 km/h fahren langsam vor und ich muss abremsen. Du empfindest die die 120 fahren als störend, andere Dich.

    Lange Rede, kurzer Sinn: ich bleibe dabei (weil es ja auch faktisch richtig ist) so lange nicht spritsparend gefahren wird, sollte man nicht über zu hohe Spritpreise meckern. Die Fahrer haben einen großen Teil ihrer diesbezüglichen Kosten selbst in der Hand.

  4. Corinna schreibt:

    Alles richtig aber mMn nur ein Teil der Wahrheit. Die steigenden Einkommen heissen ja nicht dass die Reallöhne in gleichem Masse steigen und den Sprit zahle ich nun mal vom verfügbaren Teil des Einkommens. Dann ist auch mal zu hinterfragen bei welchem Teil der Arbeitnehmer die Löhne wirklich steigen und das sind bestenfalls 1/3 deren teils nennenswerte Steigerungen die statistischen Zahlen nach oben hievt, aber diejenigen bei denen schon seit Jahren die Reallöhne stagnieren oder gar zurückgehen gibts halt auch.

    Dass die Autos heute verbrauchsgünstiger sind ist richtig. Schön für die, die sich einen Neuwagen kaufen können. Das sind die denen die hohen Spritpreise häufig nicht weh tun, wohingegen diejenigen die eigentlich sparen müssten mit alten Spritfressern herumfahren (müssen).

    Warum die PS-Zahlen immer weiter nach oben gehen frage ich mich allerdings auch. Kürzlich habe ich gehört das ein Smart 72 PS hätte. Das ist doch eigentich ein reines Stadtfahrzeug, warum tun das da nicht auch 40, wenn ichs recht erinnere hatten die alten VW Käfer auch ungefähr um den Dreh rum und die fuhren ganz gut.

    Über die Mütter die ihren Nachwuchs im SUV zum Kindergarten fahren schreib ich mal lieber gar nichts.

  5. Apollo schreibt:

    Ich sehe das genauso und muss den tark überstrapazierten Spruch bemühen, dass der Sprit sooo teuer nicht sein kann, wenn man sieht, wie gefahren wird. Fährt man mal gleichmäßig auf der rechten Spur der AB mit 120 – 130 km/h, dann überholt man höchstens Lastwagen. Jedem Auto, und sei es noch so alt und noch so klein, werden die Sporen gegeben und unter 150, 160 fährt keiner. Dabei ist der Durchschnittsverbrauch bei 120 im Vgl. zu 160 sehr viel neidriger und die Zeitersparnis extremst gering.

    So lange es sich nicht auf den Fahrstil auswirkt, sollte nicht allzu laut gejammert werden. So wie der Rest auf deutschen Autobahnen fährt, sind mind. 20 – 30% Ersparnis locker drin…

    • schwabenkrawall schreibt:

      Apollo. Du hast so was von Recht. Wir waren letzten Do. auf der AB Richtung München. Ab und zu hab‘ ich gedacht , ich stehe und wollte schon aussteigen…aber das sind in der Hauptsache Fahrer von Porsche oder BMW SUV’s und wenn die meckern, gehört ihnen auf’s Maul gehauen.
      Die Einzigen, die nie über den Spritpreis meckern sind leitende Angestellte, denn die tanken auf Firmenkarte (sogar in der Freizeit und im Urlaub) und was ein Ölwechsel kostet, wissen die auch nicht..

    • Sarah schreibt:

      Als eine Person, die wirklich auf Autobahnen gerne mal Bleifuss fährt, kann ich das so nicht bestätigen (ich komme an vielen Vorbei 😉 ). Die Mehrheit fährt mit etwa 140km/h was für die meisten heutigen Fahrzeuge noch unter dem Bereich liegt, bei dem der unverhältnismässige Mehrverbrauch ansetzt. Fährst du aber 120lm/h-130km/h werden die dich immer noch überholen, dabei vermutlich Vollgas geben und dir schneller vorkommen.

      • schwabenkrawall schreibt:

        Ich bin Techniker….wenn man mir jetzt erzählen will, dass man erst mit über 140 mehr Sprit verbraucht, dann habe ich meinen Beruf nicht verstanden. Ich fahre mit 5,8l Diesel. Du darfst gern mehr bezahlen, man gönnt sich ja sonst nichts 🙂

      • Sarah schreibt:

        Naja, es gibt einen Punkt, vor erreichen der eigentlichen Höchstgeschwindigkeit, wo man im Verhältniss zum Geschwindigkeitszuwachs gefühlt unverhältnismässig mehr Treibstoff verbraucht. 140km/h liegt bei den meisten heutigen Autos deutlich darunter. Kann man die 140km/h relativ ununterbrochen einhalten, wird man sich freuen, noch nie so wenig Sprit verbraucht zu haben.

      • schwabenkrawall schreibt:

        Aha….dann muss ich also 140 fahren um weniger Sprit zu verbrauchen als mit 120? Denn Du schreibst ja „wird man sich freuen, noch nie so wenig Sprit verbraucht zu haben.“ Das stellt zwar die ganze Physik auf den Kopf, aber wenn Du meinst…

      • Sarah schreibt:

        Absolut nicht. Aber dein Verständnis von Zusammenhängen:
        1. Der Vergleichsstandpunkt war hier nicht 120km/h
        2. Wenn die meisten etwa 140km/h pro Stunde fahren, ist es die beste Möglichkeit, gleichmässig zu fahren, während einem 120km/h zu 130km/h öfter zu Anpassungen zwingen. Den Punkt verstanden, denke ich, kann dein physikalisches Verständnis die Zusammenhänge sicher erfassen und korrekt anhand der bekannten Regeln verrechnen.

      • schwabenkrawall schreibt:

        Ähhm, gibt’s nicht die meisten Anpassungen wegen Rasern? Also, dass man nicht am LKW vorbeikommt weil man wegen mit 200+ Rasern nicht auf die linke Spur kommt? Ich bin jetzt oft durch USA und Kanada gefahren, nie war es gleichmäßiger und entspannender als mit max 110. Doch. Das geht. 🙂 (und komm nicht mit dem Argument, dann würde Porsche keine Autos mehr verkaufen.Nie sah ich mehr als in Beverly-Hills)

      • Sarah schreibt:

        Für jemanden, der sich auf Rationalität beruft, erstellst du recht phantastische Szenarien (Porsche ideal für 140km/h?). Wenn überhaupt, bestätigt deine erste Anekdote meine Aussage. Es gibt aber noch einen Faktor, den du ignorierst, aber egal.

      • schwabenkrawall schreibt:

        Du bist aber auch nicht schlecht im Wort-im-Mund rumdrehen. Kein Mensch hat gesagt, dass Porsche ideal für 140 wäre. Es ging mir um die typisch deutsche Tempo-Junkie-Phrase, dass wir bei einem Tempolimit keine schnellen Autos mehr verkaufen würden. Dieser Argumentation wollte ich vorbeugen. Aber ich denke es ist sinnlos, die Debatte fortzusetzen. Du bist mir schlicht und ergreifend zu doktrinär. Schönen Abend noch.

      • Sarah schreibt:

        Wenn ich dir zu doktrinär bin, was ist denn meine Doktrin?

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