Ich glaube, er hat eine Waffe….

…auf diesen Satz hatte ich gewartet. Gestern Abend, US-Krimi, Handlung völlig nebensächlich. Folgendes Szenario: Der Böse läuft weg, die Guten hinterher und einer der Guten brüllt den unvermeidlichen Satz: “ Vorsicht, die Zielperson ist vermutlich bewaffnet!!“
Hä? Vermutlich? Junger Mann, Sie befinden sich hier in den United States, da ist jeder Hühnerdieb mit mindestens 5 großkalibrigen Faustfeuerwaffen bestückt. Das hat Tradition, da sei die National Rifle Assosiation vor. „From my cold dead hands“ von seinen kalten toten Händen könne man ihm seine Waffe nehmen, vorher nicht, so der Vorsitzende Charlton Heston 2007.
Es braucht schon ein halbes Dutzend schwerer Feuerwaffen, sowie ca. 6000 Schuss Munition, um seinen Grund und Boden verteidigen zu können. Das kann man völlig legal im örtlichen Gun-Shop und im Internet bestellen. Wenn dann einer hingeht und im Kino Leute killt, dann ist das ein bedauerlicher Side-Effect. Dann jault die ganze Nation auf. Auf die Idee, nur noch Politiker zu wählen, die gegen diese hirnrissigen Waffengesetze vorgehen, kommen nur wenige.
Da kommt immer wieder das Argument, Menschen würden töten, nicht Waffen. Das leuchtet mir vielleicht noch bei einem Jagdgewehr ein…das ist vermutlich zum Hasenkillen gebaut worden. Aber eine Maschinenpistole? Eine 42er Magnum? Für Hasen?. Nein die sind zum MENSCHENKILLEN gebaut worden und nun bleibt mir vom Leib mit diesem dummen Argument!
Wer schon einmal ein solches Schießeisen in der Hand gehabt hat, der weiß, was es mit einem potentiellen Amokläufer macht. Es verleiht ihm Macht. Macht, die er sonst nicht hat.
In meinem nun 62 Jahre währenden Leben gab es Situationen…wenn ich in diesen Momenten eine Waffe zur Hand gehabt hätte, ich weiß nicht, ob ich diesen Artikel heute schreiben könnte.
Und ja, die Amis sind per se nicht mordlustiger als wir, auch bei uns gibt es genügend Gestörte, die Mordphantasien haben… Es wird ihnen hier nur wesentlich schwerer gemacht, diese umzusetzen.

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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15 Antworten zu Ich glaube, er hat eine Waffe….

  1. Udo P. schreibt:

    OFF TOPIC

    http://www.up-punkt.de/WORDPRESS1/?p=338

    da KUCKKK ma‘ – kenn’ste die?

  2. schwabenkrawall schreibt:

    Das Volk marschiert auch nicht, wenn es Waffen hat. In D. ist eine Revolution nicht möglich, weil man den Rasen nicht betreten darf, wusste schon Wladimir Iljititsch L. 😀 Weshalb Mutti diese Sympatiewerte hat? Das ist eines der großen Geheimnisse der deutschen Volksseele sowie der Allensbacher Fragestellung. Da ein starker Mann auf der linken nicht greifbar ist, nimmt man den fleischgewordenen Hosenanzug. Gysi geht nicht, da man unter 1.70 nur in romanischen Ländern etwas werden kann, dort hat das Tradition.

  3. Udo P. schreibt:

    Ach so…
    Gegen JEDEN…
    …damit meine ich den Oderbruch-Kanzler und die Hosenanzugsträgerin und alle anderen arroganten Typen im Bundestag, diesem Selbstbedienungsladen.

    Wie blöd muss eigentlich ein Volk sein, dass Merkel in der Sympathie-Skala ganz oben schwebt!?

