Von Bullen auf’s Kreuz gelegt

Kennen Sie das Buch: „Die Spinne in der Yucca-Palme“? Nein? In diesem werden Fälle beschrieben, die irgendjemand mal von einem Schwager gehört hat, der einen Bekannten hat und dessem Neffen etwas ganz Unglaubliches passiert ist.

In diese Kategorie gehört folgende Geschichte auch, nur mit einem Unterschied: Sie ist WAHR. Mein Kollege, nennen wir ihn einmal Olli, kann nämlich zwei Dinge nicht: lügen und schielen. Warum schielen? Das wird Ihnen später klar werden.

Olli H. war, von Richtung Stuttgart kommend, auf dem Weg nach Hause, als er vor der Wahl stand, an einer Gabelung links oder rechts zu fahren. Der Weg war der Gleiche aber nach links wäre er in einen kleineren Stau geraten. Unglücklicherweise entschied er sich für rechts. Die Streckenführung verlangte, dass er ein Stück weiter fahren musste als nötig, weil er an einem größeren Parkplatz eine gute Wendemöglichkeit kannte (für Ortskundige: auf Höhe Freibad Waiblingen Richtung Weinstadt rechts rein in den Parkplatz und dann wieder in entgegen gesetzter Richtung raus) das heißt: er hätte gewendet, wäre da nicht eine Abordnung von Ordnungshütern gewesen, die ihn freundlich, aber bestimmt aufforderten , anzuhalten.

Allgemeine Verkehrskontrolle!! 3h nachmittags, kein Alkohol, auch nicht Reste. Mein Kollege hatte ein reines Gewissen, zumal sein Auto in Ordnung war. Drogen nimmt er auch nie, also sollte das ein kurzes Intermezzo werden..dachte er.

Papiere! Aha, ja..mhmm alles in Ordnung, dann wollen wir uns mal ihr Fahrzeug anschauen.

Reifenprofil gut, aha! Ihr Erste-Hilfe Set verliert in eineinhalb Jahren seine Gültigkeit! Soso, ich werd’s mir aufschreiben, danke:

Haben Sie Alkohol getrunken? „Nein, ich komme aus der Frühschicht und will nach Hause.“ Was glauben Sie, was wir in der Frühschicht schon alles festgestellt haben, steigen Sie mal aus, wir müssen mit ihnen einen Fahrtüchtigkeitstest durchführen! „Sch..Na gut, dann machen Sie mal.“ „Stellen Sie sich auf ein Bein, schließen Sie die Augen strecken Sie das andere Bein nach vorn und bleiben Sie eine Minute stehen. (Mein Kollege ist nicht sehr trainiert und begann schon nach 50 sec. leicht zu zittern) So! Und jetzt das andere Bein! (Wieder zittern) Sie zittern ja, das weißt darauf hin, dass Sie Drogen konsumieren!“ „wie bitte?“ „Ich nehme keine Drogen!“(zaghaft) „Wir machen jetzt den Schiel-Test mit Ihnen: schauen Sie auf meinen Finger und folgen Sie ihm mit den Augen während ich ihn auf Ihre Nase zu bewege!“ Kein Schielen, Olli KANN nicht schielen… „Karl, schau dir das mal an, siehst Du das?“ „Nee, ach doch ja, nur das rechte Auge bewegt sich leicht nach außen, das weißt darauf hin, dass Sie Drogen konsumieren!“ „Ich nehme keine Drogen!!“ (schon lauter)

„Schließen Sie die Augen und zählen Sie im Geist auf 30. Ich kontrolliere das mit meiner Uhr.“ Olli tat wie ihm geheißen und rief bei 30 laut: „Fertig!“ „Aha, es sind bereits 38 sec. vergangen, das weißt darauf hin, dass Sie Drogen konsumieren!!“ „Ich nehme keine Drogen!!“ (ziemlich laut) Olli sah sich schon mal vorsichtshalber nach einer versteckten Kamera um, das Einzige, was er sah, waren mehrere junge Männer seines Alters, die ihrerseits diese Turnübungen machten.

Der Polizeimeister übergab meinem Kollegen mit den Worten, „Wir müssen eine Urinprobe von Ihnen haben“, einen Becher. Für den Drogentest! „Ich nehme keine Drogen!!!!“ (arg laut) außerdem schäme ich mich, hier mitten an der alten Bundesstraße in einen Becher zu pinkeln!!! „Bittesehr, wenn Sie nicht wollen, dann begleiten wir Sie ins Krankenhaus, wo Ihnen auf eigene Kosten eine Blutprobe entnommen wird, hier wär’s umsonst.“ Olli war zwar empört, aber auch Schwabe und somit sparsam. Na gut! „Was machen Sie eigentlich mit Mädchen? Müssen die auch hier an der Straße?“ „Nein, die können sich hinter die Einsatzfahrzeuge setzen.“ „Aha!“

*Plätscher* „Bitte!“ „So, dann woll’n wir mal: Also, wenn sich alle Striche rot verfärben, dann war’s Kokain, Heroin, oder sonstiges.“

Natürlich war der Test negativ. Die Ordnungshüter gaben Olli den Becher mit den Worten: „das ist ja jetzt Problem-Müll, bitte entsorgen Sie den“ zurück, und noch den Rat, er solle zum Augenarzt gehen, mit auf den Weg: „Sie gehören zu den 1% der Bevölkerung, bei denen der Schieltest nicht klappt!!!!“

Eine dreiviertel Stunde später als geplant und um eine Erfahrung reicher durfte auch mein bedauernswerter Kollege endlich Feierabend machen.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, welche Substanzen er am Abend zu seiner Beruhigung konsumierte… jedenfalls „Drogen nimmt er nicht“ (saumäßig laut)

 

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Über schwabenkrawall

Musiker, Freidenker, Schelm, Schreiberling
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