  4. Udo P. schreibt:

    …das war der Anfang:
    I Don’t Like Mondays (engl. für: „Ich mag keine Montage“) ist ein 1979 von Bob Geldof geschriebenes Musikstück. Inspiriert wurde Geldof durch die 16-jährige Brenda Ann Spencer, die am 29. Januar 1979, einem Montag, aus einem Fenster ihres Elternhauses auf dem gegenüberliegenden Gelände der Grover Cleveland Elementary School in San Diego den Schulleiter und den Hausmeister mit einem halbautomatischen Gewehr tötete und einen Polizisten und acht Schüler verletzte. Als Begründung für ihre Tat gab sie einem Journalisten am Telefon und der Polizei bei der Verhaftung die Antwort: “I don’t like Mondays. This livens up the day.” („Ich mag keine Montage. Dies belebt den Tag.“)
    Bob Geldof schrieb den Titel, nachdem er während eines Radiointerviews beobachtet hatte, wie die Nachricht über den Amoklauf aus dem Telex-Gerät des Radiostudios herauskam.

    Und am nächsten Tag verkündete Charlton Heston, dieser mittelmässige ‚Show’spieler, gegenüber dem schwarzen Bürgermeister, dass natürlich die NRA (Vereinigte amerikanische Ballermänner) ihren Kongress in San Diego abhalten würde!

    Ich will nicht sagen, die Medien sind grundsätzlich schuld, aber sie haben ihren Anteil. Woher kennen die Erstklässler den Kick auf den Knopf der Fussgängerampel? Richtig! Aus dem Fernseher (eigentlich: Einrichtung für die Übermittlung von bewegten Bilden; denn der Fern-Seh-Apparat sieht ja selber nix), wenn ‚Eastern‘ geglotzt werden und Mutti nicht aufpasst. Manche Überforderte dieser Mamas nutzen dieses Medium als Babysitter, wenn sie ihr Piccolo trinken.

    Und noch so am Rande: Auch mit Jagdwaffen werden Menschen getötet; wobei der Prozentsatz mit Sportschützenwaffen Gemordeter verschwindend gering ist.

    Und ein kleines Fazit: Ein Volk ohne Waffen kann nicht nach Berlin marschieren. So hält man es nieder!
    Was sagt das GG, diese provisorische „Verfassung“?

    Artikel 20

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Klar jetzt?

  5. Udo P. schreibt:

    …da lob‘ ich mir doch den guten alten Columbo. Der machte alles mit Hirn – stark abweichend von der sonstigen amerikanischen Norm. Aber nicht einmal den schaue ich mit heute an – geschweige denn den anderen amerikanischen bullshit.

    Leider ist es so, dass nicht die Waffe tötet. Da beisst keine Maus den Faden ab. Und das kann man auch drehen und wenden wie man will.

    Wobei ich hier nicht spekulieren möchte, warum unsere Waffengesetze seit Ulrike verschärft wurden und nach Winnenden nochmal einer draufgesetzt wurde; denn wer will, findet Wege.

    [Zitat] Wer schon einmal ein solches Schießeisen in der Hand gehabt hat, der weiß, was es mit einem potentiellen Amokläufer macht.
    Habe ich schon in der Hand gehabt. Weder dachte ich abei an Amok, noch weiss ich, was so ein Ding mit einen Psychopathen macht, wobei „potentieller Amokläufer“ irgendwie „daneben“ formuliert ist und den Kern der Sache nicht trifft. Ich wollte eigentlich nur die 10 treffen (früher 12);
    also mittendrin; daher kommt auch der Ausdruck, wenn eier einem auch diese ZWÖLF hauen will.
    .42 Magnum is‘ nicht, übrigens; wenn/dann .44 oder .357 – aber das ist ja eigentlich egal. Als [mm]-Vergleich: Diese Abmessungen sind zehntel-ZOLL; Kaliber .44 sind danach 25,4 mm/“ x 0,44 = 11,18 mm ( “ – Zeichen für engl.Zoll oder inch).

    • schwabenkrawall schreibt:

      Udo, vielen Dank für die technischen Details, ich selbst kenne mich da nicht so gut aus. Ich hab‘ zwar gegoogelt, aber da stand wohl fälschlicherweise etwas von einer 42er.
      Is egal. Zu dem Thema Knarre in der Hand. Ich glaube, es kommt auch darauf an, wie dein Selbstbewusstsein ausgestattet ist. Meins war mit 20 am Boden und ich fühlte mich mit dem Ding in der Hand tatsächlich ziemlich stark. Man hat mir das Schießeisen aber gottlob gleich wieder abgenommen.Es es ist richtig, wer will findet auch Wege, aber das Problem sind ja (so seltsam das auch klingt) nicht „die paar“ Opfer der Amokläufe, sondern die ca.12 -20.000 Schusswaffenopfer jährlich in den USA. (Die Angaben schwanken, lt. Michael Moore sind es 12.000) Demgegenüber stehen die 100-350 (auch hier schwanken die Angaben) Opfer in Deutschland. Selbst wenn das auf die US-Bevölkerungszahl hochrechnet, ist das nicht einmal ein Zehntel.
      Und das hat schon etwas mit der Schusswaffenverbreitung, gepaart mit der Paranoia der Amis zu tun. Diese Paranoia wird von der Waffenlobby geschürt, denn da läßt sich so mancher Greenback verdienen.
      Eine kranke Gesellschaft, auch bei uns….eigentlich hätte ich den Artikel „Ich glaube, er hat einen an der Waffel“ nennen sollen…

  6. Sebastian schreibt:

    Meiner Meinung nach auch nicht ganz zu vernachlässigen ist die Tatsache, dass Schusswaffen im Fernsehen immer mehr zum ganz normalen Gebrauchsgegenstand reduziert werden. Da wird überall nur noch wild durch die Gegend geballert, der einschaltquotenbringenden Action zu liebe, und die Kids, die sich solchen Blödsinn reinziehen, finden das dann cool! (Vor allem, wenn der vermeintliche Held, nachdem er die Bösewichte abgeknallt hat, noch einen lockeren Spruch auf Lager hat…)
    Dass ein realer Polizist, nachdem er aus welchem Grund auch immer einen Verbrecher erschossen hat, höchstwahrscheinlich eher mit dem Taxi zum Psychiater als mit dem 7er BMW zu seiner Freundin fährt, wird im Fernsehen natürlich nicht erwähnt…
    Vielleicht sollte sich die Film- und Fernsehindustrie auch mal wieder auf etwas gewaltfreiere Produktionen besinnen. Aber dann müssten sie ja wieder kreativ werden und sich sowas wie eine Handlung einfallen lassen…

    • schwabenkrawall schreibt:

      Das ist gut beobachtet, Sebastian. Was noch auffällt…kein Tatort ohne mindestens 5 Szenen in der Gerichtsmedizin inclusive aufgeschnittener und wieder zugenähter Leichen. Gibt es so viele nekrophil Veranlagte in Deutschland?

  7. schwabenkrawall schreibt:

    Ja Corinna. Menschen töten letztlich Menschen. Mit Waffen, die zum Menschentöten konstruiert worden sind. Ich bin ganz einfach der – vielleicht naiven – Meinung, dass es weniger Tote durch Schusswaffen gäbe, gäbe es denn weniger Schusswaffen ……Das andere Argument spielt mir zu sehr der Waffenlobby in die Karten, die argumentieren, dass auch ein Auto eine Waffe sein kann. KANN. Eine Magnum IST eine Waffe. Ein Auto ist ursprünglich nicht zum Töten erdacht worden. Eine Schere und ein Teppichmesser auch nicht.

    • Corinna schreibt:

      Es kommt immer drauf an was man daraus macht. Autos, Messer etc. lassen sich sinnvoll verwenden. Eine sinnvolle Verwendung für Waffen, vor allem im Privatbesitz, fällt mir nicht ein, also kann der Verkauf und Besitz getrost verboten werden.

  8. Corinna schreibt:

    Amokläufer die an einen belebten Platz gehen und dann ein Massaker anrichten wird es immer geben und da helfen die besten Waffengesetze nicht, siehe diverse Schul-Vorkommnisse auch in Deutschland. Dort wo Schiessen als Sport betrachtet wird gibt es auch die Waffen um diesen „Sport“ auszuüben.

    Das eigentiche Problem sehe ich woanders und ich fürchte das schwappt ähnlich wie vieler anderer Unsinn aus USA zu uns rüber.

    Ich meine Trayvon Martin, der Fall ging hier etwas unter, in USA schlug er einiges an Welle. Trayvon Martin war (leider: war) ein 17-jähriger eigentlich ganz normaler Junge. Er war schwarz, das kommt vor, sind viele andere auch, und er lief an seinem letzten Tag mit einer Art Kapuzenpullover rum was auch viele andere Jugendliche machen und was auch bei Strassengangs ganz beliebt ist. Bewaffnet war er mit ein paar kurz vorher gekauften Süssigkeiten.

    Dann begegnete er dem 28-jährigen George Zimmermann, ein weisses Mitglied einer Bürgerwehr, also sozusagen ein selbsternannter Hilfssheriff, und der fühlte sich von Trayvon wie der da im Dunklen bedrohlich mit Kapuzenpullover und Süssigkeiten daherkam bedroht, griff zur Knarre und schoss den Jungen tot.

    Wie der Fall nun ausgeht ist noch offen, vielleicht kommt der Täter mit einer geringen Strafe davon, vielleicht zieht sogar Notwehr, ich meine Kapuzenpullover wie ein Gangmitglied, Süssigkeiten sind eh gemeingefährlich und schwarz war der auch noch … der arme George musste zur Waffe greifen und sich wehren. ;(

    Es ist der ganz alltägliche Wahnsinn und nicht die Massaker die es in die Nachrichten schaffen die mir Sorge bereiten.

    • schwabenkrawall schreibt:

      Corinna, das alles stimmt. Ich kannte ja sogar den Vater des Winnender Amokläufers, wenn auch nur flüchtig und geschäftlich.
      Diese Gestörten gibt es natürlich auch bei uns. Nur, wie gesagt, es wird ihnen hier schwerer gemacht. Auch sind die Waffengesetze natürlich nur ein Teil des Problems, die Ursache sind sie nicht. Allerdings sind sie ein willfähriger Handlanger des Problems.
      Hattest Du schon einmal eine 42er Magnum in der Hand? Ich ja, vor vielen Jahren, als junger Mensch. (Mein Bruder war im Schützenverein und da gab es Leute, die solche Dinger hatten) Es macht was mit Dir…heute würde ich so ein Ding nicht mehr anfassen, aber mit 20? Ja, man kann auch mit einem Teppichmesser killen und der Schaden wäre auch groß, aber man kann mit einem Teppichmesser nicht Dutzende Menschen hinschlachten. Zumindest nicht so leicht wie mit einer Kanone. Und nicht so anonym. Du muss die Opfer nicht einmal anfassen.
      Und es wird immer Attentäter und Attentate geben. Nur die Anzahl wird geringer sein. Und das liegt definitiv an der Verbreitung von Schusswaffen. Falls Du es noch nicht gelesen hast, empfehle ich Dir „Bowling for Columbine“ von Michael Moore. Dort ist das auch mit Zahlen belegt. Dort findet man auch die Antwort zu diesem Zimmerman, der den junge Schwarzen erschossen hat. Die Zahl der bei Attentaten durch Schusswaffen Getöteten ist vergleichsweise lächerlich, zu den 30.000 Schusswaffenopfern jährlich in den USA.

      • Corinna schreibt:

        Nein ich hatte noch nie eine Schusswaffe in der Hand und hoffe das auch nie zu müssen. Nicht mal auf dem Rummelplatz an der Schiessbude.

        Natürlich hat das alles mit der Verbreitung von Schusswaffen zu tun. Aber letztlich töten nicht Waffen Menschen, sondern Menschen töten Menschen. Die relative Anonymität der Schusswaffen lässt sich auch durch Sprengstoff, Giftgas usw. erreichen. Bei einer Schusswaffe kommt doch das Gezielte dazu und bei mindestens einem der deutschen Schul-Amokläufe (ich weiss nicht mehr welher) wa es doch so dass Opfer gezielt aus nächster Nähe hingerichtet wurden.

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